WoW - Blizzard stoppt Fan-Mod, die Quests aufmöbeln sollte

Die Fan-Mod Warcraft Tales für WoW hatte ambitionierte Pläne. Die Quests der Stufen 1-60 sollten vertont werden. Doch Blizzard stoppte das Projekt.

von Tobias Ritter,
30.03.2017 10:50 Uhr

Der YouTuber BellularGaming hatte eigentlich große Pläne: Mit seiner Modifikation Warcraft Tales wollte er die Quests im Online-Rollenspiel World of Warcraft deutlich verbessern.

Grundsätzlich bestand der Plan daraus, sämtliche Quests der Stufen 1-60 neu zu schreiben und sogar zu vertonen, um die Story insgesamt interessanter zu gestalten.

Doch daraus wird nun nichts: Wenige Tage nach der ursprünglichen Video-Ankündigung des Projekts schritt die Rechtsabteilung von Blizzard ein und stoppte die Entwicklung der Modifikation. Als Grund gab man an, dass Warcraft Tales die Integrität und die Spielerfahrung von World of Warcraft gefährde.

Hoffnung wegen StarCraft Universe

Hoffnungen darauf, dass Blizzard das Projekt schon irgendwie dulden werde, machten sich der YouTuber und sein Team insbesondere aufgrund von StarCraft Universe. Immerhin transformierte das Fan-Projekt das ursprüngliche Echtzeitstrategiespiel Starcraft 2 in ein Rollenspiel mit einigen Multiplayer-Elementen - und wurde sogar von Blizzard unterstützt.

Wacraft Tales hingegen sollte noch nicht einmal ein Spiel im Spiel werden - sondern auf Basis der verfügbaren Modding-Werkzeuge das Spielerlebnis verbessern, indem Story und Quests anders präsentiert werden. Statt simpler geschriebener Texte hätte es vertonte Texte, Dialoge und Monologe geben sollen.

Finanzierung über Patreon

Zur Finanzierung des Vorhabens hatten BellularGaming und seine Kollegen bereits eine Patreon-Kampagne gestartet. Ihrem Ziel von 2.500 US-Dollar an Spenden pro Monaten waren sie bereits relativ nahe, bevor Blizzard den Stecker zog.

Der YouTuber ist sich hingegen sicher, mit seinem Projekt im abgesteckten Rahmen für erlaubte Add-ons geblieben zu sein. Er glaube jedoch, dass die geplante Modifikation in den Augen Blizzards einfach zu groß und ambitioniert gewesen sei.

Blizzard gibt Stellungnahme ab

Gegenüber der englischsprachigen Webseite PC Gamer äußerte sich ein Sprecher des Entwicklerstudios zu den Vorkommnissen. Man habe Bellular mitgeteilt, dass man seine Passion für das Spiel begrüße, die Modifikation jedoch nicht erlauben könne.

World of Warcraft sei eine lebendige Welt und alles, was an den In-Game-Inhalten verändert werde, könnte die Erfahrungen aller Spieler aus technischer Sicht beeinträchtigen. Ganz abgesehen davon, dass das Projekt die Geschichte verändere, die das gesamte Universum beisammen halte. Kurz gesagt: Blizzard möchte natürlich die Kontrolle über die Hintergrundgeschichte des Warcraft-Universums behalten.

"Fan-Fiction ist großartig (und findet außerhalb des Spiels statt). Add-ons, die die Art und Weise, wie Quests dargestellt werden, sind okay, weil sie nichts an den In-Game-Inhalten ändern. Aber Add-ons, die Änderungen an In-Game-Inhalten und der Story vornehmen oder sie sogar durch etwas anderes ersetzen, sind nicht okay, weil sie weitreichende Auswirkungen auf die Spielerfahrung haben."

Letzter Hoffnungsschimmer für Warcraft Tales

Bellular möchte nun Verhandlungen mit Blizzard aufnehmen, um Warcraft Tales möglicherweise doch noch irgendwie zu verwirklichen. Immerhin scheint er bereits selbst Geld in das Projekt gesteckt zu haben: Die ersten drei Episoden der Veröffentlichung wollte er aus eigenen Mitteln finanzieren. Die erste Episode hätte am 6. April 2017 erscheinen sollen.

Kein Ende in Sicht: Das wird 2017 aus World of Warcraft

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