Spotify mit neuen »Datenschnüffel«-AGB - CEO Daniel Ek entschuldigt sich

Spotify hat sich mit der Veröffentlichung neuer AGB, die einen Zugriff auf Fotos, Kontakte, Standort- und Sensordaten vorsehen, keinen Gefallen getan. CEO Daniel Ek rudert nun zurück.

von Georg Wieselsberger,
22.08.2015 09:13 Uhr

Spotify dürfte aufgrund der neuen AGB einige Kunden verloren haben.Spotify dürfte aufgrund der neuen AGB einige Kunden verloren haben.

Der Streaming-Dienst Spotify hat neue Allgemeine Geschäftsbedingungen veröffentlicht, die die Nutzer bis zum 19. September 2015 bestätigen oder die Nutzung des Dienstes beenden müssen. Doch nachdem einige Nutzer die neuen Regelungen durchgelesen hatten, fielen einige Bestimmungen auf, die vor allen Datenschützern die Haare zu Berge stehen lassen. So will Spotify laut dem Text Informationen auf dem mobilen Gerät »sammeln«, darunter Kontakte, Fotos und auch andere Medien. Besonders kurios wirkt der Hinweis, dass die lokalen Gesetze eines Landes erfordern könnten, dass der Spotify-Nutzer bei seinen Kontakten die Erlaubnis einholen muss, bevor er deren Daten an Spotify weitergibt.

Außerdem will Spotify auch Standortdaten oder, falls das Gerät entsprechende Sensoren hat, auch deren Daten sammeln. Als Beispiel wird die Geschwindigkeit genannt, mit der sich der Nutzer bewegt. Wer Spotify mit Drittanbieter-Apps verbindet, beispielsweise Facebook, erlaubt Spotify damit auch das Sammeln aller Daten, die bei diesem Service anfallen, beispielsweise öffentliche Posts oder Likes. Nach dem Aufschrei in vielen Medien und Beschwerden prominenter Nutzer wie »Notch« Markus Persson, der umgehend sein Konto gekündigt hatte, hat sich nun Spotify-CEO Daniel Ek in einem Blogbeitrag zu Wort gemeldet und sich für die Aufregung entschuldigt. Die AGB sollen nun überarbeitet werden, um ganz klar herauszustellen, was Spotify eigentlich meint.

»Ich möchte es ganz klar sagen: Wenn Sie diese Art von Informationen nicht teilen wollen, dann müssen sie auch nicht. Wir werden Sie ausdrücklich um Erlaubnis bitten, bevor wir auf irgendwelche Daten zugreifen – und wir werden Sie nur für spezielle Zwecke verwenden, die es Ihnen erlauben, ihr Spotify-Erlebnis zu personalisieren«, so Ek. Er führt in seinem Blogpost alle kritisierten Bereiche auf und betont dabei immer wieder, dass für die Nutzung von Daten oder Inhalten die ausdrückliche Zustimmung des Nutzers notwendig ist. Die Regelungen sollen in den nächsten Wochen überarbeitet werden und diese Klarstellungen ebenfalls enthalten.

Quelle: Spotify


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