US-Unterhaltungsindustrie - Mit Malware gegen Raubkopierer

Im Kampf gegen illegale Kopien ist den Firmenvorständen der Unterhaltungsindustrie offenbar jedes Mittel recht: In den USA legt eine Kommission der Regierung den Kampf mit Spy- und Malware gegen Raubkopierer nahe.

von Dennis Ziesecke,
29.05.2013 11:36 Uhr

Mit Malware gegen RaubkopiererMit Malware gegen Raubkopierer

Die illegale Vervielfältigung von Filmen, Musik und Spielen ist der Industrie - durchaus nachvollziehbar - ein Dorn im Auge. Um den Schaden durch Schwarzkopierer einzugrenzen hat die US-Entertainment-Industrie eine Kommission gebildet, die Ideen zur Bekämpfung des Übels sammeln soll. Diese läuft unter dem Namen »Theft of American Intellectual Property« und besteht vorwiegend aus hochrangigen Vertretern der Unterhaltungsindustrie in den USA.

Neben einigen durchaus sinnvollen Ideen ist diese Kommission allerdings auch auf den Gedanken gekommen, dass auf jedem Privat-PC in den USA eine Software installiert werden soll, die für die Industrie - Verzeihung, für die Regierung - nachschaut, ob auf diesem Rechner Software, Filme oder Musikstücke illegal vervielfältigt werden oder ob illegale Programme und Medien genutzt werden.

Erkennt diese Software einen solchen Fall, soll der Nutzer aus seinem Betriebssystem ausgeschlossen werden, ganz nach dem Vorbild des BKA-Trojaners würde die Industrie damit die Daten des Nutzers unter Verschluss halten und erst wieder freigeben, wenn der Nutzer sich freiwillig bei der Polizei meldet.

Da selbst die mächtige US-Entertainment-Industrie ein solches Unterfangen nicht ohne schlagkräftige Hilfe durchführen könnte, reichte die Kommission den Vorschlag bei der US-Regierung ein. Und trotz einiger durchaus fragwürdiger US-Gesetze dürfte dieser Vorschlag der Regierung dann doch etwas zu weit gehen.

Update: Das 84-seitige Dokument der Kommission kann hier nachgelesen werden.


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