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Warhammer: The End Times – Vermintide im Test - Traumjob Kammerjäger

Warhammer: The End Times – Vermintide erinnert uns wohlig an Left 4 Dead 2. Schade nur, dass es im Test noch von Ungeziefer geplagt ist.

von Patrick Mittler,
03.11.2015 17:40 Uhr

Warhammer: The End Times - Vermintide - Test-Video zur Koop-Rattenjagd 5:48 Warhammer: The End Times - Vermintide - Test-Video zur Koop-Rattenjagd

Ist Warhammer: The End Times - Vermintide schlicht ein Left 4 Dead im Rattenpelz? Nein, so einfach ist die Sache nicht. Der Koop-Actiontitel bedient sich zwar fleißig am Spielprinzip des Zombievorbilds, schafft sich aber bravurös eine eigene Identität - vor allem dank der düster-dreckigen Atmosphäre, fetziger Inszenierung und cleverer Ideen. Aber ganz so einfach ist's letztlich noch immer nicht. Vermintide macht uns den Anfang nämlich etwas schwer, ist dafür im Mittelteil ein fulminant motivierender Spaß und leidet am Ende ein bisschen. Vor allem weil man an dem Ding noch viel optimieren könnte.

Sie haben Ratten

Warhammer: The End Times - Vermintide spielt im grimmigen The-End-Times-Setting des aus Buch und Tabletop bekannten Warhammer-Universums. In dieser Endzeit geht die Fantasywelt in einer blutigen Apokalypse vor die … Ratten. Wir erleben das Schicksal der imperialen Menschenstadt Ubersreik, die gerade von einer Skaven-Armee (die Rattenmenschen-Fraktion von Warhammer) überrannt wird. Die ganze Stadt ist von mannshohen Ratten besetzt. Die ganze Stadt? Nein, ein paar unbeugsamen Helden haben sich in einem Gasthaus zusammengerottet und hören nicht auf, den pelzigen Eindringlingen Widerstand zu leisten.

Sieht man im Eifer des Gefechts oft nicht so genau: Die gelungenen Effekte, zum Beispiel die der Feuerzauber der Magierin.Sieht man im Eifer des Gefechts oft nicht so genau: Die gelungenen Effekte, zum Beispiel die der Feuerzauber der Magierin.

Im Gasthaus (Lobby) kommen wir ins Spiel und ziehen als Vierertrupp online durch 13 Missionen und dabei Hunderten Ratten das Fell über die Ohren. Grob gesagt funktioniert das wie in Left 4 Dead - nur eben mit Ratten statt mit Zombies. Und mit Fokus auf Nahkampf mit übergroßen Salamimessern, Äxten, Zauberstäben, Bögen und Musketen. Wir wählen eine von fünf Klassen (Hexenjäger, Waldläuferin, Zwerg, Feuermagierin oder Soldat), klinken uns in ein Spiel ein oder starten eines als Host. Leere Plätze im Team werden durch Bots aufgefüllt, dedizierte Server sollen laut Entwickler noch folgen.

Am Anfang lässt uns Vermintide ziemlich allein: Ein Tutorial fehlt. Was kann welcher Held besonders gut? Wie funktioniert die Steuerung? Das müssen wir durch Learning by Doing herausfinden. Geht zwar auch, aber Hinweise auf Matchmaking-Funktionen wie das Aufrufen der Serverliste per Druck auf »L« sollte man doch erklären. Vermintide ist so schon knackig genug und für Rattenfängerazubis bereits auf dem zweiten von fünf Schwierigkeitsgraden ein hartes Brett.

Warhammer: The End Times - Vermintide - Screenshots ansehen

Gemeinsam auf Rattenjagd

Die Ausbildung zum Kammerjäger lohnt sich aber, denn Vermintide ist mit das Beste, was dem Genre seit Jahren passiert ist. Zuallererst ist die Atmosphäre erste Sahne - man merkt einfach, dass es ein Spiel von Warhammer-Fans für Warhammer-Fans ist. Noch wichtiger ist, dass uns Vermintide mit einigen durchdachten Elementen ziemlich gewitzt motiviert.

Am Anfang sind wir motiviert, alle Maps freizuschalten. Die sind nämlich als Kampagne angeordnet, mit Prolog und drei Akten. Zwei Arten von Maps gibt's: Schläuche mit vielen Abzweigungen und große Areale. Erstere sind auf Dauer spannender, weil mit zahlreichen Zwischenaufgaben gespickt und fetziger inszeniert, aber auf beiden haben wir Dauerstress. Unentwegt setzt uns das Spiel Unmengen an Standardratten vors Messer, und alle naselang auch ungemütliche Elitegegner. Blitzschnelle Assassinenratten, ballernde Ratling-Gunner oder der riesige Rattenoger sorgen dafür, dass wir beinah automatisch als Team zusammenbleiben. Wer als einsamer Wolf abseits der Gruppe von einer Packratte und ihrer Fangzange erwischt wird, ist schnell der Buhmann der Truppe.

Fünf Klassen Fünf Klassen stehen zur Auswahl: Hexenjäger, Waldläuferin, Zwergen-Ranger, Feuermagierin oder Soldat.

Hexenjäger Der Hexenjäger vertraut auf präzise Instrumente – wie etwa ein Rapier oder diese Pistole mit Mehrfachschuss.

Waldläuferin Die Waldläuferin schnetzelt sich mit schnellen Hieben durch Feindeshorden oder nutzt ihren Bogen für die Distanz.

Zwerg Mit einer solchen Axt ist der Zwerg eher für dicke Feinde zuständig, schießt aber auch mit Gewehr oder Armbrust ziemlich zielsicher.

Feuermagierin Die Feuermagierin ist dank Flächenschaden aus der Distanz eine 1-A-Damage-Dealerin, hat aber auch ein Schwert mit dabei.

Soldat Der Soldat ist ein Allrounder, mit Schild und Schwert oder eben einem Streitkolben aber meist ganz nahe bei den Gegnern zu finden.

Zusätzlich sind wir motiviert, alle Klassen auszuprobieren. Die haben nicht nur eine spezielle Funktion im Team (Damage Dealer, Tank usw.), sondern lassen sich auch individuell anpassen. Jede erfolgreiche Mission beschert uns nämlich eine zufällige neue Waffe oder einen Anhänger mit Buffs für einen der fünf Charaktere. Clever: Spieler haben so einen Anreiz, verschiedene Klassen auszuprobieren, und verteilen sich gut auf alle Helden.

Auch clever: Das Arsenal eines Charakters fokussiert weniger auf Erbsenzählerei bei Werten wie Schaden oder Reichweite, sondern mehr auf Spielstile. Mit einem behäbigen Bihänder spielt sich der Soldat anders, als wenn wir ihm Schwert und Schild mit auf den Weg geben. Mit einer Armbrust kann das bärtige Nahkampfmonster namens Zwergen-Ranger auch ganz gut den Sniper mimen. Da jeder Charakter ein bisschen ein Allrounder bleibt, funktioniert jede Viererkombi der Klassen.


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