Steam - Gabe Newell äußert sich zu Kritik an Bezahl-Mods

Der Valve-Chef Gabe Newell hat sich im Rahmen einer Community-Fragerunde auf dem Social-News-Aggregator zur aktuellen Kontroverse rund um die Bezahl-Mods im Steam Workshop geäußert. Fast alle Vorwürfe wies er von sich.

von Tobias Ritter,
27.04.2015 14:37 Uhr

Im Zuge der Kontroverse um Bezah-Mods im Steam Workshop hat sich nun auch der Valve-Chef Gabe Newell zu Wort gemeldet.Im Zuge der Kontroverse um Bezah-Mods im Steam Workshop hat sich nun auch der Valve-Chef Gabe Newell zu Wort gemeldet.

Bei Valve hat man sich das sicherlich etwas anders vorgestellt: Mit einem neuen System für Bezahl-Mods wollte der Steam-Betreiber eigenem Bekunden zufolge eigentlich die Modding-Community unterstützen und Hobby-Entwicklern die Möglichkeit geben, mit ihrer Arbeit Geld zu verdienen. Dafür hagelte es beim ersten großen Testlauf mit The Elder Scrolls 5: Skyrim dann jedoch reichlich Kritik, wodurch sich nun der Firmenchef Gabe Newell dazu veranlasst sah, der Community im Rahmen einer AMA-Session (Ask Me Anything) auf Reddit einige Fragen zu beantworten.

Zunächst einmal stellte Newell dabei klar, dass es ihm und seinem Unternehmen definitiv nicht daran gelegen sei, die Nutzer hinters Licht zu führen. Alle bei Valve würden Modifikationen grundsätzlich zu schätzen wissen und definitiv nicht als Verräter an den Spielern agieren wollen. Das Ziel dieser Maßnahme sei es lediglich, sowohl den Spielern als auch den Mod-Erstellern eine perfekte Plattform für das Modding bieten zu können.

Dabei schließt Newell zwar auch nicht aus, irgendwann einmal die eine oder andere Neuerung wieder zurückzunehmen, falls etwas nicht wie geplant funktionieren sollte. In Sachen Bezahl-Mods ist der Firmengründer aber optimistisch:

"Unser Ziel ist es, das Modding sowohl für die Autoren als auch für die Spieler besser zu machen. Etwas, das uns dabei nicht hilft, landet wieder auf dem Müll. Im Moment bin ich aber mehr als optimistisch, dass [die Bezahl-Mods] eine Bereicherung für die Autoren und die Spieler sind. Wir verlassen uns hier aber wie immer nur auf die nackten Zahlen."

Gleichzeitig verspricht Newell, das allgemein als äußerst offen betrachtete System des Moddings nicht einschränken zu wollen. Valve selbst würde in seiner heutigen Form gar nicht existieren, wenn es keine Modifikationen geben würde. Ein Teil der wichtigen Angestellten habe zudem selbst eine aktive Modding-Vergangenheit:

"John Cook und Robin Walker haben Team Fortress als Quake-Mod gemacht. Icefrog machte DOTA als Warcraft-3-Mod. Dave Riller und Dario Casali waren Mapper für Quake und Doom. John Guthrie und Steve Bond kamen zu Valve, weil John Carmackk der Meinung war, dass sie die besten Quake-Entwickler seien. Sie alle haben die Freiheit erhalten, sich ausschließlich auf die Spielentwickler zu fokussieren, sobald sie dafür bezahlt wurden. Die Arbeit in einem Waffel-Restaurant hilft doch niemandem dabei, ein besseres Spiel zu entwickeln."

Newell verteidigt allerdings nicht nur das Bezahl-Mod-System an sich, sondern weist auch sämtliche Gier-Vorwürfe gegen Valve zurück. Die Einführung der Monetarisierungsmöglichkeiten für Modifikationen basiere nicht auf dämlicher Habgier sondern auf dämlicher Dummheit, so Newell:

"Wir können ja einmal für eine Sekunde annehmen, dass wir dämlich habgierig sind. Bisher haben die Bezahl-Mods 10.000 US-Dollar eingespielt. Das ist etwa ein Prozent dessen, was die zunehmende E-Mail-Schwemme bei uns an zusätzlichen Personalkosten verursacht hat. Und ja, ich meine damit, dass es einen innerhalb weniger Tage Millionen an US-Dollar kostet, wenn man sich mit dem Internet anlegt. Das ist nicht dämlich gierig, das ist dämlich Dumm. Es bedarf hier schon einer robusteren These dafür, warum Valve das Böse sein sollte."

Allerdings nimmt der Valve-Chef auch einige geäußerte Kritikpunkte durchaus ernst. So verspricht er etwa, die Kritiker und Beschwerdeführer in den offiziellen Steam-Foren nicht mehr durch die Moderatoren sperren zu lassen. Ein solches Vorgehen sei einfach »dumm« und führe zu nichts:

"Nunja, sollten wir die Leute tatsächlich zensieren, wäre das dumm. Ich werde das beenden. Und nicht nur, dass das ziemlich blöd ist, es bringt gleichzeitig auch einfach nichts, wie man am Beispiel von Jeremy Clarkson im Top-Gear-Forum sieht."

Die komplette Community-Fragerunde mit Newell zum Thema Bezahl-Mods findet sich auf reddit.com.

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