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To the Moon im Test - Kleinod der großen Gefühle

Mit wenig Spiel, aber umso mehr Gefühl erobert To the Moon die Spielerherzen. Und beweist damit wieder einmal, dass sich Indie-Titel nicht vor der großen Konkurrenz verstecken müssen.

von Michael Graf,
06.01.2012 15:00 Uhr

Für die User der Wertungs-Schmelztiegel-Plattform Metacritic.com hieß das PC-Spiel des Jahres 2011 überraschend To the Moon . Dem Indie-Titel verlieh die Metacritic-Community durchschnittlich 9,5 von 10 Punkten. Zum Vergleich: Skyrim erreichte 8,3, Battlefield 3 lediglich 7,4 Zähler.

Nun sind User-Wertungen generell mit Vorsicht zu genießen, weil sich kaum überprüfen lässt, ob wirklich jeder Punkteverteiler den Titel tatsächlich gespielt hat. Dennoch hat To the Moon einen bemerkenswerten Erfolg gefeiert. Kein Wunder, es ist ja auch ein bemerkenswertes Spiel.

Wo kaufen?
Neben einigen Online-Plattformen wie Gamersgate ist To the Moon auch direkt auf der Homepage des Entwicklers Freebird Games erhältlich. Der Indie-Titel kostet rund 12 Euro, zahlbar via Kreditkarte, PayPal oder Banküberweisung. Wer’s erstmal ausprobieren möchte, kann die Demo herunterladen und eine Stunde lang gratis reinspielen.

To the Moon - Screenshots ansehen

Warum nur der Mond?

Eigentlich dürfe man To the Moon ja gar nicht als Spiel betrachten, sagt der Entwickler und Komponist Kan Gao. Vielmehr solle man sein Werk daran messen, ob es sich dazu eigne, eine Geschichte zu erzählen. Oh ja, und wie! To the Moon ist klassische Pixelpoesie, eine in 16-Bit-Retrogafik gegossene Ballade mit viel Herz und Gefühl.

An Johns Sterbebett beginnt die Geschichte.An Johns Sterbebett beginnt die Geschichte.

Es erzählt die Geschichte von John, einem alten Mann, der im Sterben liegt. Deshalb ruft er Dr. Watts und Dr. Rosalene zu sich, zwei Wissenschaftler, die ihm seinen letzten und sehnlichsten Wunsch erfüllen sollen: Er möchte zum Mond fliegen. Beziehungsweise geflogen sein, denn die Forscher können ihn zwar nicht gen Himmel schießen, ihm wohl aber die Erinnerung an den Mondbesuch einpflanzen, auf dass er zufrieden sterben kann.

Das ist allerdings gar nicht so leicht. Denn niemand weiß, woher Johns Sehnsucht stammt – nicht einmal er selbst. Um das zu ergründen, reisen Dr. Watts und Dr. Rosalene im Rückwärtsgang durch Johns Erinnerungen, vom Tod seiner Frau über den Bau seines Hauses und die Hochzeit bis zum ersten Rendezvous.

Schnell stellt sich heraus: Johns Geschichte ist tragisch, die Forscher stolpern über mehr und mehr traurige Enthüllungen. Dabei folgt brav Dialog auf Dialog, Tempospitzen oder Nebenzweige fehlen nahezu komplett. Was jedoch niemals fehlt, ist Gefühl. Es tut weh, herauszufinden, warum John in seinem Keller Origami-Hasen hortet, oder welches Geheimnis sich in seiner frühen Kindheit verbirgt.

Tod der Frau Am Leuchtturm schützt John das Grab seiner Frau mit einem Regenschirm.

Hausbau Auch den Bau des Hauses – und die damit verbundenen Probleme – erleben die Forscher mit.

Hochzeit Dr. Watts und Dr. Rosalene sind unsichtbare Gäste bei Johns Hochzeit. Beziehungsweise der Erinnerung daran.

Erstes Date Das erste Date mit seiner späteren Frau verläuft etwas anders, als John geplant hatte.

Aus Pixelgesten, unvertonten, aber schön geschriebenen Dialogen und seiner sagenhaften Musik destilliert To the Moon ein bewegendes Schauspiel mit mehr emotionaler Tiefe als L.A. Noire mit all seinem Gesichtsanimations-Schnickschnack. Und zwar alle sechs Spielstunden lang bis zum ausgezeichneten Ende – das ist meisterlich.

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