Tim Sweeney vs. Windows 10 - »Ein offenes UWP wäre eine positive Sache«

Tim Sweeney, Chef von Epic Games, hat in den letzten Monaten Windows 10 und die Universal Windows Platform (UWP) immer wieder lautstark kritisiert. In einem Interview äußert er sich nun aber deutlich positiver, auch wenn die grundsätzliche Kritik bleibt.

von Georg Wieselsberger,
07.03.2017 09:31 Uhr

Windows 10 und die UWP könnten laut Tim Sweeney sogar positiv sein, wenn Microsoft UWP wirkliich offen gestalten würde.Windows 10 und die UWP könnten laut Tim Sweeney sogar positiv sein, wenn Microsoft UWP wirkliich offen gestalten würde.

Tim Sweeney hat in den letzten Monaten immer wieder Schlagzeilen gemacht, wenn er beispielsweise behauptet hatte, Microsoft plane mit Windows 10 Cloud eine Version des Betriebssystems, die Steam vernichten soll. In einem Interview mit PC Gamer wurde Sweeney nun gefragt, ob Microsoft auf seine Kritik reagiert habe und was er sich eigentlich hinsichtlich der Universal Windows Platform wünscht.

"Nun, ich sollte es ganz klar machen. Die Sache, die ich für die Zukunft unserer Branche für unglaublich wichtig halte, ist, dass die PC-Plattform offen bleibt, damit jeder Nutzer ohne Probleme Programme von jedem Entwickler installieren kann."

Kritik auch an Apple

Dabei sollte sich weder Microsoft noch jemand anderes als »universeller Mittelsmann« einmischen, über den jede Software gekauft werden müsse. Sweeney kritisiert in diesem Zusammenhang auch Apple und iOS. Dort sehe man bei der Suche nach einem Spiel zuerst mal Werbung für andere Spiele vor dem eigentlich gesuchten Titel.

"Es ist eine echte Schande, dass wir geschlossene Plattformen soweit kommen ließen. Und wir haben eine kleine Anzahl offener Plattformen - es gibt Windows, es gibt Linux - und wir müssen alles tun, sie zu verteidigen."

Für grundsätzlich schlecht hält Sweeney UWP aber nicht, deren Schnittstellen seien sogar sicherer für Windows. Wenn Microsoft sich wirklich verpflichten würde, UWP langfristig so offen zu machen wie die bisherigen Win32-Schnittstellen, dann wäre UWP laut Sweeney sogar eine gute Sache für die Branche. »Dann würden wir es unterstützten.«

Sicherheit nur eine Ausrede

Bisher nutze Microsoft aber Ausreden wie in Mods verstrecke Schadsoftware für UWP. Er habe noch nie einen Virus durch eine Mod erhalten, so Sweeney. Es sei außerdem möglich, Windows durch UWP sicherer zu machen, ohne jeden zum Verkauf über den Windows Store zu zwingen. "Wenn sie sagen, dass sie das tun, um Nutzer abzusichern, dann ist das eine Lüge. Das sind zwei komplett unterschiedliche Probleme, die sie zusammenfassen, weil das die einzig mögliche Ausrede für ihre Anstrengungen ist.« UWP sei noch sehr, sehr weit entfernt davon, die Offenheit und Flexibilität von heutigen PC-Spielen zu unterstützen.

Quelle: PC Gamer

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