Steam Hardware-Umfrage Juni 2017 - AMD gegen Intel & Nvidia

Steam hat die Ergebnisse seiner Hardware-Umfrage für Juni 2017 veröffentlicht. Wie steht AMD im Vergleich mit Intel bei den CPUs und mit Nvidia bei den Grafikkarten da?

von Nils Raettig,
09.07.2017 15:50 Uhr

Die Hardware-Umfrage von Steam aus dem Juni 2017 zeigt einige interessante Trends auf, vor allem im Vergleich mit etwas älteren Umfragen dieser Art.Die Hardware-Umfrage von Steam aus dem Juni 2017 zeigt einige interessante Trends auf, vor allem im Vergleich mit etwas älteren Umfragen dieser Art.

Als PC-Spieler kommt man um Steam kaum herum – kein Wunder, dass es laut Steamspy.com mittlerweile die immense Zahl von über 230 Millionen aktiven Steam-Nutzern gibt. Im März 2016 waren es übrigens noch etwa 70 Millionen aktive Nutzer weniger.

Bei einer so großen Zahl erlaubt auch die regelmäßig stattfindende Hardware-Umfrage einen durchaus interessanten Einblick in die PCs der Spieler auf Steam. Man muss aber im Hinterkopf behalten, dass sie auf freiwilliger Basis und weltweit stattfindet.

AMD verliert leicht Marktanteile

AMD steht dabei sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch bei der grafisch dargestellten Entwicklung seit Januar 2016 eher nicht so gut da: Mit Blick auf die Grafikkarten wächst der Marktanteil von Nvidia langsam, aber stetig (Nvidia führt aktuell mit etwa 63 zu 21 Prozent), gleiches gilt bei den CPUs im Duell mit Intel (hier liegt Intel momentan bei 81 Prozent, AMD bei 19 Prozent).

Dass AMD auf dem Grafikkarten-Markt Anteile verliert, könnte auch durch die Situation im High-End-Segment bedingt sein. Während Nvidia hier unter anderem im Frühjahr 2016 mit der Geforce GTX 1070 und der Geforce GTX 1080 sehr schnelle Modelle auf den Markt gebracht hat, ist AMD mit seinen aktuellen Grafikkarten der RX 400- und RX 500-Reihe in diesem Leistungssegment momentan nicht vertreten. Erst die kommenden Radeon RX Vega-Karten könnten hier bald wieder echte Konkurrenz für Nvidia darstellen.

Man muss allerdings auch dazu sagen, dass eher günstigere und ältere Grafikkarten der Mittel- und Einsteigerklasse in der Hardware-Umfrage klar am besten vertreten sind. So kommen Nvidias GTX 1060 und GTX 1050 (Ti) zusammen mit den älteren Modellen GTX 960(M), GTX 950, GTX 760 und GTX 750 (Ti) auf knapp 31 Prozent, während die teils deutlich schnelleren Modelle GTX 1080, GTX 1070, GTX 980 (Ti) und GTX 970 nur etwa zwölf Prozent ausmachen.

AMD RX Vega - Hoffnung für das High-End-Segment? 7:35 AMD RX Vega - Hoffnung für das High-End-Segment?

Bei den Prozessoren hätten vermutlich viele einen positiven Effekt für AMD durch die neuen Ryzen-Prozessoren erwartet, die sowohl in der Fachpresse als auch bei den Spielern grundsätzlich positiven Anklang finden. Dass ein solcher Effekt in der Steam-Umfrage bislang nicht festzustellen ist, kann verschiedene Gründe haben. Entweder haben die Spieler, die inzwischen einen PC mit Ryzen-CPU besitzen zu großen Teilen nicht an der Umfrage teilgenommen. Oder aber es haben einfach noch nicht genügend Spieler zu Ryzen gewechselt.

Für die zweite Begründung spricht auch die Tatsache, dass in Spielen häufig immer noch die Grafikkarte eher der limitierende Faktor ist, während man mit einer CPU meist über einen deutlich längeren Zeitraum noch zurecht kommen kann. Gleichzeitig gibt es aber auch andere Zahlen, die durchaus auf Gewinne von Marktanteilen bei AMD hindeuten.

So heißt es im aktuellen Report der Macher des CPU-Benchmarks PassMark, dass der Anteil von Tests mit AMD-Prozessoren seit Anfang 2017 von 18,1 auf 23,4 Prozent gestiegen ist, Intel fällt dementsprechend im gleichen Zeitraum von 81,9 auf 76,6 Prozent. Die Datenbasis dürfte aber einerseits deutlich kleiner als im Fall der Hardware-Umfrage von Steam sein, andererseits ist man vermutlich nach dem Kauf einer neuen CPU eher dazu geneigt, einen solchen Benchmark durchzuführen.

Vier Kerne & Windows 10 auf dem Vormarsch

Bei den Prozessoren zeigt sich dagegen erwartungsgemäß ein genereller Trend zu CPUs mit höherer Kernzahl. So ist der Anteil an Dual-Core-Prozessoren von Januar 2016 bis bis Juni 2017 immerhin von 49 auf 42,2 Prozent gesunken. Die Menge an Quad-Core-CPUs ist gleichzeitig von 44,1 auf 52 Prozent angestiegen.

Mögliche Einflüsse von Ryzen zeigt ein Blick in die Details der Umfrage, wenn auch nur in sehr geringen Maßen: So hat die Zahl an Prozessoren mit acht Kernen wie den Ryzen 7-Modellen seit Februar 2017 um 0,23 Prozent zugelegt, bei den Sechskern-CPUs wie dem Ryzen 5 1600(X) sind es 0,06 Prozent.

Interessante Entwicklungen sind auch im Vergleich mit unserer Analyse der Steam Hardware-Umfrage aus dem Frühjahr 2016 zu beobachten: Full HD war hier noch mit 35,7 Prozent am besten bei den Auflösungen vertreten, inzwischen spielen sogar 48,8 Prozent der befragten Steam-Nutzer in dieser Auflösung. Höhere Auflösungen wie WQHD (2,2 statt 1,4 Prozent) und 4K (0,86 stat 0,08 Prozent) sind gleichzeitig aber immer noch klar die Ausnahme.

Beim Arbeitsspeicher waren 8,0 GByte im März 2016 mit 31,8 Prozent am besten vertreten, diese Spitzenposition hat sich inzwischen mit 38,9 Prozent weiter gefestigt – vermutlich zu Ungunsten der 4,0 GByte, die aktuell bei 17,7 Prozent liegen.

In Sachen Betriebssystem hat dagegen ein Wechsel sattgefunden: War Windows 7 hier im Frühjahr 2016 noch mit 34,2 Prozent knapp vor Windows 10 mit 34 Prozent, liegt Windows 10 inzwischen mit etwa 51 Prozent klar vor Windows 7 mit 36 Prozent.

Windows 10 ist laut der aktuellen Hardware-Umfrage inzwischen mit über 50 Prozent das am meisten genutzte Betriebssystem unter den Steam-Spielern.Windows 10 ist laut der aktuellen Hardware-Umfrage inzwischen mit über 50 Prozent das am meisten genutzte Betriebssystem unter den Steam-Spielern.


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