Überwachung - Britischer Geheimdienst fälschte LinkedIn und Slashdot

Der britische Geheimdienst hat laut neuen Meldungen auch mit gefälschten Webseiten Daten abgefangen.

von Georg Wieselsberger,
12.11.2013 12:37 Uhr

Das Hauptquartiert des britischen Geheimdienstes GCHQ (Bildquelle: UK Ministry of Defence)Das Hauptquartiert des britischen Geheimdienstes GCHQ (Bildquelle: UK Ministry of Defence)

Wie der Spiegel unter Berufung auf Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden meldet, hat der britische Geheimdienst wichtige Mitarbeiter des belgischen Kommunikationsunternehmens Belgacom ausgespäht, die in den Bereichen Netzwerk und Sicherheit beschäftigt waren. Nachdem sie herausgefunden hatten, welche dieser Mitarbeiter die in der IT-Branche populären Webseiten LinkedIn und Slashdot.org nutzten, wurden deren Rechner mit viel Aufwand durch Schadsoftware infiziert.

Diesen Vorgang nennt der Geheimdienst GCHQ »Quantum Insert«. Dabei werden geheime Server an wichtigsten Stellen der Hauptleitungen des Internets platziert, die in der Lage sind, Abfragen von Webseiten zu erkennen und statt dem Original eine modifizierte und infizierte Kopie von zusätzlichen, speziellen Servern mit dem Codenamen »FoxAcid« an den Nutzer zu liefern. Da die Geheimdienst-Server dank direktem Anschluss an den Internet-Backbone wesentlich schneller erreichbar sind als die eigentlichen Server der gewünschten Webseite, gewinnt »Quantum Insert« dieses »Rennen« um die Anfrage.

Sowohl LinkedIn als auch Slashdot hatten laut Stellungnahmen gegenüber PCWorld keine Ahnung von diesem Vorgehen des GCHQ, das sich aber auch von Seiten der Unternehmen kaum verhindern lässt. Theoretisch können die NSA, das Quantum Insert ebenfalls verwendet, und das GCHQ auf diese Weise jede beliebige Webseite für ihre Zwecke nutzen. Dass dabei wahrscheinlich das Urheberrecht der kopierten Webseiten verletzt wird, dürfte nur ein Detail am Rande sein.


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