Windows 7-Installationstool - Tool wieder online (Update2)

Windows 7 läuft zwar auch auf Netbooks, mangels Laufwerk ist die Installation aber komplex. Das Microsoft Windows 7 USB/DVD Tool hilft.

von Moritz Jäger, Georg Wieselsberger,
10.12.2009 09:39 Uhr

Auch Netbook-Besitzer sollen die Möglichkeit zur Installation von Windows 7 haben, findet zumindest Microsoft. Allerdings fehlt den kleinen Notebooks oft das optische Laufwerk, eine Installation von DVD kommt also nicht in Frage.

Um dieses Problem zu lösen, stellt Microsoft kostenlos das Windows 7 USB/DVD Download Tool bereit. Dieses Programm extrahiert das Windows-ISO-Image auf einen USB-Stick und macht ihn boot-fähig, der Stick muss dabei mindestens vier GByte Speicherplatz bieten. Anschließend lässt sich die Installation vom USB-Sick aus starten und durchführen. Der USB-Stick kann danach ganz normal weiterverwendet werden.

Das Programm setzt allerdings voraus, dass der Nutzer Windows 7 bereits im ISO-Format vorliegen hat, das Betriebssystem also beispielsweise über den Microsoft Store erworben hat. Wer sich nicht auf Microsoft verlassen will oder ein ähnliches Tool für Linux benötigt, kann auf das Open Source Programm UNetbootin zurückgreifen.

Update 12. November 2009

Microsoft hat das Tool gestern »wegen einer Überprüfung« von seinem Server genommen. Grund für diese Überprüfung sind vermutlich Vorwürfe, die die Webseite Within Windows bereits vor einigen Tagen erhoben hatte.

So sollen sich im Programmcode des Download-Tools auch Teile befinden, die dem Open-Source-Projekt Image Master entnommen wurden, ohne die GPLv2-Lizenz dieser Software zu beachten. Modifizierter Code des Projektes muss demnach ebenfalls als Open-Source mit GPLv2-Lizenz veröffentlicht werden.

Microsoft schränke stattdessen sogar die Nutzung des Tools in eigenen Lizenzbedingungen ein, die eine Überprüfung des Programmes, wie sie Within Windows vorgenommen hat, übrigens verbieten.(gw)

Update 15. November 2009

Die Vorwürfe, das Tool enthalte nicht lizensierten Programmcode, entsprechen der Wahrheit. Dies hat Peter Galli, Open Source Community Manager bei Microsoft, ein einen Blog-Beitrag bestätigt. Allerdings sei dies keine Absicht von Microsoft gewesen, denn man habe das Tool außer Haus programmieren lassen.

Dennoch trage man natürlich eine Verantwortung dafür, da man das Problem bei der Prüfung des abgelieferten Programmcodes nicht bemerkt habe. Man habe inzwischen auch andere Programme untersucht und keine weiteren Vorfälle dieser Art gefunden.

Wenn ein Programm Code von Dritten enthalte, respektiere Microsoft natürlich dessen Lizenz. Daher werde man den Quellcode für das Tool und auch die ausführbare Datei kommende Woche unter der General Public License v2 veröffentlichen. Außerdem habe man aus dem Vorfall gelernt und werde die Code-Prüfung entsprechend anpassen.

Update 10.12.2009

Microsoft hat das Tool nun wieder online gestellt. Die neue Version hatte sich verzögert, da das Testen und die Lokalisierungen mehr Zeit in Anspruch nahmen als gedacht.

Da das Tool nun selbst Open Source-Status hat, gibt Microsoft auch den Sourcecode frei. Da aber nicht alle Teile des Tools die gleiche Lizenz haben, hat Microsoft das Tool auch etwas verändert.

So ist nun für Nutzer von Windows XP die vorherige Installation des .NET-Frameworks v2 und der Brenn-Schnittstelle Image Mastering API v2 notwendig. Dies erklärt Microsoft auf der Hilfe-Seite des Tools.

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