Swatting - Streamer nach Anruf schwer verletzt, Briten drohen 20 Jahre Haft

Zwei junge Männer wurden wegen sogenanntem »Swatting« angeklagt, einer davon ist der erste Brite in dieser Situation. Ihre Falschmeldung hatte dazu geführt, dass ein Dritter im Rahmen der Aktion angeschossen wurde.

von Elena Schulz,
12.04.2017 09:48 Uhr

Swatting ist eine Straftat. Einem jungen Briten drohen nach einer Aktion mit schwerwiegenden Verletzungen nun bis zu 20 Jahre Haft.Swatting ist eine Straftat. Einem jungen Briten drohen nach einer Aktion mit schwerwiegenden Verletzungen nun bis zu 20 Jahre Haft.

Ein 21-jähriger Engländer aus Coventry wurde als erster Mensch in Großbritannien für Swatting angeklagt. Ebenso wie einen zweiten beteiligten Täter drohen ihm nun bis zu 20 Jahre Gefängnis für die Tat. Die Aktion hatte dazu geführt, dass US-Einsatzkräfte Schüsse auf den 20-Jährigen Amerikaner Tyran Dobbs abfeuerten.

Dobbs wurde im Gesicht und an der Brust von Gummigeschossen getroffen, was zu einem Schädelbruch und einer gequetschten Lunge führte. Der Angeklagte hatte zuvor gegenüber Sicherheitskräften behauptet, Dobbs wäre mit einer Pistole und Sprengstoff ausgerüstet und würde drei Menschen töten, wenn er nicht 15.000 Dollar bekommen würde.

Später erklärte der Beschuldigte, er sei von einem amerikanischen Spieler-Kollegen dazu angestiftet worden. Auch ihm drohen nun 20 Jahre Gefängnis in diesem Zusammenhang. Das Opfer Dobbs zeigt sich zusätzlich empört über das Einsatzkommando, die auf ihn geschossen hätten, obwohl seine Familie bereits versucht hatte, sie verbal aufzuhalten, in dem sie erklärten, dass Dobbs im Bett liegen und schlafen würde.

Swatting ist seit ein paar Jahren ein hässlicher Trend in der Streaming-Welt: Spieler rufen SWAT-Teams und Polizeieinheiten zu anderen Streamern und behaupten, sie seien bewaffnet oder gefährlich. Das führt dann dazu, dass der Stream des Opfers live on Air von den Einsatzktäften unterbrochen wird, kann im schlimmsten Fall aber ernste Verletzungen oder sogar Tote zur Folge haben. Nicht zu unterschätzen ist auch die Möglichkeit, dass durch den Falschalarm die Sonderkommandos einen anderen, »echten« Notfall nicht wahrnehmen können und in wichtigen Notsituationen Ressourcen fehlen.

Erster deutscher Täter: Mehr als drei Jahre Haft für Swatting


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