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Theoretisch betrachtet: Future Unfolding - Das spielbare Gemälde

Wann hören Spiele auf, Spiele zu sein, und sind nur noch reine Kunstform ohne wirkliche Mechaniken? Reicht bloße Interaktion, um aus digitalen Bildern ein Spiel zu machen? Das Top-Down Adventure Future Unfolding geht diesen Fragen mit einer beherzten Leichtigkeit nach und schickt den Spieler auf eine fantastische Reise durch dynamisch kryptische Welten.

von Maximilian Schulz,
29.11.2017 08:00 Uhr

Reicht Schönheit alleine für ein gutes Spiel? Oder steckt in Future Unfolding doch noch mehr?Reicht Schönheit alleine für ein gutes Spiel? Oder steckt in Future Unfolding doch noch mehr?

Es gibt Dinge, die malen von ganz alleine ein Tweetjacket mit aufgenähten Ärmelschonern vor unser inneres Auge. Zum Beispiel Zitate, die sich so wundersam um sich selbst winden wie dieses: »Zwar können wir durchaus sagen, dass für unterschiedliche Videospiele unterschiedliche ästhetische Aspekte von Relevanz sind, aber wir sollten nicht sagen, dass es Videospiele gibt, für die ästhetische Aspekte gar nicht von Relevanz sind.«

Aha. Gut, dass wir drüber gesprochen haben. Vereinfacht könnte man sagen, dass Videospiele nicht technisch topmodern aussehen müssen, aber dennoch ansprechend - egal, ob es um die dichten Dschungellandschaften von Crysis geht, die ikonischen Pixelinvasoren von Space Invaders oder die kultigen ASCII-Zeichenwelten von Dwarf Fortress.

Diese Pyramiden gehören zu einem größeren Puzzle, das es zu erkunden gilt.Diese Pyramiden gehören zu einem größeren Puzzle, das es zu erkunden gilt.

So formvollendet wie oben kann das jedoch nur ein Philosoph ausdrücken. Genauer gesagt Daniel Martin Feige, der Ästhetik und Philosophie an der Staatlichen Akademie für Künste in Stuttgart lehrt. Unrecht hat er nicht, sein Ästhetik-Zitat ist sogar wie ein Augenöffner, wenn wir uns mit Spielen wie Future Unfolding befassen.

Denn das Berliner Studio Spaces of Play hat ein interaktives Ölgemälde entworfen, das mit satten Farben und sanfter Pinselführung eine fantastische Welt auf den Bildschirm zaubert, die nur darauf wartet, erkundet zu werden. Ziellos, versteht sich, denn es gibt keine Einweisung, keine Story, keine Benutzeroberfläche. Future Unfolding bietet mir auf den ersten Blick nur seine Art der Ästhetik an: malerische Schönheit. Aber … reicht das für ein Spiel?

Maximilian Schulz (27) studiert Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation in Berlin. Der Kurs »Bildende Kunst« war nicht gerade sein Steckenpferd, dafür war er in »Darstellendes Spiel« wirklich gut. Vielleicht erklärt das auch, weswegen Max jetzt Beischreibungen für Spiele entwickelt, anstatt zu beschreiben, wie man Spiele entwickeln könnte. In jedem Fall ist er von den vielen neuen Möglichkeiten der Videospiele in den letzten paar Jahren hellauf begeistert.

Theoretisch betrachtet
In seiner Serie "Theoretisch betrachtet" widmet sich Max vermeintlich kleinen Spielen, die erzählerisch oder atmosphärisch andere Wege gehen. Hier die vorigen Serienteile:
No Thing - Diesem Drecksspiel zeigen wir's!
Narcosis - Die nasse Hölle
The Signal from Tölva - Fantastische Open World
The Magic Circle - Die Rache der Betatester
Maize - Mindfuck im Maisfeld
Beholder - In den Klauen des Stasi-Hausmeisters
Diaries of a Spaceport Janitor - Der Müll der anderen
Elegy for a Dead World - Die interstellare Klagemauer
Event[0] - Kann eine KI hassen?
Quadrilateral Cowboy - Das ultimative Hacker-Spiel
Asemblance - Und täglich grüßt das Merkesdir

Immer wieder treffen wir auf diese pelzigen Wesen, die in gleißenden Energiekugeln aufgehen, durch die wir reisen können.Immer wieder treffen wir auf diese pelzigen Wesen, die in gleißenden Energiekugeln aufgehen, durch die wir reisen können.