Leserbrief - Tierquälerei

Dieses Thema im Forum "Fragen an die Redaktion" wurde erstellt von REAL-XD, 23. Juli 2011.

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  1. Zunächst mal wundere ich mich etwas, dass mein Account hier noch aktiv ist, obwohl ich vor knapp einem Monat um Löschung des selbigen gebeten hatte.
    Naja, von daher werde ich hier noch zu einer IMO äußerst dürftigen Antwort von Herrn Sigismund Stellung beziehen.

    Die Antwort auf genannten Leserbrief könnte fast schon von einem Politiker sein.
    Was daraus hervorgeht, setzt entweder voraus, dass Fabian mit Lesern auf Bild-Niveau rechnet, oder den Unterschied zwischen unschuldigen Tieren und aggressiven "Aliens" oder Menschen nicht kennt.
    Beides wäre bedenklich, zweiteres für mich eindeutig schlimmer.

    Die Vergleiche zwischen der Ratte im Mikrowellenherd und den Schweinealiens hinkt schon mal deswegen, weil eben die Ratte ein unschuldiges, dem Duke hier ausgeliefertes Wesen ist, dass nur für einen äußerst geschmacklosen Scherz (der IMO keiner ist) dient. Sie kann dem Duke absolut nichts anhaben und hat dies auch nicht vor.
    Die Schweinesoldaten hingegen sind bewaffnet und greifen den Duke an. Das eine ist Sadismus, das andere "sich wehren".

    Dann wird nun ein weiterer unpassender Vergleich bemüht. Dass in einem Militärshooter Menschen abgeschossen werden, bringt die Thematik mit sich. Dies wird, und das ist der Knackpunkt, aber nicht als "Humor" dargestellt.

    Beide Vergleiche von Fabian hinken also gewaltig. Beide im Hinblick auf "hilflos - aggressiv". Letzterer im Hinblick auf "ernsthaft - humor".

    Wir müssen nun nicht darüber reden, dass es sich "ja nur um ein Spiel handelt" oder darüber streiten "was lustig ist oder eben nicht". Dass der Duke sich und seine "Umwelt" nicht ernst nimmt, ist ja bekannt".

    Hier geht es um die anscheinend äußerst zweifelhaften Ansichten von Fabian Sigismund.
    Kennt man in der Redaktion also tatsächlich nicht den Unterschied zwischen einer hilflosen Ratte, die einem sadistischen Zweck dient und einem aggressiven bewaffneten Angreifer?
    Oder ging es um ein nahezu schon politisches Maneuver (auf Stammtisch-Niveau, wohlgemerkt)?
     
  2. Keksus

    Keksus
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    Ich hab in dem Spiel keine Ratte gesehen, nur einen Polygonhaufen in Form einer Ratte. :nixblick:

    Ich hoffe im übrigen, dass du nie GTA gespielt hast. :teach:
     
  3. CSMaster2000

    CSMaster2000
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    Ich kann dir absolut nicht zustimmen.

    Zunächst einmal meine ich mich zu erinnern, dass die Ratten in Duke Nukem jedenfalls den geschrumpften Duke schon angreifen (in besagten Szenen natürlich nicht), insofern kann nicht von völlig unschuldigen Wesen (im Vergleich zu den agressiven Schweinen etc) gesprochen werden.

    Zweitens gibt es genügend Spiele, in denen sehr wohl agressive Handlungen gegen Unbewaffnete o. ä. möglich sind (GTA? Modern Warfare 2?!) und dies jedenfalls auch für einige Humor darstellt (man braucht nur etwas bei Youtube suchen und findet garantiert entsprechende GTA Videos - MW2 fällt nicht darunter). Insofern erscheint eine Kritik an Duke Nukem überzogen, da es dort "nur" um Tiere geht.

    Das alles rechtfertigt natürlich nicht, dass Tierquälerei als Witz dargestellt werden "darf".

    Nun sehe ich den entscheidenden Punkt aber doch darin, dass Gearbox dies eben als Humor darstellt und die Gamestar in ihrem Video nur diesen "Humor" zeigt.
    Und ich will ehrlich sein: Wenn Humor notwendig frei von der Möglichkeit der Verletzung der Gefühle anderer sein muss, dann ist es fast unmöglich ein vermeintlich humorvolles Spiel zu erstellen.
    Insbesondere Duke Nukem verletzt doch absichtlich so ziemlich jedes Tabu und greift so ziemlich jede Gruppe an. Ich könnte mich genauso irritiert zeigen, dass du es anscheinend völlig in Ordnung findest, dass Duke Nukem ein extrem sexistisches Spiel ist - aber bei Ratten in Mikrowellen zum Gegenangriff ausholst.

