SteelSeries Scope Pro Gaming Eyewear - Schneebrille für PC-Spieler

Snowboarder kennen sie, Rennfahrer auch – Brillen, die bessere Sicht gewähren. Mit der Steelseries Scope sollen nun auch Spieler Adleraugen bekommen. Ob´s stimmt? Wir testen für Sie.

von Michael Löprich,
06.12.2010 11:00 Uhr

Mit der 100 Euro teuren SteelSeries Scope Pro Gaming Eyewear will der Eingabegeräte-Spezialist Steelseries eSport-Freunden und Vielspielern einen taktischen Vorteil bieten. Die besonders beschichteten Gläser sollen wie schon bei Spezial-Brillen im Motorsport den Kontrast erhöhen und so Objekte leichter erkennbar machen. Das Konzept ist nicht neu und wird außer im Motorsport auch bei Skibrillen eingesetzt. So erkennt der Ski-Fahrer bei speziellen Brillen Unebenheiten der Piste aufgrund des höheren Kontrasts der Gläser wesentlich einfacher und kann besser darauf reagieren. Zudem dämpft die gelbe Farbe allzu harte Kontraste von Schwarz auf Weiß, so dass zugleich die Augen geschont werden. Das funktioniert beim Skifahren prima, aber auch beim Spielen? Wir haben den Test gemacht und uns eine Nacht mit Need for Speed: Hot Pursuit und dem Multiplayer von Call of Duty: Black Ops um die Ohren gehauen.

Der Tragekomfort der 100 Euro teuren Spielerbrille geht in Ordnung.Der Tragekomfort der 100 Euro teuren Spielerbrille geht in Ordnung.

Die SteelSeries Scope verändert aufgrund ihrer gelben Gläser die wahrgenommenen Farben deutlich. Alles Helle bekommt einen strengen Gelbton, an den sich unsere Augen auch auf Dauer nicht gewöhnt haben. Vor allem beim ersten Aufsetzen waren wir stark irritiert, da sich die gewohnte Farbumgebung unseres Testbildschirms durch die Brille auf der Farbskala weit in Richtung gelb verschiebt und somit sämtliche Farben verfälscht. Desweiteren sind die Gläser der Brille geschliffen, was den Bildschirm minimal näher wirken lässt, aber das Einschätzen von Entfernungen anfangs deutlich schwieriger macht als ohne Brille. Besonders in Rennspielen wie etwa Need for Speed: Hot Pursuit trat dieser Effekt auf - häufigere Kollisionen mit der Leitplanke oder dem Gegenverkehr waren die Folge.

Auch beim sehr hohen Spieltempo des Multiplayers von Call of Duty Black Ops konnte uns die SteelSeries Scope nicht überzeugen: Gegner sind mit Brille nicht besser zu orten und auch nicht schneller zu erkennen. Einzig der störende Gelbfilter ist weiterhin omnipräsent, wodurch wir das Gefühl hatten, permanent durch einen Sandsturm zu laufen. Von der beworbenen Möglichkeit, im Spiel besser sehen zu können, bleibt also wenig übrig.

Für Vielschreiber am PC eignet sich die SteelSeries Scope Pro Gaming Eyewear-Brille hingegen gut, um die Augen auf Dauer vor Ermüdung zu schützen. So liest es sich mit Brille tatsächlich entspannter, da der starke Kontrast von schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund etwas abgeschwächt wird und gleichzeitig die Buchstaben durch den Schliff der Gläser minimal vergrößert werden.

Für Spieler hingegen eignet sich die SteelSeries Scope kaum. Farbverfälschungen trüben die Atmosphäre jedes Spiels. Es macht schlichtweg keinen Spaß, mit 300 Sachen durch eine gelbe Landschaft zu brettern und einen gelb-grünen Himmel über sich zu haben, während man gelb-graue Gegner bekämpft.

Wir verzichten auf eine Wertung, weil dieses Produkt nicht in unser bestehendes Wertungssystem passt und ein wahrer Außenseiter auf dem Markt ist. Eine Empfehlung geben wir Ihnen aber dennoch mit auf den Weg: Investieren Sie lieber etwas mehr Geld in einen Bildschirm, der von sich aus starke Kontrastwerte und obendrein eine natürliche Farbwiedergabe hat.

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