Windows 10 - Klage wegen »Zwangsdownload« und neuer Ärger

Während Verbraucherschützer gegen Microsoft wegen des »Zwangsupdates« auf Windows 10 vorgehen, tritt das Unternehmen genau bei diesem Thema erneut in ein Fettnäpfchen.

von Georg Wieselsberger,
17.12.2015 08:05 Uhr

Dieses Fenster lässt den Nutzern anscheinend keine Wahl - es kann aber einfach geschlossen werden.Dieses Fenster lässt den Nutzern anscheinend keine Wahl - es kann aber einfach geschlossen werden.

Die Art und Weise, wie Microsoft die Nutzer der älteren Betriebssysteme Windows 7 und Windows 8.1 dazu bewegen will, auf Windows 10 umzusteigen, wurde in den letzten Monaten immer wieder kritisiert. Auch wenn das Upgrade noch bis Juli 2016 kostenlos ist, wollen manche Nutzer, selbst wenn sie ein Upgrade reserviert haben, noch nicht oder vielleicht auch gar nicht umsteigen.

Trotzdem hatte Microsoft per Update das »Get Windows 10«-Tool (GWX) installiert, das sich nicht nur immer wieder bemerkbar machte, sondern im Hintergrund auch noch bis zu 6 GByte an Daten herunterlädt. Microsoft hatte dazu erklärt, das seien die Daten, die für das Upgrade notwendig seien, das auf diese Weise schnell durchgeführt werden kann. Doch genau dieser Punkt hat nun dazu geführt, dass die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegen Microsoft vor Gericht zieht, da das Unternehmen zuvor auf eine Abmahnung nicht reagiert hatte.

»Seit mehreren Wochen beschweren sich Verbraucher, die bislang die Microsoft-Betriebssysteme 7 und 8 genutzt haben, über ein bis zu 6 GB großes Datenpaket, das auf ihre Rechner im Hintergrund in einen versteckten Systemordner aufgespielt worden sei - ohne dass sie hierüber informiert worden wären oder eine Zustimmung erteilt hätten. Diese Geschäftspraxis ist inakzeptabel, da sie eine unzumutbare Belästigung darstellt. Wir werden die Geschäftspraxis von Microsoft daher einer gerichtlichen Prüfung unterziehen«, so die Verbraucherschützer.

Die Daten belegen nicht nur unaufgefordert Platz auf dem Systemlaufwerk, sondern können unter Umständen auch teuer werden, falls ein Nutzer eine Verbindung mit Datenvolumen verwendet. Microsoft hatte auch versucht, das Upgrade als optionales, aber von vornherein ausgewähltes Update per Windows auszuliefern und dies anschließend als Fehler bezeichnet. Das hält Microsoft allerdings nicht davon ab, nun erneut einen solchen »Fehler« zu begehen.

Wie mehrere Nutzer von Windows 7 und Windows 8.1 melden, bekommen sie nun ein Fenster zum Start des Upgrades angezeigt, das genau zwei Schaltflächen bietet. Die beiden Auswahlmöglichkeiten: »Jetzt« und »Heute Nacht«. Das Fenster lässt sich zwar wie üblich durch das X oben rechts schließen und das Upgrade wird dann zumindest vorerst nicht durchgeführt, doch für reine Anwender sieht es aber wohl wie ein Angebot aus, dass sie nicht ablehnen können.

Quelle: Verbraucherzentrale, Reddit

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