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Xbox One ohne Kinect - Microsoft: Erst taub, jetzt blind?

Überraschend kündigt Microsoft eine Kinect-lose Xbox One an. Smarter Move, längst überfällige Spieler-Wunscherfüllung oder krasse Fehlentscheidung? Eine Analyse von Online-Chefredakteur Markus Schwerdtel.

von Markus Schwerdtel,
15.05.2014 12:02 Uhr

Eigentlich erwartet man Überraschungen dieses Kalibers eher von der E3: Aus heiterem Himmel kündigt Microsoft an, künftig auch eine Xbox One ohne Kinect-Sensor anzubieten - immerhin stolze 100 Dollar bzw. Euro billiger und damit auf preislicher Augenhöhe mit dem Konkurrenten PlayStation 4. Doch nicht überall in der Konsolenwelt stößt diese Entscheidung auf Gegenliebe, schließlich haben viele Spieler, Entwickler und nicht zuletzt Microsoft selbst hohe Erwartungen in Kinect gesetzt. Und die könnten jetzt - zumindest teilweise - enttäuscht werden.

Die Spieler: Ausgefuchtelt

Auf den ersten Blick profitiert man als Spieler von der Kinect-Streichung. Schließlich gibt es jetzt neben der PlayStation 4 eine weitere NextGen-Konsole für unter 400 Euro. Für jemanden, der auf Exklusivtitel wie Halo 5 oder ein Forza Horizon 2 spekuliert, sind das gute Neuigkeiten. Schließlich hätten diese Titel den Sensor vermutlich ohnehin nur für unwichtige Nebenfunktionen verwendet, auf solche Gimmicks kann man auch gut verzichten. Oder hat wirklich jemand in Ryse: Son of Rome seine Bogenschützen per Sprachbefehl in Stellung gebracht? Kurz: Mit dem Kinect-Verzicht tut Microsoft vor allem Hardcore-Spielern einen Gefallen, das ist erst mal gut.

Blöd schauen allerdings die Käufer in die Röhre, die ihre Xbox One als Wohnzimmer-Kommandozentrale einsetzen wollten. Schließlich hat Microsoft das seit der ersten Vorstellung der Konsole immer wieder propagiert. Das Durchschleifen von TV-Signalen und der elektronische Programmführer werden zwar auch ohne Kinect funktionieren (zumindest in den USA), die praktischen Sprachkommandos dürften für die Besitzer einer »nackten« Xbox One aber wegfallen.

Wer also mit seiner Konsole nur spielen will, profitiert am Ende vermutlich von der Streichung. Für rund 400 Euro gibt es vernünftige Spielehardware - die im Gegensatz zur PlayStation 4 auch in ausreichenden Mengen verfügbar sein dürfte.

Die Entwickler: Ausgebremst

Etwas anders als bei den Spielern sieht die Sache für Entwickler aus. Die konnten sich bislang drauf verlassen, dass jeder Xbox-One-Besitzer auch eine Kinect-Kamera hat - selbst wenn momentan nicht angesteckt, dann zumindest irgendwo im Keller und damit kurzfristig einsetzbar. Diese Gewissheit fällt nun weg, die Xbox One-Landschaft wird in Sachen Kinect über kurz oder lang so fragmentiert und damit schwer berechenbar sein wie auf der Xbox 360.

Das dürfte vor allem kleinere und Indie-Entwickler treffen, die an innovativen Titeln für Kinect arbeiten. Die haben zwar die bisher installierten Xboxen als potenzielle Zielplattform sicher, jede ab Juni neu verkaufte Xbox One wird für sie aber zum Glücksspiel. Holt sich der Käufer einen Kinect-Sensor dazu, ist er ein potenzieller Abnehmer für ihr Spiel. Kauft er die Konsole »nackt«, ist er als Kunde verloren. Auf Twitter und in Foren jammern viele Indie-Entwickler schon jetzt über die unerwartete Kehrtwende von Microsoft, die gerade kleine Studios vor Probleme stellen wird.

Xbox One: Besser ohne Kinect? - Streitgespräch mit Markus Schwerdtel und Heiko Klinge 10:57 Xbox One: Besser ohne Kinect? - Streitgespräch mit Markus Schwerdtel und Heiko Klinge

Deutlich gelassener sieht man die Kinect-Drehung bei großen Publishern wie Electronic Arts, Activision oder Ubisoft. Logisch, mit ihnen hat Microsoft schon im Vorfeld der Entscheidung gesprochen und sich quasi den Segen der wichtigsten Spiele-Anbieter abgeholt. Der wurde natürlich breitwillig erteilt, schließlich macht der Kinect-Wegfall die Entwicklung von Multiplattform-Titeln noch einfacher. Jetzt muss man nicht mehr auf diese komische Kamera Rücksicht nehmen, nur um Microsoft einen Gefallen zu tun und dann hoffentlich mit seinem Spiel auf der Xbox-Website vorgestellt zu werden.

Am härtesten trifft der Sensor-Wegfall also vermutlich die Kleinen, die sich mit vollem Risiko in die Kinect-Entwicklung gestürzt haben - im Vertrauen darauf, dass Microsoft bei seiner unzählig oft beteuerten Aussage bleibt, dass Kinect ein integraler Bestandteil der Xbox One ist.


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