Wikileaks-Gründer Julian Assange - Ecuador gewährt angeblich politisches Asyl

Ecuador will Julian Assange laut Presseberichten nach ausführlicher Prüfung der Gesetzeslage Asyl gewähren.

von Georg Wieselsberger,
15.08.2012 14:17 Uhr

Der Wikileaks-Gründer Julian Assange, der am 19. Juni in die Londoner Botschaft von Ecuador geflüchtet war, erhält laut Pressebereichten Asyl in dem südamerikanischen Land gewährt. Diese Informationen stammen von einem Vertreter der Regierung in Quito, der Hauptstadt von Ecuador. Assange war nach einem Urteil des höchsten britischen Gerichts, das seine Auslieferung nach Schweden ermöglicht, in die Botschaft geflüchtet und hatte dort Asyl beantragt.

In Schweden wirft die Staatsanwaltschaft Assange sexuelle Vergehen vor und will ihn dazu befragen, er und seine Anwälte sehen darin aber nur einen Vorwand, um Assange dann von Schweden in die USA auszuliefern. Dort droht ihm wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente auf Wikileaks ein Prozess mit ungewissem Ausgang. Diese Ansicht teilen auch die Diplomaten aus Ecuador. Immerhin hatten einige US-Politiker und Medienvertreter sogar die Todesstrafe gefordert.

Wie The Guardian meldet, hätte sich der ecuadorianische Präsident Rafael Correa nun entschieden, Assange politisches Asyl zu gewähren, nachdem die internationale Gesetzeslage ausführlich geprüft worden sei. Allerdings hat Assange durch seine Flucht Bewährungsauflagen gebrochen und würde beim Verlassen der Botschaft umgehend verhaftet. Ob er also die Botschaft für einen Flug nach Ecuador in Richtung Flughafen verlassen könnte, ist unklar.

Zudem hat Präsident Correa inzwischen per Twitter dementiert, dass schon eine Entscheidung gefallen sei. Er warte noch auf einen Bericht des Außenministeriums. In Ecuador gehen jedoch viele Politiker davon aus, dass die Entscheidung für Assange ausfallen wird, damit sich der Präsident vor den Wahlen im Februar 2013 als Verteidiger der Freiheit präsentieren kann.


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