Stephen Hawking - Warnt vor KI, wäre gerne James-Bond-Bösewicht

Der bekannte Wissenschaftler Stephen Hawking kann nun mit einem neuen System schneller schreiben und kommunizieren.

von Georg Wieselsberger,
04.12.2014 12:41 Uhr

Stephen Hawking kann nun dank Intel und Swiftkey wieder einfacher kommunizieren. (Bildquelle: Intel)Stephen Hawking kann nun dank Intel und Swiftkey wieder einfacher kommunizieren. (Bildquelle: Intel)

Update: Stephen Hawking ist zwar selbst auf eine rudimentäre Künstliche Intelligenz in seiner neuen Tastatur-Software angewiesen, die anhand seiner bisherigen Eingaben Vorschläge macht, doch auch der Wissenschaftler fürchtet sich vor der weiteren Entwicklung. Auch wenn sich die aktuellen »primitiven« KIs als sehr nützlich erweisen, warnt er vor hochentwickelten Versionen, die sich selbst anpassen können.

Eine solche KI wäre unkontrollierbar und würde sich mit ständig zunehmender Geschwindigkeit selbst neu entwickeln. »Menschen, die durch langsame biologische Evolution eingeschränkt sind, könnten nicht mehr konkurrieren und würden überflüssig«, so Hawking gegenüber der BBC. Damit sieht auch Hawking die weitere KI-Entwicklung als mögliche Bedrohung für die Menschheit an, ähnlich wie auch Elon Musk, der CEO von Space X und Tesla Motors. Allerdings sind nicht alle Experten dieser Meinung, außerdem sei die Entwicklung wohl noch Jahrzehnte von einer solchen KI entfernt, so der Bericht.

Hawking macht sich aber nicht nur düstere Gedanken, sondern beweist in einem Interview mit The Telegraph auch Humor. Die Tatsache, dass er im Rollstuhl sitze und mit einer computergenerierten Stimme spreche, mache ihn zu einem idealen Bösewicht in einem James-Bond-Film. Immerhin war Hawking schon mehrmals als er selbst bei Auftritten zu sehen, sei es in Star Trek Next Generation als Pokerspieler neben Albert Einstein, Isaac Newton und Data, als Cameo in Die Simsons oder sogar als Überraschungsgast bei den »Monty Python Live mostly)«-Shows im Juli 2014 in London.

Originalmeldung: Der theoretische Physiker Stephen Hawking kann seit Jahrzehnten nur noch mit Hilfe eines Computers kommunizieren, da er an juveniler amyotrophischer Lateralsklerose leidet. Nachdem er früher noch einen Finger bewegen konnte, hatte es Fortschreiten der Krankheit immer schwerer gemacht, das System zu bedienen, das seit rund 20 Jahren kaum verändert wurde. In den letzten drei Jahren haben Intel und Hawking nun daran gearbeitet, das Kommunikationssystem mit Upgrades zu verbessern.

»Es fiel mir sehr schwer, effektiv zu kommunizieren und die Dinge zu tun, die ich liebe. Mit den Verbesserungen kann ich nun viel schneller schreiben und ich kann weiter Vorträge halten, wissenschaftliche Arbeiten und Bücher schreiben und einfacher mit Freunden und Familie sprechen. Das neue System verändert mein Leben und ich hoffe, es wird mir die nächsten 20 Jahre gute Dienste leisten«, so der immerhin schon 72 Jahre alte Wissenschaftler. Intel hatte die Arbeitsweise von Hawking genau analysiert und sogar einen speziellen Dateimanager geschrieben, mit dem er einfacher Dokumente öffnen und darin nach Informationen suchen kann.

In Zusammenarbeit mit Swiftkey wurde auch die Bildschirmtastatur verbessert. Die Datenbank-Wortvorhersage wurde anhand seiner vorhandenen Bücher und Schriften erstellt, berücksichtigt aber auch Wörter im aktuell bearbeiteten Dokument und ist so viel effizienter als zuvor. Nicht verändert wurde allerdings die Stimme für die Sprachausgabe, die Hawking unbedingt behalten wollte und die zu seinem Markenzeichen geworden ist. Bis auf die Software, die von Swiftkey stammt und deren kommerziellen Produkten entspricht, sollen die verwendeten Programme nächstes Jahr auch als Open-Source bereitgestellt werden. Intel will bis dahin aber ein ähnliches Textvorhersage-System einbauen.


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