    Man darf diese Ratten-in-Mikrowelle-Geschichte gerne als geschmacklos kritisieren - aber ich sehe darin keinen auch nur ansatzweise mit MW2 (Flughafen) vergleichbaren Tabubruch, der eine Gegenüberstellung von verschiedenen Meinungen etc rechtfertigen würde.

    Insofern stimme ich Fabian vollkommen zu.
     
  4. Spiritoger gesperrter Benutzer

    Spiritoger
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    Ich sag nur Tom & Jerry ...
     
  5. Sternitzky

    Sternitzky
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    1. Sind es immer noch Pixel.
    2. Weißt Du, ob die Ratte schon mal Sex hatte?
    3. Oder gegen irgendein Gesetz des Staates Nevada verstoßen hat?
    4. Die Ratte ist mit Zähnen bewaffnet.
    5. Ratten (mit einem Produktionszyklus eines Aliens) übertragen Seuchen und Krankheiten, gegen die man sich mit atomaren Clusterbomben (oder auch Mikrowellen) wehren muß.
    6. Zugegeben, ist grausam.
      • Aber erstens wird man, im Gegensatz zu Fall of Rookie, nicht dazu gezwungen.
      • Zweitens soll es Leute geben, die Grausamkeit erst dann verurteilen können, wenn sie sie erlebt haben. Besser (in Pixelform) simuliert erlebt als in echt.

        Es gibt Myriaden an 5-jährigen, die machen in echt Dinge, die sind an Grausamkeit nicht zu übertreffen, da ist diese Pixeldemonstration ein Witz. Echt jetzt. Aber wenn man keine Problem hat, erschafft man sich halt welche. :fs:
    Danke für Deine Ehrlichkeit. :sauf:
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2011
  6. oder Itchy & Scratchy
     
  7. Ich gebe zu, dass ich die Szene mit der Ratte nicht sonderlich dolle fand. Das liegt aber auch daran, dass dieser Witz spätestens seit dem Flash-Hamster von Gerbil vor ca. 15 Jahren abgelutscht ist. Ein weiteres Beispiel dafür ist das Herumwerfen mit Scheiße. Dafür gibt es sogar ein Achievement.

    Im Test wird aber deutlich darauf hingewiesen, dass der Humor oft bestenfalls als "bemüht" bezeichnet werden kann. Von daher sehe ich Dein Problem nicht. Meiner Meinung nach machst Du aus einer Ratte einen Elefanten.
     
  8. Husky666 Mit Schleife

    Husky666
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    Welches eine Satire auf Tom & Jerry ist...
     
  9. ..das wiederum eine Satire auf den Mediumkonsum der USA ist..
     
  10. Gamma gesperrter Benutzer

    Gamma
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    Es gibt wirklich Leute, die sich über solche Dinge aufregen? Über Ratten, die in einem Computerspiel "sadistisch" getötet werden? Wow, das macht die "Killerspiel"-Gegner ja fast nachvollziehbar.

    Get a Life, indem du dich um wichtigere Dinge kümmerst als arme arme Ratten.
     
  11. Fabian Siegismund

    Fabian Siegismund
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    Die Beschwerde ist wie gesagt inkonsequent.

    Wenn man sich darüber aufregt, dass in einem Spiel eine Ratte getötet wird, dann bedeutet das, dass man in dieser virtuellen Ratte ein empfindsames Wesen sieht, dessen Rechte es zu schützen gilt. Und wenn man in der virtuellen Ratte ein empfindsames Wesen sieht, dann muss man in virtuellen Menschen ERST RECHT empfindsame Wesen sehen.

    Vor dem Hintergrund ist es albern, sich über den "Tod" einer "Ratte" aufzuregen, wenn im Medium Computerspiel täglich Abertausende von "Menschen" grausam "sterben".

    Die Albernheit bekommt noch eine neue Dimension, wenn man sich damit rausreden will, dass die bösen Aliens oder die Russen in Modern Warfare 3 im Gegensatz zur Ratte ja angegriffen haben, somit "böse" sind und den Tod verdienen. Das ist das Märchen vom Gerechten Krieg. Ich glaube nicht, dass der Frontsoldat, der von seiner Regierung in den Krieg gehetzt wird, böse ist. Und vielleicht hatten die Schweine-Aliens auf ihrem Heimatplaneten ja eine schlimme Katastrophe, und jetzt suchen sie einen neuen Lebensraum? Für ihre großäugigen Schweine-Alien-Babies?

    Wenn schon Gutmensch, dann muss man auch bitte anprangern, dass es am Anfang von Modern Warfare 3 oder Duke Nukem Forever keine diplomatische Lösung gibt, die das Töten gänzlich verhindert. Alles andere ist wie gesagt inkonsequent.

