Warface - Crytek: Sexy-Skins sind ein Produkt regionaler Vorlieben

Die neuen weiblichen Spielfiguren in dem Free2Play-Shooter Warface sind auffällig knapper bekleidet als ihre männlichen Kollegen. Joshua Howard vom Entwickler Crytek begründet die Bekleidungsunterschiede im Interview mit regionalen und kulturellen Vorlieben.

von Tobias Münster,
08.10.2013 17:23 Uhr

Für die weiblichen Skins in Warface hätte sich Crytek vor allem von den Wünschen der Spieler inspirieren lassen.Für die weiblichen Skins in Warface hätte sich Crytek vor allem von den Wünschen der Spieler inspirieren lassen.

Seit der neuesten Betaphase lassen sich in dem Free2Play-Shooter Warface erstmals auch Kämpferinnen spielen. Im Gegensatz zu deren Waffenbrüdern sind die weiblichen Soldaten vergleichsweise knapp bekleidet. Statt ausschließlich schwerer Rüstung gibt's auch mal etwas nackte Haut und Dekolleté zu sehen.

Warum sich der Entwickler Crytek bei den weiblichen Figuren für mehr Sexappeal anstatt Realismus entschieden hat, begründet der Executive Producer Joshua Howard im Interview mit Wired. Demnach sei das alles eine Frage der regionalen und kulturellen Vorlieben der (vorwiegend wohl männlichen) Zielgruppe:

»Die weiblichen Skins sind ein gutes Beispiel dafür, welche kulturellen Unterschiede wir dabei sehen, wie das Spiel in den verschiedenen Regionen aufgenommen wird. Die Skins die es zurzeit zu sehen gibt, stammen prinzipiell aus der russischen Region.«

Laut Howard wären die Skins sogar noch »deutlich extremer« ausgefallen, wenn Crytek dem russischen Feedback ohne Einschränkungen gefolgt wäre:

»[Die Skins] sind nicht einmal das, was sich unsere Spiele aus der russischen Region zuerst gewünscht hatten. Die wären deutlich extremer ausgefallen, als das, was wir veröffentlicht haben.«

Damit meint Howard natürlich noch mehr nackte Haut und selbst Schuhwerk, das so ganz und gar nicht aufs Schlachtfeld passt.

»Die [russischen Spieler] konnten sich damit anfreunden, dass wir diese sehr realistisch wirkenden Männer haben, aber bei den Frauen wollten sie etwas, dass ganz und gar nicht realistisch gewesen wäre. Das ging sogar so weit, dass die mit hohen Absätzen herumgelaufen wären, was natürlich ganz schön unsinnig ist, oder?«

Laut dem Produzenten seien die jetzigen Skins also ein Kompromiss zwischen den Wünschen der Spieler und einer realistischen Darstellung. Schließlich sei es Cryteks »Aufgabe, für eine gewisse Authentizität in Warface zu sorgen«.

Joshua Howard stellt aber auch in Aussicht, dass die weiblichen Spielfiguren in Warface noch für andere Regionen angepasst werden. Auf dem chinesischen Markt zum Beispiel würden die Vorlieben der Spieler schon wieder ganz anders aussehen als auf dem russischen.

»Wir haben uns bei den Figuren ein bisschen vor Russland gebeugt, aber wir arbeiten schon an einem anderen Set von Figuren für den chinesischen Markt. […] Und die gehen in eine ganz andere Richtung. Es ist schon interessant, dass die genau so unrealistisch gegenüber den Männern ausfallen, aber auf eine andere Art und Weise als die russischen. […] Diese chinesischen Modelle sind ziemlich außer Proportion geraten … eben irgendwie chinesischer. Ich weiß nicht mal ein Wort dafür, aber sie sind anders.«

Howard gesteht allerdings ein, dass diese Anpassungen der Skins nach regionalen Wünschen insgesamt schon »den Rahmen gesprengt« hätten. Ursprünglich sei wohl nur geplant gewesen, mehrere Skins bereit zustellen, die einzelne Regionen quer über den Globus repräsentieren.

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