Videospielsucht-Studie - Jeder 12. jugendliche Mann gilt als abhängig

»Game over: Wie abhängig machen Computerspiele?« ist der Name einer aktuellen Studie die die Abhängigkeit junger Menschen von Computerspielen untersucht. Das Ergebnis: Vor allem männliche Jugendliche im Teenager-Alter sind am stärksten betroffen.

von Manuel Fritsch,
02.12.2016 18:05 Uhr

Laut einer aktuellen Studie gelten 5% aller Jugendlichen als computerspielsüchtig. In der repräsentativen Umfrage kam aber klar heraus, dass vor allem Teenager-Jungs am stärksten betroffen sind.Laut einer aktuellen Studie gelten 5% aller Jugendlichen als computerspielsüchtig. In der repräsentativen Umfrage kam aber klar heraus, dass vor allem Teenager-Jungs am stärksten betroffen sind.

Eine neue Studie der Krankenkasse DAK in Zusammenarbeit mit dem Deutschem Zentrum für Suchtfragen will die Abhängigkeit bei 12- bis 25-Jährigen aufzeigen. Unter dem Namen »Game over: Wie abhängig machen Computerspiele?« ist Studie veröffentlicht worden und zeigt: Vor allem männliche Jugendliche im Teenager-Alter sind die am stärksten betroffene Gruppe. Laut dieser Studie ist in Deutschland jeder 12. männliche Jugendliche »süchtig nach Computerspielen«.

Das sind 8,4 Prozent der männlichen Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die die Kriterien für eine Abhängigkeit nach der sogenannten »Internet Gaming Disorder Scale« erfüllen, um laut der Studie als »süchtig« zu gelten. Bei den Betroffenen verursacht die exzessive Nutzung von Computerspielen oft massive Probleme. Der Anteil der betroffenen Mädchen und jungen Frauen liegt mit 2,9 Prozent deutlich niedriger.

Bundesdrogenbeauftragte nennt Ergebnisse »beunruhigend«

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, bewertet die Ergebnisse als »beunruhigend« und kündigt Konsequenzen an:

"Diese Zahlen der neuen DAK-Studie sind beunruhigend und zeigen, dass wir das Thema weiterhin ernst nehmen müssen. Computerspiele sind heute Bestandteil der Alltagskultur vieler Jugendlicher und junger Erwachsener und längst nicht jede Spielerin oder Spieler hat ein Problem. Die Studie zeigt aber, dass gerade bei den 12- bis 17-Jährigen, und hier vor allem bei den Jungen, die Gefahr besteht, dass sie ihren Konsum nicht mehr kontrollieren können. Bis zu 226 Minuten an Wochentagen, das sind knapp vier Stunden! Ausreichend Zeit für die Familie, für Freunde, für Aktivitäten an der frischen Luft bleibt da kaum noch. Umso wichtiger ist es für Kinder und Jugendliche, einen selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit den digitalen Medien zu erlernen. Dafür werde ich mich – neben einem verbesserten Jugendschutz und der suchtpräventiven Gestaltung von Computerspielen – weiter einsetzen."

Für die repräsentative Untersuchung hat das Forsa-Institut 1.531 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 12 bis 25 Jahren befragt. Erstmals wurde in dieser Studie die Häufigkeit einer Computerspielabhängigkeit in einer für Deutschland repräsentativen Stichprobe untersucht. Werden mindestens fünf von neun Standardfragen mit »ja« beantwortet, gelten die Teilnehmer laut Fragebogen als »computerspielabhängig«.

Soziale Kontakte leiden

  • Laut Untersuchung haben Computerspiele bei den befragten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen häufig negative soziale Auswirkungen in verschiedenen Bereichen:
  • 46 Prozent der Befragten vernachlässigen soziale Kontakte zu Freunden oder zu Familienangehörigen, die ihnen früher wichtigen waren. In der Altersgruppe der 15- bis 17-jährigen Jungen sind es mit 69 Prozent die meisten.
  • 40 Prozent der Befragten haben wegen der Nutzung von Computerspielen Streit mit den Eltern. In der Altersgruppe der 12- bis 14-Jährigen Jungen sind es mit 89 Prozent die meisten.
  • 16 Prozent der Befragten nehmen wegen der Nutzung von Computerspielen nicht an gemeinsamen Mahlzeiten teil. In der Altersgruppe der 15- bis 17-Jährigen Jungen sind es mit 34 Prozent die meisten.

Quelle: https://www.dak.de


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