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Vaporware: The Outsider - Ein kapitaler Verlust

Der Elite-Erfinder David Braben will das Open-World-Genre auf eine neue Stufe heben – und in The Outsider eine nichtlineare Story erzählen, deren Verlauf komplett vom Spieler abhängt. Doch die Revolution scheitert.

von Michael Graf, Michael Förtsch,
06.04.2016 08:00 Uhr

»Ich bin kein Star«, sagt David Braben, und wir wollen ihn schütteln und »Das stimmt gar nicht!« rufen. Doch Braben ist nun mal Brite, und Briten kultivieren das Understatement, jene überspitze Bescheidenheit, die fast an Arroganz grenzt. Wobei wir Braben nicht arrogant nennen wollen, er ist höflich, ein angenehmer Gesprächspartner - aber definitiv kein Mauerblümchen. Vielmehr zählt der studierte Elektrotechniker zu den prägendsten Figuren der Spielebranche.

David Braben

Braben erschuf nämlich schon riesige Welten, als noch niemand von Grand Theft Auto oder Skyrim zu träumen wagte; er ist der Vater der Sandbox: Sein 1984 erschienener Weltraum-Klassiker Elite definiert bis heute, wie viel Freiheit eine Open World bieten kann. Elite ist eine interstellare Spielwiese, seine Raumpiloten können sich in acht Galaxien als Händler, Söldner oder Piraten durchschlagen. Schranken setzt nur die Technik. »Damals war alles so begrenzt«, seufzt Braben. Es folgen drei Elite-Fortsetzungen, jede technisch ambitionierter als die letzte.

Nur: Erstens erscheinen sie teils schwer verbuggt, zweitens bleiben sie (abgesehen von ein paar handgebauten Missionen im dritten Teil First Encounters) bemerkenswert gesichts- und geschichtslos. Selbst das aktuelle Elite: Dangerous befüllt seine 400 Milliarden Sonnensysteme nur mit generischen Schauplätzen und zufallsgenerierten Einsätzen. Nun muss man wissen, dass Braben einer ist, der seine Designpläne stringent durchzieht. Die Storyscheu von Elite liegt längst nicht mehr an Hardware-Beschränkungen, sondern spiegelt seine Philosophie wider: Eine offene Welt muss erst mal offen sein, alles andere ist zweitrangig.

Einmal jedoch möchte der Designer dann doch mehr: mehr Geschichte, mehr Charakter, und dennoch komplette Freiheit. Was wäre, so sein Gedanke, wenn auch der Verlauf einer Handlung dynamisch und gänzlich offen wäre? Eine Erzähl-Sandbox, gewissermaßen. Als 2005 mit der Xbox 360 und Playstation 3 neue Konsolen Anlauf nehmen, kündigt Braben The Outsider an - zunächst für Konsolen, eine PC-Version scheint aufgrund von Brabens PC-Vorgeschichte aber durchaus wahrscheinlich. Doch die potenzielle Open-World-Revolution wird niemals erscheinen.

Das fehlt dem Weltraumspiel noch:Elite Dangerous im Test