US-Einreisebann & GDC 2017 - Devolver Digital bietet betroffenen Entwicklern Hilfe an

Der US-Publisher Devolver Digital springt vom US-Einreisebann betroffenen Indie-Entwicklern aus Irak, Syrien, Libyen, Somalia, Jemen, Sudan und Iran zur Seite. Er will deren Spiele auf der GDC 2017 in San Francisco präsentieren.

von Tobias Ritter,
03.02.2017 13:38 Uhr

Vergangenes Jahr hatten Besucher der Game Developers Conference aus dem muslimisch geprägten Ausland noch keine Probleme. 2017 könnte der US-Einreisebann für Schwierigkeiten sorgen. Vergangenes Jahr hatten Besucher der Game Developers Conference aus dem muslimisch geprägten Ausland noch keine Probleme. 2017 könnte der US-Einreisebann für Schwierigkeiten sorgen.

Mit dem per Dekret verhängten Einreisestopp gegen Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten hat der erst kürzlich ins Amt gewählte US-Präsident Donald Trump weltweit für Irritationen gesorgt.

Auch in der Spiele-Branche herrscht aktuell eine gewisse Unsicherheit - schließlich findet ab dem 27. Februar in San Francisco die Game Developers Conference 2017 statt. Die wichtige Branchen-Veranstaltung liegt also genau innerhalb des 90-Tage-Zeitfensters, für das das präsidiale Dekret gültig ist.

US-Publisher bietet Vermittlerrolle an

Insbesondere Indie-Entwickler aus den betroffenen Ländern dürften nun Probleme haben, ihre Spiele auf der Veranstaltung potenziellen Geschäftspartnern und Kunden vorzustellen. An dieser Stelle springt Devolver Digital ein:

Der US-amerikanische Computerspiel-Publisher (Serious Sam, Hotline Miami) hat vom Einreisestopp betroffene Entwickler dazu aufgefordert, Kontakt aufzunehmen und ihre Spiele bei ihm einzureichen. Man werde die Projekte dann im Namen ihrer Entwickler auf der GDC 2017 präsentieren und gegebenenfalls Kontakte vermitteln, heißt es.

Branchenweite Solidarität

Auch die Veranstalter der GDC 2017 sind zwischenzeitlich aktiv geworden. Entwickler aus den Ländern, für die der Einreisestopp gilt und die bereist im Vorfeld für die Veranstaltung bezahlt haben, erhalten Rückerstattungen.

Generell zeigt sich die Branche aktuell äußerst solidarisch. Zuletzt protestierten gleich mehrere Entwickler und Publisher gegen das US-Einreiseverbot für Muslime.

Immerhin: Zuletzt lockerte die US-Regierung die neuen Einreisebestimmungen mehrfach - unter anderem ist mittlerweile Greencard-Besitzern und Doppelstaatsbürgern aus den gelisteten Ländern wieder erlaubt, US-amerikanischen Boden zu betreten.

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