The Pimps - Browserspiel des Tages - Ego-Trip für heiß gelaufene Gangster-Gemüter

Jeden zweiten Wochentag um 17:00 Uhr stellen wir Ihnen Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dieses Mal nehmen wir das Actionspiel The Pimps unter die Lupe.

von Gerald Meyer,
03.11.2008 17:00 Uhr

Jeden zweiten Wochentag um 17:00 Uhr stellen wir Ihnen Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dabei handelt es sich um bekannte und weniger bekannte, gute und weniger gute Browserspiele. Dieses Mal dreht sich alles um das Actionspiel The Pimps.

The Pimps – ein Browsergame, das bewusst mit dem bewährten GTA-Faktor hausieren geht und spielerisch eine Abwandlung und Weiterführung des Browsergame-Hits The Mafia darstellt. Zielpublikum sind alle Nachwuchs-OG’s oder solche, die sich dafür halten.

Fette Cars, Bars, Stripes & dicke Luft

Ansehen steht neben „Boss sein“ im Vordergrund von The Pimps. Denn schließlich will man ja nicht irgendwer sein, sondern cool, ein Draufgänger, einer der’s drauf hat. Dass hierbei die Mittel und Methoden gerne variieren und sich jenseits aller Legalität bewegen, zeigt sich bei unserem Alter Ego. Denn der hat keinen Bock auf ehrliche Arbeit. Sie finden ihn unter User - da steht die Schwabbelbacke dann auch schon, allerdings nackt. Um dem armen Kerl was Ordentliches zum Anziehen zu kaufen, gehen Sie auf den Marktplatz und suchen sich erst mal einen Fummel aus. Waffen, Autos und der ganze Schnickschnack können für den „Real Motherfucker“ noch warten – denn noch sind Sie ein Niemand. Interessant sind später die Auktionen, da hier Waren für Spielgeld angeboten werden, die eigentlich für den Premiumaccount vorbehalten gewesen sind – somit kommen auch Nicht-Premium-User beim kontinuierlichen „Pimpen“ in den vollen Spielgenuss.

Gegebenenfalls sollten Sie auch schon erste Skillpunkte erhalten haben, die Sie auf zehn verschiedene (Waffen-) Fähigkeiten verteilen können. Auch den Unterschlupf können Sie erst einmal vernachlässigen; Sie sollten sich gleich von Anfang an auf Ihre täglichen Geschäfte konzentrieren. Denn die haben es in sich.

Pimp my Wife

Das Business beginnt bei den Bordellen. Es gibt – wie bei den Clubs, Crackhouses und Weedfarms – drei Ausbaustufen, die dementsprechend zu Buche schlagen, aber auch mehr Einnahmen versprechen. Im Bordell lassen Sie Hooker für sich arbeiten; achten Sie jedoch darauf, diese regelmäßig zu ersetzen bzw. teurere hinzuzukaufen, da diese mehr Einnahmen bringen. In den Clubs verdienen Sie Geld über eingekaufte Song-Tracks, die einzigartig und pro Distrikt begrenzt sind. In den Crackhouses wird Koks produziert bzw. verschnitten. Pures Koks erhalten Sie, wenn Sie beim Columbianer „Pure“ einkaufen und es Ihrem Laboratorium zuführen. Aus dem puren Koks wird dann noch einmal der Verschnitt im Verhältnis 1:3 hergestellt, bevor es in den Verkauf geht – macht einen Durchschnittsverdienst von 200 Dollar je „Pure“. Außerdem sollten Sie bei beginnender Produktion immer ein Auge auf das Lager werfen, da bei Überfüllung die Produktion gestoppt wird – also bauen Sie Ihr Lager vorsorglich schon einmal großflächig aus. Denn es ist ein wichtiger Knotenpunkt, an dem alle Fäden zusammenlaufen: alles, was auch nur im Entferntesten mit Drogen zu tun hat, findet hier seine Entsprechung.

Um die Drogen zu verkaufen, heuern Sie Pusher an, die sich aus Ihrem Lager bedienen – jeder von Ihnen verkauft allerdings nur eine bestimmte Art von Droge und davon auch nur eine zugewiesene Menge. Jeder Pusher kostet Ihr Geld – Sie sollten also zusehen, dass die Lager immer gefüllt sind. Ähnlich sieht es mit der Produktion in den Weedfarms aus – je mehr Gras sie anbauen, um so zufriedener sind die Homies. Bekommen die aber kein Gras mehr, stagnieren die Angriffschancen auf andere Spieler. Sollte Ihnen das alles zu mühselig sein, können Sie auch direkt beim Columbianer den fertigen Stoff einkaufen – allerdings geht dadurch eine Menge Profit verloren.

Check this out, Motherfucker!

Spätestens nach den ersten erfolgreichen Geschäften ist es ratsam, sich gegen feindliche „Fürsorge“ zu wappnen. D. h., Homies anheuern ist ein Muss. Homies sind von Haus aus bewaffnet, brauchen also nicht extra bestückt werden; ihre Ausrüstung ist beständig und kann nicht geändert werden. Wie schon angesprochen, brauchen sie Drogen en masse – sollten sie nicht versorgt werden, hauen Sie einfach ab. Ähnlich sieht es nach einem verlorenen Kampf aus – sie haben schließlich keinen Bock, einem Loser zu dienen. Doch außer dem Einnehmen neuer Distrikte gehen sie auch spionieren oder bei feindlichen OG’s Drogen klauen. Außerdem sollten Sie spätestens ab diesem Punkt mit dem Ausbau Ihres Unterschlupfes beginnen, indem Sie ihn von verschiedenen Wachhunden bewachen lassen, Homies anstiften etc.
Natürlich können Sie auch Spieler direkt angreifen. Das funktioniert über die Option „Fight of Honor“ oder über einen direkten Spielerangriff aus der Liste. Fight of Honor verpflichtet zu einer Kampfannahme des Kontrahenten, sofern Sie online sind, da Sie ansonsten als Feigling dastehen. Doch nicht nur das: Sie verlieren auch satte 5 % Ihrer Pimp(er)-Punkte bei Absage. Da die Gegner allerdings immer gleichwertig ausgestattet sind, ist die Chance Fifty-fifty. Neben den üblichen Clan-Eintritts-Modalitäten (10.000 $ bei Eintritt oder 300.000 $ für eigene Gründung) bietet das Spiel allerdings noch Assistenten wie den „Spion“ oder die „Rechte Hand“, die das Spiel teilweise automatisieren – allerdings zu einem nicht zu unterschätzenden Grundpreis pro Tag.

Fazit: The Pimps ist der reinste Ego-Trip für alle heiß gelaufenen Gangster-Gemüter, die sich mal wirklich groß hervortun wollen – spielerisch, versteht sich. Dennoch wird mit jedem Klick klischeebehafteter, anglo-amerikanischer Machismo beworben. Denn das Spiel hat eines gewollt und ist es geworden: „Tequila-cool“. Für jene, die im wahren Leben nicht ganz so fit sind, wie sie es gerne wären. Oder so ähnlich.

Name:

The Pimps

Website:

Sprache:

Deutsch

Genre:

Action

Präsentation:

++++

Zugänglichkeit:

+++

Spielspaß:

++++

Downloadclient:

nein

Premium:

ja

Zeitaufwand:

hoch

Lästerfaktor:

+++

Alle bisher getesteten Browserspiele finden Sie in der Übersicht.

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon . Meyer war Gründer des "G. Meyer Taschenbuch Verlag", in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


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