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Warface - Popcorn-Shooter für Zwischendurch

»Igitt, Crytek macht jetzt auch in Free-2-Play!« Während Core Gamer indigniert die Nase rümpfen, freuen sich Gelegenheitskämpfer über flotte Gratis-Action. Und zwar so arg, dass auch die Core Gamer mal rüberschielen. Mit Recht: Warface ist der ideale Shooter für das Gefecht zwischendurch.

von Martin Deppe,
10.04.2013 11:50 Uhr

Warface - Vorschau-Video zu Cryteks Free2Play-Shooter 4:24 Warface - Vorschau-Video zu Cryteks Free2Play-Shooter

Crytek! Ausgerechnet Crytek! Da liefern die Far Cry-Erfinder mit ihrer Crysis-Serie einen Edel-Shooter nach dem anderen ab, setzen technologische Maßstäbe, liefern quasi nebenbei das Technikgerüst für Chris Roberts' Star Citizen: Squadron 42. Und dann das: ein Free-2-Play-Shooter! Dabei wissen wir doch alle, dass diese Gratisspielchen nur unser Bestes wollen. Nämlich unser Mikro-Geld.

So zumindest die Vorurteile, die Profispieler gerne über angekündigte Titel ausschütten, sobald irgendwo das Wort »Free« fällt - von Freelancer und Freespace mal abgesehen. Oft haben sie Recht damit, denn der Free-2-Play-Bereich ist ein Minenfeld zwischen Resterampe-Qualität, Pay-2-Win (Spieler können sich mit echtem Geld exklusive Vorteile kaufen, etwa stärkere Waffen) und unfairer Balance (hochstufige Spieler schießen Einsteiger in Nullkommanix weg). Und wie marschiert Warface durch dieses Minenfeld? Wir haben den Shooter sowohl vor Ort bei Crytek ausprobiert, als auch in der momentan laufenden Closed Beta.

Warface - Screenshots ansehen

Technik: Crysis light

Technisch muss sich Warface neben soliden Vollpreis-Shootern nicht schämen, und aktuelle Free-2-Play-Shooter steckt es locker in die Tasche. Warface nutzt die aktuelle CryEngine 3, kommt aber natürlich nicht an Crysis 3 heran - aber das erwartet bei einem Gratisspiel ja auch niemand, selbst ein »Crysis 3 Light« sieht immer noch sehr gut aus.

Wie bei Crysis: Mitten im Multiplayer-Gefecht können wir unser Sturmgewehr umbauen, etwa einen Granatwerfer unter den Lauf flanschen.Wie bei Crysis: Mitten im Multiplayer-Gefecht können wir unser Sturmgewehr umbauen, etwa einen Granatwerfer unter den Lauf flanschen.

Die Engine macht ausufernd Gebrauch von (abschaltbaren) Motion Blur, Partikeleffekten und schicken Animationen, etwa beim Herumschleudern von Gegnern, die sich eine Schrotflintenladung eingefangen haben.

Kaputtbares Gelände gibt's allerdings nicht, sogar Fenster scheinen aus Panzerglas zu bestehen, wir können allenfalls durch leichte Deckungen ballern. Die Karten sind vergleichsweise klein, dafür soll Warface auch schon mit einer Geforce 8600 ordentlich laufen - da fordert halt das Free-2-Play-Gesetz seinen Tribut, dass solche Spiele auf möglich vielen Rechnern laufen sollen, unter anderem auch im technisch schwächer ausgestatteten Russland, wo Warface bereits offiziell läuft. Damit man nicht merkt, wie klein die Karten sind, greift Crytek in die Trickkiste: Die Maps sind stark verwinkelt, und im Hintergrund zu erspähende Berge quasi als Fototapete aufgepappt.

Leckeres Popcorn

Und spielerisch? Da fühlt sich Warface wie ein Popcorn-Shooter an - und das meinen wir durchaus positiv. Eine Koop-Kampagne gibt es erst gar nicht, stattdessen wählen wir zwischen täglich wechselnden Koop-Einzelmissionen und dem Versus-Modus, der sich wiederum in vier Varianten splittet: Deathmatch und Team-Deathmatch sowie »Plant the Bomb« (spielt sich exakt wie das Bombenpflanzen in Counter-Strike) sowie »Storm«, der wiederum frappierend an Battlefields Rush-Modus erinnert.

Wegen der kleinen Karten spielt sich gerade der Multiplayer-Modus extrem schnell, viele Bombenleger-Partien zum Beispiel sind schon weit vor Ablauf der vorgegebenen drei Minuten entschieden, weil die ersten Feuergefechte oft schon eine Handvoll Sekunden nach dem Start entbrennen. Außerdem fallen die Spieler ungewohnt schnell um, sobald sie Treffer kassieren.


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