War2Glory im Test - Zweiter Weltkrieg als Gratis-Browserspiel

Stahlhelm statt Elfenkopfputz, Panzer statt Pet, Bomber statt Flugmount: In War2Glory treffen sich Browser-Generäle, die kämpfen wollen – und nicht rumkuscheln.

von Martin Deppe,
21.12.2010 17:51 Uhr

Wer ins kostenlose Browser-Strategiespiel War2Glory einsteigt, wird trotz des ausführlichen Tutorials erst mal erschlagen. So viele Möglichkeiten! So viele Bildschirme! So viele Infos! Und schnell geht das auch noch alles: Wo wir in ähnlichen Spielen schon nach ein paar Bauwerken ewig auf die Fertigstellung des nächsten Gebäudes warten müssen, stampfen wir hier im Minutentakt Flughafen und Hauptquartier, Waffenfabriken und Radarzentrale, Bauernhöfe, Stahlwerke, Ölraffinerien und Mettalwerke aus dem Boden.

Zumal wir zu Beginn einer Partie noch unter einer Art Welpenschutz stehen – wir dürfen eine Woche nicht angegriffen werden, und können fünf Gebäude gleichzeitig in Auftrag geben (später sind’s nur noch zwei).

Missionen, Missionen, Missionen

Neben Rohstoffproduktion und den ersten Truppenrekrutierungen (anfangs nur Infanterie und leichte Panzerwagen, später Schwere Panzer, Raketenwerfer, Bomber, Schlachtschiffe und Co.), will auch die Bevölkerung umhegt werden. Wohnhäuser und Extra-Nahrung steigern die Moral, hohe Steuersätze und Extra-Schichten in den Fabriken sorgen hingegen für grummelige Laune im Volk.

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So weit, so bekannt, bis hierher unterscheidet sich War2Glory wenig von Konkurrenztiteln. Doch dann geht es los: Wir werden mit Missionen totgeschmissen. Bestimmte Bauten errichten, Offiziere hochpäppeln, Schmuckstücke aus neutralen Gebieten plündern. Andere Gebiete einnehmen, Spielerstädte auskundschaften, einen bestimmten Rang erreichen. Es gibt immer was zu tun, auch wenn wir gerade nicht aktiv mit oder gegen andere Spieler antreten.

Vor? Zurück? Halten?

Die Weltkarte: Die Felder mit Ziffern können Sie erobern und/oder plündern. Je höher die Ziffer, desto fetter die Beute. Und die Verteidigung... Die Weltkarte: Die Felder mit Ziffern können Sie erobern und/oder plündern. Je höher die Ziffer, desto fetter die Beute. Und die Verteidigung...

Wer viel und dauernd spielt, ist stark im Vorteil. Aggressive Nachbarn stehen schnell vor Ihrer Stadtmauer, die Anmarschwege sind erschreckend kurz. Und wer bei einem Gefecht aktiv am Rechner sitzt, kann noch leicht eingreifen: Auf einem simplen Rechteck-Schlachtfeld mit quadratischen Feldern geben Sie Ihren Einheiten drei Bewegungsbefehle (vorwärts, Stellung halten, Rückzug) sowie ein Angriffsziel.

Je nachdem, wie Sie geforscht haben, besitzen Ihre Truppen zudem unterschiedlich gute Panzerung, Durchschlagskraft und Feuerreichweite, sodass Sie bei ungefähr gleich starken Armeen durchaus das Blatt in Ihre Richtung schubsen können.

Bei den meisten Schlachten geht’s aber schlicht um Übermacht – und den besseren Offizier. Diese Herren (und Damen!) stärken nämlich den Angriffs- oder Verteidigungswert Ihrer Stoppelhopser enorm. Oder die Produktion in Ihren Städten. Die Offiziere fungieren quasi wie Helden in einem Rollenspiel, gewinnen Erfahrungspunkte und Level, lassen sich mit Ausrüstung verbessern.

Eine Stadt zieht um

Den obligatorischen Item-Shop gibt’s natürlich auch. Doch er lässt sich gut ignorieren, denn viele tägliche Missionen bringen Ihnen ebenfalls Vorteile, wenn Sie regelmäßig spielen. Zudem gibt’s täglich fünf Diamanten (die Spielwährung für Boni) gratis, die Sie im Shop verbraten können.

Haben wir zum Beispiel gemacht, um passende Schlüssel für Bonuskisten zu »kaufen«. Diese Kisten gibt’s in den Ausführung Bronze, Silber und Gold und haben die Anziehungskraft von Überraschungseiern, auch wenn sie keine überwältigenden Vorteile bieten – man will halt schon wissen, was drinsteckt.

Einen erspielten Bonus fanden wir besonders interessant: Wer mag, kann seine Heimatstadt komplett verlegen, um zum Beispiel näher an Kumpels zu ziehen oder weit weg von aggressiven Nachbarn, die ständig nachts anklopfen. Also wie im echten Leben...


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