Steam - Ab sofort theoretisch 14 Tage Rückgaberecht (Update)

Über Steam erworbenen Spiele dürfen einer Änderung des Nutzungsvertrags innerhalb von 14 Tagen zurückgegeben werden - sofern der Kunde in der EU lebt. Allerdings hebelt Valve dieses Recht anschließend direkt wieder aus.

von Tobias Ritter,
18.03.2015 08:12 Uhr

Steam blockiert das Rückgaberecht - Ist das erlaubt? - Rechtsanwalt Stephan Mathé erklärt, warum Valve im Recht ist Steam blockiert das Rückgaberecht - Ist das erlaubt? - Rechtsanwalt Stephan Mathé erklärt, warum Valve im Recht ist

Update (08:05 Uhr): Wir haben das Kaufprozedere über Steam noch einmal selbst getestet und festgestellt, dass Valve das Rückgaberecht aus seinem aktualisierten Nutzungsvertrag beim Erwerb eines neuen Produkts direkt wieder aushebelt. Im letzten Schritt des Kaufprozesses muss der Kunde nämlich ausdrücklich zustimmen, auf sein zuvor gewährtes Widerrufsrecht zu verzichten. Die Änderung ist also lediglich eine Anpassung an geltendes EU-Recht, ohne dass sie irgendwelche Auswirkungen für den Endverbraucher hat.

Valve verlangt beim Kauf digitaler Spiele über Steam einen Verzicht auf das eigentlich im Nutzungsvertrag gewährte Widerrufsrecht zu verzichten. Die Änderung ist damit eigentlich hinfällig.Valve verlangt beim Kauf digitaler Spiele über Steam einen Verzicht auf das eigentlich im Nutzungsvertrag gewährte Widerrufsrecht zu verzichten. Die Änderung ist damit eigentlich hinfällig.

Ursprüngliche Meldung: Valve hat die Abonnentenvereinbarung im Nutzungsvertrag seiner digitalen Vertriebs- und Gamingplattform Steam aktualisiert - und darin ein 14-tägiges Rückgaberecht für digital erworbene Download-Spiele etabliert. Bisher beschränkt sich die Änderung aber wohl auf die Europäische Union.

Der sogenannte Widerruf des Kaufvertrags, also die Rückgabe des erworbenen Spiels bei gleichzeitiger Rückerstattung des bezahlten Kaufpreises durch Valve, ist demnach ohne die Angabe von Gründen möglich. In dem Widerrufs-Abschnitt, der dem Nutzungsvertrag hinzugefügt wurde, heißt es dazu wörtlich:

»Wenn Sie ein in der EU ansässiger Abonnent sind, sind sie berechtigt, einen Vertrag über die Bereitstellung digitaler Inhalte innerhalb einer Frist von vierzehn Tagen oder bis zu dem Zeitpunkt kostenfrei und ohne Angabe von Gründen zu widerrufen, in dem Valve mit ihrer ausdrücklichen Einwilligung mit der Erfüllung seiner Pflichten begonnen hat und Sie zugleich anerkannt haben, dass sie hierdurch Ihr Widerrufsrecht verlieren, je nachdem, welcher der beiden obigen Ereignisse zeitlich zuerst eintritt. Deshalb werden Sie im Zuge des Bestellvorgangs darüber informiert, wann wir mit der Vertragserfüllung beginnen, und darum gebeten, ihre ausdrückliche Einwilligung zur verbindlichen Geltung des Vertrags zu erteilen.«

Das betreffende Spiel darf aber natürlich zuvor nicht heruntergeladen und genutzt werden. Möglich ist eine Rückgabe also ausschließlich bei digitalen Download-Titeln, die zwar erworben wurden, seitdem jedoch höchstens 14 Tage inaktiv in der eigenen Steam-Bibliothek auf das Herunterladen warten.

In der Vergangenheit wurde Valve immer wieder dafür kritisiert, mit seiner Steam-Plattform regionale Verbraucherschutzgesetze zu ignorieren. Insbesondere in Europa monierten viele Kunden immer wieder das fehlende Rückgaberecht. Immerhin hatte die Europäische Union hier bereits im Juni 2014 nachgebessert und eine neue Verbraucherschutzrichtlinie etabliert.

Als eines der ersten internationalen Unternehmen hat darauf im Dezember 2014 Apple reagiert: Im iTunes-Store gilt seitdem ein 14-tägiges Rückgaberecht auf digitale Güter.

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