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Verstümmelte Spiele

Deutschlands Altersfreigabe-System lässt Blut verschwinden und verwandelt Leichen in Rucksäcke - sinnvoller Jugendschutz oder überflüssige Bevormundung?

03.09.2003 11:38 Uhr

Report: Verstümmelte SpieleReport: Verstümmelte Spiele

Endlich ist Half-Life 2 da! Als Gordon Freeman schleichen wir durch die Gänge eines Labors. Plötzlich hören wir ein Stöhnen hinter uns, wirbeln herum, die Waffe im Anschlag. Doch statt des mutierten Zombie-Wissenschaftlers schlurft uns nur ein langweiliger Roboter entgegen?

Ein Albtraum für jeden Actionspieler, allerdings traurig nahe an der Realität. Denn eins ist klar: In der ungeschnittenen US-Version bekommt Half-Life 2 niemals die USK-Altersfreigabe »ab 16«. Uns droht laut Valve-Sprecher Doug Lombardi wie beim Vorgänger eine verstümmelte deutsche Variante. id-Chef Todd Hollenshead verspricht dagegen auch für Deutschland ein unverändertes Doom 3, das dann aber nur Volljährige kaufen dürfen. Zwei direkte Auswirkungen des strengen deutschen Jugendschutzes - wir haben mit Branchenexperten, der USK und unseren Lesern über die Spiele-Zensur gesprochen.

Millionenverlust oder Anpassung

USK-Prüfung: Ein frei angestellter Tester präsentiert dem Gremium die Besonderheiten des Spiels.USK-Prüfung: Ein frei angestellter Tester präsentiert dem Gremium die Besonderheiten des Spiels.

Als Folge des Amoklaufs von Erfurt gilt seit dem 1. April 2003 ein neues Jugendschutzgesetz. Sämtliche Computerspiele müssen demnach ein Prüf-Verfahren der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) durchlaufen, wenn sie in den Handel sollen. Bekommt ein Spiel eine »Ab 18«-Einstufung, fallen mit den Jugendlichen viele potenzielle Käufer weg, es drohen Millionenverluste. Um solch ein Finanzdebakel zu verhindern, investierte Take 2 drei Monate Entwicklungszeit und 150.000 Euro in eine angepasste Variante von Max Payne, dessen Original-Version indiziert worden war. Ohne Erfolg: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (BPjS) indizierte auch den deutschen Max, trotz USK 16.

Immerhin gehören Fälle wie Max Payne oder auch C&C Generals seit dem 1. April der Vergangenheit an: Programme, die einmal ein USK-Siegel haben, können nämlich nicht mehr indiziert werden. Trotzdem müssen auch in der Zukunft Publisher vor allem bei Ego-Shootern immer wieder die Schere ansetzen, um sie einem möglichst breiten Publikum zugänglich zu machen.

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