World of Tanks - Nächster Shitstorm dank Patch 9.19

World of Tanks sorgt für den nächsten Shitstorm in kürzester Zeit. Dieses Mal sorgt das Update 9.19 für Aufsehen, das mit neuen Endgame-Inhalten die besten Spieler noch besser machen wird.

von Stefan Köhler,
31.05.2017 16:45 Uhr

Die Spieler von World of Tanks laufen Sturm - mit Patch 9.19 geht die Schere zwischen guten und schlechten Spielern noch weiter auseinander.Die Spieler von World of Tanks laufen Sturm - mit Patch 9.19 geht die Schere zwischen guten und schlechten Spielern noch weiter auseinander.

Nach der Kontroverse um den angeblichen Pay2Win-Panzer und das Vorgehen gegen den YouTuber SirFoch sieht sich der Entwickler Wargaming mit dem nächsten Shitstorm konfrontiert. Schuld trägt das Update 9.19 für World of Tanks, dessen neue Features rund um die Einführung der kompetitiven, gewerteten Gefechte dafür sorgen, dass gute Spieler mit starken Bauteilen überschüttet werden, während schwache Spieler das Nachsehen haben.

Die Frustration schwappt derzeit durchs offizielle Forum, einfache Spieler und auch bekannte YouTuber wie Mootality kritisieren Wargamings Update aufs schärfste.

Worum geht es genau?

Patch 9.19 führt den neuen Modus gewertete Gefechte ein, die wie kompetitives Matchmaking in Shootern wie Overwatch funktionieren. Spieler kämpfen in zeitlich begrenzten Seasons um die Top-Ränge der Bestenliste. Zur Belohnung gibt es Anleihen als neue Währung, mit der sich neue Items kaufen lassen: Verbessertes Zubehör und Direktiven.

Der Ärger dreht sich um genau diese Items: Es handelt sich um Zubehör, das besser als Standardbauteile ausfällt und das anders nicht erspielt werden kann. Verbessert werden beispielsweise die Besatzungsfertigkeiten, die Nachladezeit und die Sichtweite. Wer besonders gut spielt, der erhält besonders viele Anleihen und kann sich entsprechend schneller und mehr Items kaufen. Die Schere zwischen guten und schlechten Spielern geht damit also noch weiter auseinander, zum Unterschied beim Können kommt noch ein Unterschied bei der Bewaffnung des Panzers hinzu.

Mehr auf der offiziellen Seite: Wargaming erklärt neues Equipment und Anleihen

Das Zubehör kostet 3.000 bis 5.000 Anleihen, je nach Bauteil. Pro Woche können (je nach Rang) 500 bis 100 Anleihen verdient werden. Am Ende der Saison werden Anleihen wie folgt ausgeschüttet.

  • Top 10 Prozent der Spieler: 5.750 Anleihen
  • Top 11-25 Prozent der Spieler: 3.250 Anleihen
  • Top 26-50 Prozent der Spieler: 1.500 Anleihen
  • Die untere Hälfte der Spieler: Keine Belohnung

Direktiven funktionieren wie Buffs, sie kosten nur 2 bis 12 Anleihen und gelten nur ein Match lang. Sie verleihen entweder bestimmte Fertigkeiten, wenn die Fertigkeit von der Crew noch nicht gelernt wurde, oder aber einen Bonus - beispielsweise 10 Prozent bessere Fahrzeugtarnung zusätzlich.

World of Tanks - Kontroverser Patch 9.19 im Trailer vorgestellt 6:00 World of Tanks - Kontroverser Patch 9.19 im Trailer vorgestellt

Gute Spieler werden bevorteilt

Anhand der Kosten sieht man schon: Gute Spieler haben sofort Zugriff auf die besonders guten Items, schlechtere Spieler müssen lange und über mehrere Saisons sparen. Und wer spart, wird wohl auch auf die Direktiven verzichten - während sich gute Topspieler mit ihrem Anleihen-Einkommen wöchentlich eindecken können und so nur noch mehr Vorteile genießen, womit sie wohl in den oberen Rängen der Bestenliste bleiben werden.

Die Problematik geht aber noch weiter: Die Items lassen sich in jedem beliebigen Modus verwenden, sie sind nicht an gewertete Gefechte gebunden. Der neue kompetitive Spielmodus steht aber nur für Spieler mit Tier-10-Vehikel zur Verfügung. Wer keinen solchen Panzer besitzt, der darf nur zugucken. Die Bauteile lassen sich zwar für Tier-10-Vehikel freispielen, aber in alle Panzer einbauen. Wer also mit seinem besonders mächtigen verbesserten Zubehör Einsteiger auf niedrigen Panzer-Levels jagen will, der kann dies auch tun.

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Was macht Wargaming?

Der Ärger erstreckt sich nicht nur über das Update 9.19 und die neuen Bauteile und Direktiven. Fans beklagen sich auch, dass sie vor Release bereits protestiert hatten - und Wargaming jede Kritik ignoriert hat, der Patch wurde trotzdem am 31. Mai veröffentlicht. Besondere kosmetische Items für gute Spieler (wie im eingangs erwähnten Beispiel Overwatch) wurden gewünscht, Panzer-Verbesserungen und damit handfeste Gameplay-Vorteile jedoch nicht. Dass ein Entwickler Feedback-resistent ist, mag wohl keine Online-Community akzeptieren irgendeines Spiels akzeptieren.

Zumindest kurzfristig hat der Entwickler eingelenkt: Nach 88 Seiten Shitstorm im offiziellen Forum verspricht man, dass Anleihen in Zukunft auch durch andere Aktivitäten im Spiel verdient werden können. Wann und wie, dazu gibt es noch keine Informationen. Das deutsche Community-Management hat das Feedback der Spieler zumindest an die Wargaming-Zentrale weitergegeben.

Wir haben Wargaming ebenfalls um ein Statement gebeten, bisher aber noch keine Antwort erhalten. Sobald wir mehr erfahren, veröffentlichen wir die offizielle Mitteilung selbstverständlich.

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