Windows 3.1 - PCs mit Uralt-Betriebssystemen machen Probleme am Pariser Flughafen

Ein PC mit dem 1992 erschienenen Windows 3.1 hat vor rund einer Woche für Probleme am Pariser Flughafen Orly gesorgt.

von Georg Wieselsberger,
15.11.2015 08:47 Uhr

Windows 3.1 ist am Pariser Flughafen Orly für ein Wetter-System zuständig.Windows 3.1 ist am Pariser Flughafen Orly für ein Wetter-System zuständig.

Auch über 20 Jahre nach der der Veröffentlichung ist Windows 3.1 noch immer im Einsatz und das nicht nur auf alten privaten Rechnern, sondern auch auf extrem wichtigen Systemen. Ein Beispiel dafür ist der Pariser Flughafen Orly, der einen solchen PC für ein System namens DECOR verwendet. Dieses System liefert der Flughafenüberwachung wichtige Wetterdaten, die beispielsweise die Piloten bei Nebel und anderweitig schlechtem Wetter über die Sichtweite auf den Start- und Landebahnen informieren.

Nachdem auf dem Flughafen Nebel herrschte, hätte DECOR die entsprechenden Informationen liefern sollen, funktionierte jedoch nicht. Aus Sicherheitsgründen wurden dann Abflüge von Orly vorübergehend eingestellt. Wie Vice meldet, setzen die Controller an den Pariser Flughäfen Systeme ein, die auf vier verschiedenen Betriebssystemen laufen und jedes davon ist zwischen 10 und 20 Jahren alt. Einige Rechner laufen mit Unix, andere noch mit Windows XP.

Laut der Gewerkschaft der Fluglotsen sind diese Systeme so alt, dass Wartungen nur ungern durchgeführt werden und es auch immer weniger Angestellte gibt, die dafür die notwendigen Kenntnisse haben. In Paris gebe es nur drei Spezialisten, die Probleme mit DECOR beheben könnten, von denen einer im nächsten Jahr in den Ruhestand tritt. Ersatz konnte bislang nicht gefunden werden. Ein weiteres Problem ist, dass es kaum noch Ersatzteile für die veralteten Rechner gibt und daher inzwischen sogar Ebay als Quelle verwendet wird. Ähnlich geht die NASA bei manchen Systemen vor.

Laut der Regierung soll die Ausstattung im Jahr 2017 erneuert werden, doch die Gewerkschaft geht davon aus, dass das frühestens 2019 der Fall sein wird und vielleicht sogar erst 2021. Eine Gefahr für Passagiere besteht allerdings nicht, da wie im geschilderten Fall dann Maßnahmen getroffen werden, die die Sicherheit gewährleisten.

Quelle: Vice

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