The West - Browserspiel des Tages - Im Westen nichts Neues

The West ist gleich -> Rangers Land die Zweite? Auch wenn der erste Eindruck täuscht – wer hier bei wem abgekupfert hat oder wie InnosGames und die Sealmedia GmbH miteinander verbandelt sind, erschließt sich dem Spieler zumindest nicht auf den ersten Blick. Fest steht jedoch: The West und -> Rangers Land haben in der Gestaltung zu viel gemeinsam, um nicht von ein und demselben Entwicklerteam zu stammen.

von Gerald Meyer,
17.10.2008 17:00 Uhr

Jeden zweiten Wochentag um 17:00 Uhr stellen wir Ihnen Browserspiele vor, die sich auf dem deutschen Markt etabliert haben. Dabei handelt es sich um bekannte und weniger bekannte, gute und weniger gute Browserspiele.

The West ist gleich Rangers Land die Zweite? Auch wenn der erste Eindruck täuscht – wer hier bei wem abgekupfert hat oder wie InnosGames und die Sealmedia GmbH miteinander verbandelt sind, erschließt sich dem Spieler zumindest nicht auf den ersten Blick. Fest steht jedoch: The West und Rangers Land haben in der Gestaltung zu viel gemeinsam, um nicht von ein und demselben Entwicklerteam zu stammen.

Abgestaubt

Das fängt bei der Saloonaufteilung mit dem untrüglichen Jack-Daniels-Motiv an und geht bis hin zum auffällig ähnlichen grafischen Grunddesign. Die Navigation wirkt hingegen nicht mehr so überladen, auch wenn alle wesentlichen Grundzüge von Rangers Land - bspw. die Duellpositionen - beibehalten wurden. Allerdings setzt The West mehr auf „Rollenspielelemente“, in der das Verteilen von zwanzig Fertigkeitspunkten (z. B. Schwimmen, Verstecken, Auftreten) neben der Vergabe von vier genreüblichen Hauptattributen - Stärke, Geschicklichkeit, Beweglichkeit, Charisma - auf der Tagesordnung stehen.

Bei der Vergabe dieser Grundattribute werden mehrere Charaktereigenschaften automatisch aufgelevelt, während die Fertigkeitspunkte auch einzeln zu vergeben sind. Das Inventar ist in klassischer RPG-Ansicht angeordnet, bleibt aber dennoch sehr übersichtlich. Quests holen Sie sich ebenfalls wie in -> Rangers Land im Saloon ab, wo beim Wirt ein ausführliches Tutorial gestartet wird.

Hier komme ich zum ersten wirklichen Knackpunkt der Geschichte: die Skriptabfragen bzw. -auflösungen erfolgen nicht unbedingt zum Nutzen der Spieler. Ist eine Tutorialaufgabe abgearbeitet, wird diese zumeist als noch unerledigt angesehen. Da hilft nur ein Auffrischen/Neustart. Dies kam u. a. bei der Mission vor, in der eine Forelle geangelt werden musste, die der Wirt schmackhaft zubereiten wollte. Vorher war allerdings das Verteilen von 3 Fertigkeitspunkten auf die Aktion „Schwimmen“ vonnöten (warum auch immer), die das System leider geschluckt hat und die nach dem Bestätigen nicht gutgeschrieben wurden. Was ärgerlich ist, denn um an Fertigkeitspunkte zu gelangen, geht schon mal die eine oder andere Stunde Arbeit drauf, sofern Sie Ihren Aktionsradius nicht nur auf ein kleines Fleckchen Erde beschränken, denn Wegezeiten müssen zu den normalen Arbeitszeiten dazu gerechnet werden. Bei der Baumwollpflückerei – ebenfalls ein Tutorial-Quest – gelang es selbst nach einem halben Dutzend Anläufen nicht, die Aufgabe zur Zufriedenheit des Barbesitzers zu erfüllen. Entweder liegt das – wie angedeutet - an der unsauberen Skriptauswertung, oder der Held hat tatsächlich einen schlechten Random-Tag erwischt.

So ein Gouverneur hat’s schwör

Ihr eigentliches Ziel wird es sein, eine eigene Stadt aufzubauen. Schaut man sich allerdings die Minimap an, sind diese Städte bisher noch zu weit in der Prärie verstreut; von Ballungszentren kann noch keine Rede sein. Die Premium-Version, die alle vierzehn Tage erneuert werden muss, verspricht u. a. eine bessere Automatisierung und bessere Verdienstmöglichkeiten; leider wurde nicht an der Stellschraube des Zeitfaktors gedreht. Neben einer Berichtausgabe pro erfüllter oder nicht erfüllter Aufgabe ist vielleicht noch die Telegramm-Funktion zu erwähnen, in der man ganz altmodisch Nachrichten verschickt, statt sie in den Chat zu quatschen.

Fazit: The West erfüllt leider nicht die Hoffnungen dieses episch angelegten Titels, sondern schummelt sich irgendwie so durch, auch wenn das Konzept an und für sich stimmig ist. Größtes Problem sind jedoch die nervigen Bugs, die einen die gestellten Aufgaben auch nach mehreren Anläufen nicht zu Ende bringen lassen. Da möchte man doch glatt „The Wild Bunch“ zur ganz persönlichen Abrechnung vorbeischicken.

Name:

The West

Website:

Sprache:

deutsch

Genre:

Action

Gesamtpräsentation:

++++

Zugänglichkeit

++++

Spielspaß:

+++

Downloadclient:

nein

Premium:

ja

Zeitaufwand:

niedrig bis hoch

Lästerfaktor:

+++

Alle bisher getesteten Browserspiele finden Sie in der Übersicht.

Gerald Meyer, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Autor; zuletzt erschien von ihm Das Abandonware-Lexikon . Meyer war Gründer des "G. Meyer Taschenbuch Verlag", in dem insgesamt 52 Titel erschienen sind, u. a. Klassiker-Neubearbeitungen, vorwiegend jedoch Newcomer aus dem Underground. Er ist Mitglied im Komitee des Kurd-Laßwitz-Preises. Website: www.geraldmeyer.de


Kommentare

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

wird geladen ...

ALLE NEWS, VIDEOS UND SPIELE

Zur Themenseite Viel Spaß auf der Gamescom wünschen