Windows 8 - Laut Marktforschern schuld an schlechten PC-Verkäufen (Update)

Das neue Betriebssystem von Microsoft ist laut IDC nicht der erhoffte Anschub, sondern eher eine Bremse bei den PC-Verkäufen.

von Georg Wieselsberger,
12.04.2013 08:09 Uhr

Laut den Marktforschern von IDC sind die Verkäufe von PCs weltweit im 1. Quartal 2013 um 13,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Das sei der größte Rückgang seit 1994. Insgesamt wurden 76,3 Millionen PCs verkauft.

Als Gründe gibt IDC dahinschwindende Netbook-Verkäufe und den Erfolg von Tablets und Smartphones an, für die Verbraucher stattdessen ihr Geld ausgeben. Ultraflache Notebooks und Rechner mit Touchscreens seien noch zu teuer und das neue Betriebssystem Windows 8 sei schlecht aufgenommen worden. So fehle dem PC-Markt die Innovation, die zum Kauf anregen würde. Windows 8 sei nicht nur daran gescheitert, dem PC-Markt einen Schub zu geben, sondern scheine sogar als Bremse zu wirken.

Die »radikalen Änderungen« an der Benutzeroberfläche, die Entfernung des Start-Buttons und die Kosten für Touchscreen-Rechner hätten den PC im Vergleich zu Tablets weniger attraktiv gemacht. Microsoft stehe daher vor schweren Entscheidungen, wenn das Unternehmen dabei helfen wolle, den PC-Markt wieder zu beleben, so Bob O'Donnell, Vizepräsident bei IDC.

Update: Die Meldung von IDC und vor allem die anteilige Schuldzuweisung an Windows 8 für schlechte PC-Verkäufe haben für viele Reaktionen im Web gesorgt. Die wegen ihrer Voraussagen kritisierten Marktforscher bei Gartner halten beispielsweise Windows 8 nicht für ursächlich, sondern die Preise für Touchscreen-Geräte. Gartner geht aber davon aus, dass gerade Windows 8 und Touchscreens in der 2. Jahreshälfte eine wichtige Möglichkeit für Wachstum bieten werden.

Ein ganz anderes Argument ist die Tatsache, dass Windows 8, von den Touchscreen-Funktionen abgesehen, keine höheren Hardware-Anforderungen an einen PC stellt als noch Windows 7. Ein Neukauf ist daher selbst bei einem Umstieg für viele Nutzer nicht notwendig. Daher müssen sich selbst theoretisch gute Verkaufszahlen von Windows 8 daher nicht unbedingt positiv auf die Verkaufszahlen von neuen Rechnern auswirken. Immerhin gab es sehr günstige Upgrade-Möglichkeiten auf das neue Betriebssystem.

Genau diese Punkte nennt beispielsweise PCWorld und weist außerdem darauf hin, dass IDC Windows 8-Tablets, selbst wenn sie wie Surface Pro ein vollwertiger Windows-PC sind, nicht in die PC-Kategorie einrechnet, weil sie ohne Tastatur verwendbar sind.


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