Steam - Konkurrenten: »Valve tötet den PC-Markt« (Update)

Gegen Steam kommen andere Download-Plattformen offenbar nur schwer an. Jetzt fürchten die Konkurrenten eine den PC-Markt lahmlegende Monopolstellung des Valve-Services.

von Michael Obermeier,
11.11.2010 14:01 Uhr

Andere Download-Portale haben einen schweren Stand gegen Steam.Andere Download-Portale haben einen schweren Stand gegen Steam.

Die Vormachtstellung von Steam besorgt andere Konkurrenz-Online-Plattformen. So sollen anonyme Sprecher zweier Mitbewerber gegenüber der Website MCVUK.com starke Bedenken angemeldet haben, dass »der Steam-Würgegriff um den PC-Download-Sektor dieses Marktsegment viel zu riskant gemacht hat um sich noch damit zu befassen«.

Deshalb wenden sich besagte Dienstleister jetzt direkt an die Publisher und erbitten die Entwicklung neuer Spiele ohne Steam-Integration. Ein nicht näher genannter Geschäftsführer eines Steam-Konkurrenten fasst die Situation zusammen: »Die Publisher interessiert es einen Dreck was mit den Kunden passiert. Genau das ist aber der Knackpunkt, denn Steam interessiert das sehr wohl«.

Durch diesen umfassenden Service sehen die Konkurrenten ihre Existenz bedroht: »Wir haben hart für unsere Kunden gekämpft und mussten diese noch nie aufgeben. Steam tötet den PC-Markt und es ist kein Wunder dass andere Download-Anbieter versagen«.

Neben Steam bieten auch andere Anbieter wie Direct2Drive, Impulse, Gamesload oder auch das auf Blizzard-Spiele limitierte Battle.net den kostenpflichtigen Download von PC-Vollversionen an. Laut MCV sehen sich mindestens zwei der Steam-Konkurrenten mit finanziellen Problemen konfrontiert.

Update 14:00 Uhr: Jetzt schalten sich auch zwei ebenfalls anonyme britische Spielehändler in die Debatte ein. Beide Ladenketten drohen mit einem Verkaufsboykott, wenn die Publisher weiterhin Steamworks in ihre Spiele einbauen. Das berichtet die Website HLPortal.de in Berufung auf MCVCOUK.com.

Die größte Angst der Händler ist es, (zukünftig geplante) eigene Download-Portale durch den Verkauf von Steam-Spielen zu sabotieren. Laut einem der betroffenen Händler »erschaffen die Publisher ein Monster«. Deshalb raten die Händler den Entwicklern davon ab, weiterhin auf Steam zu setzen. Dabei gibt man sich zuversichtlich: »Die Macht liegt nach wie vor bei den herkömmlichen Spieleläden, denn die können sich weigern die Spiele zu verkaufen. Zwar zögern die Publisher noch, aber dann muss der Handel eben Druck auf sie ausüben«.

Branchen-Insidern zufolge wickelt Steam derzeit schon 80% der Spieledownloads weltweit ab und ist auf dem besten Weg das iTunes-Pendant im Spielebereich zu werden. Dann könne Valve die Marktbedingungen diktieren und müsse nicht mehr länger nur darauf reagieren.


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