Ultimatum für G2A - Gearbox zwingt den Keyseller zu gravierenden Änderungen

Nach der Kontroverse um die Zusammenarbeit mit G2A stellt Gearbox der Key-Selling-Plattform nun ein Ultimatum. Die harten Forderungen stellen das gesamte bisherige Geschäftsgebaren des Unternehmens infrage.

von Tobias Ritter,
07.04.2017 11:16 Uhr

Weiter Ärger um Bulletstorm: Full Clip Edition. Nachdem Kritik an der Geschäftsbeziehung zu G2A laut wurden, stellt Gearbox jetzt Forderungen an den Key-Marktplatz.Weiter Ärger um Bulletstorm: Full Clip Edition. Nachdem Kritik an der Geschäftsbeziehung zu G2A laut wurden, stellt Gearbox jetzt Forderungen an den Key-Marktplatz.

Kontroverse Reaktionen hat die Ankündigung hervorgerufen, dass Gearbox Software die physische Collector's Edition von Bulletstorm über die Plattform G2A verkaufen wird. Der bekannte YouTuber John »Totalbiscuit« Bain kündigte sogar an, den Entwickler und dessen Spiele in Zukunft komplett boykottieren zu wollen.

Der Hintergrund: G2A ist vor allem in Entwickler- und Publisherkreisen nicht unumstritten und stand zuletzt häufiger im Zentrum von Diskussionen um Spielekeys, die mit gestohlenen Kreditkarten erworben und dann weiterverkauft wurden. Das Unternehmen stellte hier zwar nie selbst aktiv das Angebot, ging einigen Entwicklern aber auch nicht konsequent genug gegen die illegalen Key-Verkäufe durch Dritte auf seiner Plattform vor.

Gearbox stellt Forderungen auf

Bei Gearbox Software ist man nun offenbar durch den ausgiebigen Twitter-Protest von Bain auf den leicht angeschlagenen Ruf des Geschäftspartners aufmerksam geworden und fordert massive Änderungen an der Geschäftsphilosophie von G2A. Ansonsten werde man die Kooperation einseitig aufkündigen. Das teilte ein Gearbox-Sprecher gegenüber der englischsprachigen Webseite Vice mit.

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Auch die eigenen Forderungen ließ Gearbox über Vice veröffentlichen:

  • innerhalb von 30 Tagen soll G2A seinen kundenseitigen Betrugs-Schutz G2A Shield kostenlos machen. Bisher ist ein kostenpflichtiges Abonnement notwendig, um sich für den Schutz zu qualifizieren. »Alle Kunden, die Geld für etwas ausgeben, verdienen grundsätzlich einen Schutz gegen Betrug«, so Gearbox. Bestehende G2A-Shield-Abonnenten sollen bis zum 14. April darüber informiert werden, dass der Dienst ab sofort kostenlos ist.
  • innerhalb von 90 Tagen soll G2A einen Web-Dienst oder eine API etablieren, über die zertifizierte Entwickler und Publisher »auf betrügerische Weise in Umlauf gebrachte Keys« melden und entfernen lassen können. Dieser Dienst soll kostenlos sein.
  • G2A soll sich öffentlich dazu verpflichten, innerhalb von 60 Tagen eine Art Drosselung für nicht-zertifizierte Entwickler und Publisher zu etablieren, damit gestohlene digitale Güter nicht noch schnell verkauft werden können, bevor sie als »betrügerisch erworben« markiert wurden.
  • G2A soll sich öffentlich dazu verpflichten, innerhalb von 30 Tagen sein Bezahl-System so zu restrukturieren, dass beim Kaufen und Verkaufen legitimierter Keys keine versteckten Zusatz-Kosten mehr anfallen und der komplette Bezahl-Prozess transparent und einfach zu durchschauen ist.

Gearbox sei nicht gewillt, einen Marktplatz zu unterstützen, der sich diesen Punkten nicht verpflichte, heißt es weiter. Sollte G2A den Forderungen also nicht nachkommen, wird der Publisher die Geschäftsbeziehung wohl einseitig beenden.

Knappes Ultimatum

Da Bulletstorm: Full Clip Edition ab dem 7. April unter anderem auf Steam verfügbar ist, dürfte das Ultimatum bezüglich einer Reaktion auf die Forderungen äußerst knapp ausfallen. G2A hat sich bisher nicht offiziell geäußert.

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