Studie zur Internetgeschwindigkeit - Vertraglich zugesicherte Maximalgeschwindigkeit wird selten erreicht

Nur 12 Prozent der deutschen Internetnutzer erreichen laut einer neuen Studie die Maximalgeschwindigkeit, die ihnen ihr Provider vertraglich verspricht. Vor allem Nutzer langsamer Leitungen leiden darunter besonders.

von Dennis Ziesecke,
29.03.2017 15:45 Uhr

Deutsche Internetprovider schummeln offenbar weiterhin bei den erreichbaren Maximalgeschwindigkeiten ihrer Anschlüsse. (Foto: escapechen/pixelio.de) 16:9Deutsche Internetprovider schummeln offenbar weiterhin bei den erreichbaren Maximalgeschwindigkeiten ihrer Anschlüsse. (Foto: escapechen/pixelio.de) 16:9

Die bunten Prospekte der Internetprovider versprechen oft sensationelle Geschwindigkeiten - was davon im Alltag tatsächlich beim Nutzer ankommt, scheint allerdings auf einem ganz anderen Blatt zu stehen. Eine Studie der Bundesnetzagentur mit Messungen von rund 160.000 Festnetz- und Mobilfunkanschlüssen kommt zu dem Schluss, dass die Anbieter ihre Versprechen nur eher selten einhalten.

So erreichen in der Studie nur rund 12 Prozent der Festnetznetzanschlüsse die per Vertrag zugesicherten maximalen Übertragungswerte, bei Mobilfunkanschlüssen sind es sogar nur fünf Prozent. Dabei leiden die Nutzer schneller Leitungen weniger stark unter den Diskrepanzen zwischen Werbung und Wahrheit als die Nutzer schwächerer Leitungen mit Geschwindigkeiten zwischen acht und 18 Mbit pro Sekunde. Anschlüsse mit Geschwindigkeiten zwischen 200 und 500 Mbit pro Sekunde erreichen ihre Höchstgeschwindigkeit den Messungen zufolge deutlich öfter. Hier gibt es indes öfter Probleme zu bestimmten Tageszeiten - wenn bei geteilten Medien wie beim Kabelanschluss Engpässe entstehen.

Provider werben seit Jahren mit zu hohen Geschwindigkeiten

Für die Studie wurde bei 106.000 Festnetzanschlüssen und knapp 54.000 Mobilfunkanschlüssen zwischen September 2015 und September 2016 gemessen. Diese Messungen wurden allerdings von den jeweiligen Kunden selbst und aus eigenem Antrieb vorgenommen, die Studie ist daher nicht repräsentativ. Die Messergebnisse sind auf einer Karte einsehbar, dort können auch eigene Messungen vorgenommen werden. Dabei wird vor der Messung unter anderem darauf hingewiesen, dass parallel am gleichen Anschluss genutzte Geräte die Werte beeinflussen können und dass die Messung am besten per LAN-Verbindung vorgenommen werden sollte.

Bereits in den Jahren 2012 und 2013 gab es entsprechende Studien - Vergleiche ergeben, dass die Provider seitdem keine spürbaren Verbesserungen bei den Geschwindigkeitsangaben erreicht haben. Die Bundesnetzagentur erwägt daher in Zukunft Verfahren gegen einzelne Unternehmen. Bei zu offensichtlichen Diskrepanzen zwischen beworbener und erreichter Geschwindigkeit sollten sich Nutzer daher an die Bundesnetzagentur und ihren Provider wenden.

Wie sieht es bei der Gamestar-Community aus - ist die Leitung tatsächlich so schnell wie versprochen?

Quelle: Bundesnetzagentur, breitbandmessung.de


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