THQ - Geschäftszahlen - Spielehersteller deutlich im Minus

Harte Zeiten für THQ: Verluste zwingen zu Entlassungen

von Christian Merkel,
06.11.2008 09:57 Uhr

Der Kahlschlag bei THQs Entwicklerstudios -- fünf Teams wurden aufgelöst -- hat einen Grund. Der amerikanische Spielehersteller will schnell wieder aus den roten Zahlen. Wie die aktuellen Geschäftszahlen beweisen, die THQ gestern veröffentlicht hat, gibt es nämlich derzeit eher einen Trend abwärts. So sanken die Umsätze im Quartal, das am 30. September endete, von 229,3 Millionen US-Dollar auf 164,8 Millionen US-Dollar gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Verlust von 7 Millionen US-Dollar auf 115,3 Millionen US-Dollar -- mehr als zwei Drittel des Umsatzes. THQ begründet die fallenden Umsätze mit dem etwas kargen Produktprogramm in dieser Zeit. Nur die Pixar-Umsetzung von Wall-E und das Wii-Spiel de Blob konnten größere Absatzzahlen erzielen.

Bei solchen Zahlen muss ein Unternehmen natürlich Kosten senken. Dies macht THQ im großen Stil. So müssen 17 Prozent aller Entwickler, das sind ungefähr 250 Leute, den Spielehersteller verlassen. Dieser Schritt soll im nächsten Jahr 100 Millionen US-Dollar Kosten sparen. Man erinnert sich: Erst im September hatte THQ angekündigt, in China Entwickler anheuern zu wollen. In Billiglohnländern lassen sich eben Spiele billiger produzieren. Unterdessen müssen laut Aussagen der Geschäftsführung die Entwicklung einiger Spiele eingestellt werden. Konkrete Titel gibt THQ aber nicht bekannt. Bislang ist nur der Entwicklungsstopp eines Spiels der Juice Games öffentlich geworden.

Zudem musste THQ jetzt den Aktionären mitteilen, dass der Finanzvorstand Colin Slade aus gesundheitlichen Gründen eine längere Auszeit nehmen wird.

Die zukünftige Strategie beschreibt Brian Farrell wie folgt: "Als Teil der Neuausrichtung plant THQ, sich zukünftig auf weniger aber dafür qualitativ hochwertigere Titel zu konzentrieren. Dementsprechend werden die Organisations- und Kostenstruktur entsprechend anpassen." Dies trifft vor allem den Markt der Core-Spieler. Dafür möchte THQ vor allem bei den Kampfspielen wie der WWE-Wrestling-Reihe weiter wachsen.


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