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The Evil Within - Interview - Shinji Mikami : »Die Menschen sind härter als früher.«

Der Erfinder von Resident Evil, Shinji Mikami, spricht im Interview über seine Arbeit an The Evil Within und wie sich die Erwartungen und Belastbarkeit der Horror-Fans über die Jahre geändert hat.

von Sebastian Stange, Ann-Kathrin Kuhls,
12.10.2014 12:00 Uhr

Er gehört zu den Veteranen der japanischen Spieleindustrie, er schuf Klassiker wie Resident Evil, Dino Crisis, God Hand und Vanquish, und er wird einfach nicht müde. Shinji Mikami hat soeben sein nächstes Gruselabenteuer The Evil Within vollendet. Wenn man ihn geradeheraus fragt: »Was macht dir Angst?«, antwortet er »Meine Frau!« und grinst. Wir haben mit ihm über das Horrorgenre im Allgemeinen und seine Arbeit im Speziellen geplaudert.

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The Evil Within - Trailer: Feinde, Fallen und Selbstbau-Waffen 3:23 The Evil Within - Trailer: Feinde, Fallen und Selbstbau-Waffen

GameStar: Welcher Film, welche Serie oder welches Videospiel hat dir in letzter Zeit am meisten Angst gemacht?

Shinji Mikami: Das war auf jeden Fall die TV-Serie The Walking Dead. Das Fiese daran sind nicht die Zombies selbst, sondern die Art, wie Leute in Extremsituationen reagieren. Menschen sind unter dem Einfluss einer Gruppe in der Lage, ganz schreckliche Dinge zu tun. Ansonsten hat mich in letzter Zeit wenig erschreckt. Vielleicht bin ich, was das angeht, einfach abgestumpft.

Der 49-jährige Shinji Mikami hatte 1990 seinen Erstkontakt mit Videospielen, als er für Capcom bei der Programmierung eines Quizspiels half. Seitdem ist er der Branche treu.Der 49-jährige Shinji Mikami hatte 1990 seinen Erstkontakt mit Videospielen, als er für Capcom bei der Programmierung eines Quizspiels half. Seitdem ist er der Branche treu.

Gruselst du dich gern, oder ist das für dich mehr Arbeit als Spaß?

Aufgrund meiner Arbeit fällt es mir sehr schwer, mich »einfach so« zu gruseln. Ich erschrecke mich auch nicht mehr so leicht wie früher. Je mehr Horrorfilme man sieht, desto mehr gewöhnt man sich an die unterschwellige Spannung. Und irgendwann merkt man dann eben, wenn sich ein Schreckmoment anbahnt. Wenn ich bereits weiß, wann etwas kommt, ist es natürlich deutlich weniger gruslig. Aber sogar Menschen, die so ziemlich jeden Horrorfilm gesehen haben, können noch erschreckt werden. Und das ist etwas, was wir mit unserem Spiel The Evil Within erreichen wollen.

Es gibt ja ein riesiges Spektrum an Unterkategorien im Horrorgenre. Vom Ekel-Horror bis zum spannenden Psychothriller ist so gut wie alles vertreten. Welche Art Horror gefällt dir am besten?

Ich mag so ziemlich jede Art von Horror, doch ich schaue schon lange keinen Ekel-Horror mehr, zumindest nicht wegen des Ekels an sich. Gleichzeitig will ich aber auch keinen Film sehen, bei dem ich nach zehn Minuten einschlafe, weil einfach nichts passiert. Auf der anderen Seite ist ein Spiel, bei dem man ununterbrochen um sein Leben rennen muss, ebenfalls nicht ganz mein Ding. Guter Horror hat von allem etwas. Es ist mir sehr wichtig, die Balance zwischen intensiven Momenten, Schockmomenten und zeitweiliger Entspannung zu halten. Für The Evil Within haben wir viele unterschiedliche Varianten des Gruselns eingesetzt. Im Kern geht es allerdings stets darum, die Balance zwischen Spannung und Entspannung zu halten. Man könnte auch von einer Art Horror-Entertainment sprechen.

Man sagt, du hättest das erste Resident Evil als Reaktion auf den Horrorfilm Zombie entwickelt, weil dich der bitter enttäuscht hat. Sind Filme immer noch eine Inspirationsquelle für deine Arbeit?

Einer der Grundpfeiler von Wirkung und Wahrnehmung von Spielen ist natürlich das Visuelle. Deswegen werden Filme immer einen größeren Einfluss auf Spiele haben als zum Beispiel Romane. Wirklich gute Filme inspirieren mich noch heute. Für The Evil Within war es zum Beispiel der Thriller Shutter Island.


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