Überwachungsskandal - NSA kann das Internet per XKeyscore fast komplett überwachen

Die britische Zeitung The Guardian hat neue Dokumente veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die NSA tatsächlich in der Lage ist, so gut wie alle Inhalte des Internets zu überwachen.

von Georg Wieselsberger,
01.08.2013 10:13 Uhr

Neue Dokumente zeigen, wie die NSA fast das gesamte Internet überwacht und dabei auch Inhalte mitlesen und dauerhaft speichern kann.Neue Dokumente zeigen, wie die NSA fast das gesamte Internet überwacht und dabei auch Inhalte mitlesen und dauerhaft speichern kann.

Die Dokumente, die The Guardian veröffentlicht hat, zeigen, dass XKeyscore schon im Jahr 2008 auf 700 Servern in 150 weltweiten Standorten verwendet wurde. Die abgefangenen Inhalte können für bis zu fünf Tage komplett gespeichert werden, die Metadaten für 30 Tage. An manchen Standorten fielen pro Tag mehr als 20 TByte an Daten an, die dann nur für 24 Stunden komplett gespeichert werden könnten. Allerdings werden Daten und Inhalte, die die NSA für wichtig erachtet, zusätzlich in andere Datenbanken wie »Pinwale«, »Marina« oder »Trafficthief« ausgelagert und damit langfristig gesichert.

In den Dokumenten geht die NSA davon aus, dass schon 2007 rund 850 Milliarden Anrufe und 150 Milliarden Internet-Vorgänge abgehört wurden, pro Tag kämen ein bis zwei Milliarden Vorgänge hinzu. Per XKeyscore können die NSA-Mitarbeiter ganz einfach eine Suchanfrage innerhalb dieser Daten starten und müssen dazu weder einen Richter noch einen Vorgesetzten um Genehmigung bitten. Stattdessen wird über ein Menü eine Begründung ausgewählt, die aber anscheinend auch höchst selten überprüft wird.

Der NSA-Mitarbeiter kann dann beispielsweise über eine E-Mail-Adresse die Inhalte von Mails aufrufen, es gibt aber auch andere Suchkritierien wie IP-Adresse, Browser, Name oder Sprache. Eine andere Methode ist das Durchsuchen von Webseiten mit verschiedenen Kriterien, um die Aktivität eines Nutzers herauszufinden, hier zeigt eine Folie erneut bekannte Dienste wie Facebook, CNN, Google Earth, G-Mail, Wikipedia, myspace, mail.ru oder Twitter. Grundsätzlich können die NSA-Mitarbeiter fast alles, was ein Internet-Nutzer macht, überwachen, sofern dabei HTTP verwendet wird. Bei Facebook reicht es laut dem Bericht aus, wenn der NSA-Mitarbeiter den Nutzernamen bei XKeyscore eingibt, um dann innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens auch die Chats und die Nachrichten des Nutzers aufrufen zu können.


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