Stalker: Shadow of Chernobyl - Multiplayer-Nachtest in der Zone

Den Singleplayer-Modus ehrten wir bereits im letzten Monat mit einer 90er-Wertung. Jetzt sagen wir Ihnen, ob sich Stalker online und im LAN ähnlich großartig spielt.

von Petra Schmitz,
23.03.2007 14:33 Uhr

Der Entwickler GSC Game World macht es sich mit den Multiplayer-Modi von Stalker einfach: Die Karten sind leicht modifizierte Levels des Hauptspiels. Das ist Segen und Fluch. Segen: Die Maps sehen unverschämt gut aus und bieten jede Menge Verstecke.

Wettereffekte, Tag- und Nachtwechsel sowie Anomalien lassen sich zuschalten. Fluch: Wenn nur wenige Spieler auf einem Server sind, suchen Sie sich die Augen wund, bis Sie einen Gegner finden – zumindest in »Deathmatch « und »Team-Deathmatch «. Die Spielart »Artifact Hunt« (Artefaktjagd) gehorcht anderen Gesetzen.

Jeder ist ein Neuling

5.000 Rubel liegen auf Ihrem Spielerkonto, wenn Sie in eine Runde Deathmatch oder Team- Deathmatch einsteigen, denn die Multiplayer-Modi von Stalker funktionieren ein bisschen wie Counterstrike: Sie müssen sich Ihre Waffen kaufen.

Treppenhaus-Schießereien gibt es oft, liegen doch immer gleich mehrere Einstiegspunkte in den Gebäuden.Treppenhaus-Schießereien gibt es oft, liegen doch immer gleich mehrere Einstiegspunkte in den Gebäuden.

Mit den 5.000 Rubel könnten Sie sich theoretisch gleich die teuerste Waffe und die beste Rüstung schnappen, praktisch aber fehlt Ihnen dazu der Rang. Sie steigen als »Novice«, also als Neuling in eine Partie ein und arbeiten sich dann durch Abschüsse weiter rauf: über »Experienced « (erfahren), »Professional « (Profi) und »Veteran« bis hin zu »Legend«. Mit jedem höheren Rang bekommen Sie Zugriff auf bessere Waffen und Gegenstände wie Fernrohre oder Rüstung. Stehen Ihnen im Rang Novice gerade mal vier der Sturmgewehre zur Verfügung, sind es als »Experienced Stalker« bereits sechs und im Status Professional schon acht.

Anders als beispielsweise in Battlefield 2 sind die Ränge in Stalker nicht permanent. Sie beginnen stets als Neuling. Wenn Sie also in ein laufendes Spiel einsteigen, müssen Sie damit rechnen, dass die Gegner schon höher im Rang sind und somit effektivere Waffen und vor allem auch besser gepanzerte Anzüge zur Verfügung haben.

Schnell Geld verprassen

Wofür aber die Menge Geld, wenn man zu Beginn einer Partie sowieso nur wenig kaufen kann? Die Erklärung: Noch bevor Sie im eigentlichen Spiel sind, müssen Sie sich für eine Ausrüstung entscheiden. Sie nehmen vielleicht die AK-47 mit Munition.

Das Kauf-Menü: Sie können dort drei Ausrüstungssets speichern.Das Kauf-Menü: Sie können dort drei Ausrüstungssets speichern.

Dazu packen Sie noch eine Splittergranate und ein Medipack. Das macht zusammen schon 1.060 Rubel. Steigen Sie darauf ins Match ein, wird diese Summe von Ihren 5.000 Rubel abgezogen. Sterben Sie, können Sie entweder per Klick gleich wieder auferstehen, haben wieder die gleiche Ausrüstung und verlieren abermals 1.060 Rubel. Oder Sie arrangieren vorher Ihre Ausstattung neu. 5.000 Rubel sind nämlich schnell verplempert. Wer kein Geld mehr hat, muss mit der kostenlosen Standardpistole losziehen und sollte nach gefallenen Kollegen Ausschau halten, denn deren Gewehre bleiben nach dem Ableben für einige Zeit liegen. Frisches Geld verdienen Sie durch Abschüsse. Erledigen Sie einen Konkurrenten, werden Ihnen 400 Rubel gut geschrieben, bei einem Kopftreffer sind es 450. Gelingt es Ihnen noch, den Rucksack des Gegners einzusammeln, addieren sich weitere 100 Rubel. Um die Kosten für die Startausrüstung wieder einzuspielen, müssen Sie mehrere Gegner erledigen, ohne zu sterben. Je fortgeschrittener (und damit teurer) Ihre Gewehre, desto schwieriger wird das.

Gib mir die Kugel!

In Artifact Hunt kämpfen zwei Teams darum, die meisten blinkenden Kugeln in die jeweils eigene Basis zu tragen.

Diese Kugeln erscheinen zufällig an einigen vorgegebenen Punkten auf der Karte, die von den Startzonen der Mannschaften in etwa gleich weit entfernt liegen. Sobald ein Artefakt auftaucht, wird dessen Lage auf der Minimap angezeigt. Haben Sie die Kostbarkeit eingesackt, wird sprinten unmöglich, schießen geht nach wie vor. Sie sind also nicht wehrlos den Gegner ausgeliefert. Schaffen Sie es mit dem Schatz in die sichere Zone, erhält Ihr Team einen Punkt.

Der Kaufmodus in Artifact Hunt funktioniert ein wenig Modi. Die Ränge entfallen, Sie starten mit 500 Rubel Kapital und erstehen Ihre Ausrüstung in der Teambasis. Geld verdienen Sie durch Abschüsse und das Erobern der Kugel.

Die Artefakte können auch als Waffe benutzt werden.Die Artefakte können auch als Waffe benutzt werden.

Am meisten Spaß macht der Spielmodus, wenn der Server in den Wiedereinstiegsoptionen auf »Artifact Capture« steht. Dann verläuft eine Runde ähnlich wie in Counterstrike: Sind Sie ausgeschieden, bleiben Sie es, bis eine Mannschaft die Kugel erobert hat. Der Vorteil: Teammitglieder erscheinen gemeinsam in der Basis und ziehen zusammen los.

Ungleiche Chancen

Beliebte Punkte sind Simse, von denen aus Sie die Karten im Blick haben.Beliebte Punkte sind Simse, von denen aus Sie die Karten im Blick haben.

Der Multiplayer-Modus von Stalker stellt an Ihren Rechner ähnliche Anforderungen wie das Hauptspiel. Wenn Sie nur über ISDN oder eine kleine DSLAnbindung (386 kbps) verfügen, ist Stalker online nahezu unspielbar. Die Lags (Verzögerungen in der Datenübertragung) sind teilweise so groß, dass zwischen Klicken auf den Feuerknopf und Schuss mehrere Sekunden vergehen. Der Netzcode muss vom Entwickler noch verbessert werden, bis alle Spieler auf den Servern die gleichen Chancen haben.


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