web-patrol: Notruf für das Internet - Oder gegenseitige Überwachung?

web patrol, so heißt ein Konzept, dass der Bund Deutscher Kiminalbeamter in Berlin vorgelegt hat.

von Georg Wieselsberger,
09.06.2009 10:24 Uhr

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat laut heise online Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ein Konzept vorgelegt, das für "mehr Sicherheit im Internet" sorgen soll. Naben einer Aufklärungskampagne soll web patrol, ein Online-Angebot mit eigener Software, dieses Ziel erreichen.

Über die Software können Internetsurfer bei Angabe des eigenen Namens und der E-Mail-Adresse Internetinhalte melden, die ihnen fragwürdig erscheinen. Diese Meldungen soll eine "unabhängige Clearingstelle" mit einem Team aus Kriminalisten, Psychologen und Soziologen bewerten und dann gegebenenfalls weiterleiten und den Melder informieren. Genauere Informationen zu web patrol bietet der BDK auf seiner Webseite.

Dort findet man aber auch eine Formulierung, die die Ziele von web patrol zumindest in einem unangenehmen Licht erscheinen lässt: " Bei allem Positiven, das die Online-Welt bietet, wird das Internet zunehmend als Medium für die Vorbereitung und die Ausführung abweichenden Verhaltens, bis hin zur Durchführung krimineller Taten genutzt". (Hervorhebung durch den Autor der News).

"Abweichendes Verhalten" als negativ und überwachungswürdig darzustellen, ruft bei so manchem Erinnerungen an die deutsche Geschichte hervor. Zusammen mit dem radikalen und gleichzeitig sinnlosen Vorgehen gegen "Killerspiele" sehen Kritiker im heise-forum (und nicht nur dort) inzwischen eine Strömung, deren Richtung ihnen nicht gefällt.

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