Steam Machines & SteamOS - Laut Wirtschaftsmagazin Forbes sinnlos und »verstümmelt«

In einem Kommentar zu den Steam Machines und SteamOS von Valve werden die Rechner als sinnlos und das Betriebssystem als »verstümmelt« bezeichnet.

von Georg Wieselsberger,
29.01.2014 10:36 Uhr

Die Alienware Steam Machine soll upgradefähig sein, aber nicht so einfach wie ein Spiele-PC.Die Alienware Steam Machine soll upgradefähig sein, aber nicht so einfach wie ein Spiele-PC.

Laut dem Forbes-Artikel von Gordon Kelly, der auch schon für Webseiten wie Wired, The Next Web, Trusted Reviews und die BBC gearbeitet hat, hat sich seine Begeisterung über die Steam Machines und das Betriebssystem SteamOS von Valve stark abgekühlt. Überall seien Probleme mit dem gesamten Konzept und die Anzeichen für einen riesigen Flop zu sehen. Das PC-Gaming müsse nicht gerettet werden, denn Steam habe auch so schon 75 Millionen Nutzer, deutlich mehr, als Playstation 4 oder Xbox One vorweisen könnten, und PC-Spiele seien günstiger. »Kurz gesagt, wer auch dem PC spielen will, tut das bereits«, so Kelly.

SteamOS sei ein »verstümmeltes« Linux, dem Treiber für ältere Hardware fehlen und auf dem nur 25 Prozent aller Steam-Spiele laufen. Sicher könne sich das mit der Zeit ändern, aber warum sollte die Nachfrage nach einem Betriebssystem steigen, wenn es weniger könne als eine Xbox 360 und neue PCs mit SteamOS zwischen 499 und 6.000 US-Dollar kosten. Niemand könne sagen, zu was diese vielen verschiedenen Konfigurationen in der Lage seien, ob man sich ein veraltetes System kauft oder wie lange es aktuell bleibe. Eine Playstation 4 oder eine Xbox One im gleichen Preisbereich blieben aber fast für ein Jahrzehnt aktuell. Auch wenn Steam Machines upgradefähig seien, gäbe es keinen Standard, an dem Kunden erkennen würden, was Sinn mache. Zudem sei das ein Ausweg für Entwickler, einfach die Anforderungen hochzusetzen, statt ihre Spiele zu optimieren.

Auch Spiele würden nicht alle bei Steam erscheinen und damit wären Steam Machines bei vielen Titeln außen vor. Dual-Boot mit Windows würde wiederum das ganze Konzept in Frage stellen. Es mache wenig Sinn, sich einen »Spiele-Maschine« zu kaufen, die auf weniger Spiele Zugriff habe als ein Standard-PC oder Mac. Zu guter Letzt hätten Spieler auch mit dem hochgelobten Steam Controller gegen Spieler mit Maus und Tastatur keine Chance, was laut Kelly entweder zu einer Trennung der Spielergruppen oder zu Frust führen wird. Selbst wenn all diese Probleme nicht wären, stelle sich die Frage, wo der Vorteil gegenüber Steam auf Mac, Windows oder Linux mit dem DirectX-Wrapper WINE liege und wer eigentlich das Zielpublikum sei.

Hardcore-Gamer würden nicht auf Upgrades, wichtige Spiele und ihre bevorzugte Steuerung verzichten. Casual Gamer würden keine 499 US-Dollar oder mehr für ein vielleicht veraltetes Gerät ausgeben, das nur durch Bastelarbeiten aktualisiert werden kann. Gabe Newell habe mit seiner Plattform und Hardware jeden ansprechen wollen, dabei aber nichts geschaffen, was irgendjemanden im Speziellen anspreche.

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