    Das ändert freilich nichts daran, dass es in dem Video des Anstoßes ohnehin nur um eine Demonstration dessen geht, was Gearbox für Humor hält, und nicht darum, was ICH für Humor halte.
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2011
  12. Husky666 Mit Schleife

    Husky666
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    Zumal mir gerade noch einfällt das ich ziemlich viele Ratten in Might and Magic 3-8 getötet habe ohne eine Diplomatische Lösung zu suchen :ugly:

    Da es sich bei Duke Nukem Forever um ein Spiel für erwachsene handelt sollte man da auch die Geistige Reife erwarten das die Spieler nicht die nächst beste Ratte in die Microwelle stopft...

    Obwohl, ich da so bei einigen leuten meine zweifel habe...

    Ja, toll... jetzt hast du uns mindestens 1/4 Der MW3 Story gespoilert, den Anfang :ugly:
     
  13. Sternitzky

    Sternitzky
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    Im gleichen Beitrag hat sie sogleich noch versucht, charakterschwache Seelen mit Mammon zu locken:
     
    Zuletzt bearbeitet: 23. Juli 2011
  14. foramentor

    foramentor
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    Nein, hier geht es um Deine Unfähigkeit, zwischen Spiel und Realität zu unterscheiden. Im Spiel ist (fast) alles erlaubt.

    Wenn Kinder mit Spielzeugwaffen einander "totschiessen", wird bestenfalls mit den Achseln gezuckt und geraunt "ist ja nur Spiel".

    Wenn schon sich aufregen über Moral, dann bitte über die Paintball-Spieler; hier ist die Realität schon wesentlich greifbarer.
     
  15. Fabian Siegismund

    Fabian Siegismund
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    Ich würde den Link trotzdem gerne sehen, weil die Zitate recht unverständlich sind. Zitate sollte man nach Möglichkeit ohnehin immer belegen.
     
  16. Sternitzky

    Sternitzky
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    Habe ich jetzt hinzugefügt.^^

    Dann müssen die Moderatoren bei Bedarf wie üblich die Leiche closen.
     
  17. captain_drink

    captain_drink
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    Eine Bitte: Wäre es vielleicht möglich, auf den ideologischen Begriff des "Gutmenschen" und dessen menschenverachtende (diesmal nonvirtuell) Konnotation zu verzichten?

    Davon abgesehen kann ich den Gedankengang des Themenerstellers durchaus nachvollziehen. Schließlich sind die Tötungen der Gegner im Spiel nur Mittel zum Zweck und Teil des Spielprinzips. Die Tötung der Ratte hingegen ist Selbstzweck und dient nur als Vehikel für einen Witz. Den kann man, ohne inkonsequent zu sein, durchaus für geschmacklos und zynisch halten. Ich persönlich denke aber, dass das gesamte Szenario und der Charakter der Hauptfigur dermaßen überdreht jeglichem "guten" Geschmack widerstreitet, dass eine derartige Szene sicher nicht notwendig, aber zumindest konsequent ist. Dass es Leute gibt, die nicht in der Lage sind, den satirischen Gehalt des Spiels zu begreifen und sich an grafischer Tierquälerei erfreuen, ist zumindest nicht den Entwicklern anzulasten.
     
  18. Homer Morisson TORMENTOR

    Homer Morisson
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    Inkonsequent ist es insofern dennoch, als es, wie Fabian schon schrieb (Stichwort: Gerechter Krieg), unter streng moralistischen/ethischen Gesichtspunkten niemals einen "guten Grund" geben kann, einen Menschen zu töten.

    Wenn nun aber bei der virtuellen "Tötung" (die Anführungszeichen schlicht deshalb, weil nur getötet werden kann, was vorher lebte) virtueller Tiere die Moralkeule ausgepackt und in weitem Bogen geschwungen, im gleichem Atemzuge das (weiterhin virtuelle) "Töten" der menschlichen oder zumindest humanoiden Gegner aber als "notwendiges Übel" oder "Mittel zum Zweck", oder gar als "spielmechanisch legitim" gebilligt wird, dann ist das in der Tat nichts anderes als inkonsequent.

    Wer für sich beansprucht, ein Spiel ethisch und moralisch "korrekt" beurteilen zu können, muss diesen Maßstab für sämtliche (Inter-)Aktionsmöglichkeiten des jeweiligen Spieles anlegen, nicht nur für ausgesuchte Bruchstücke, die einem die Untermauerung des eigenen Standpunktes möglichst einfach machen.
     
  19. mr.ioes

    mr.ioes
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    Jow, also wenn dich sowas schockt... dann hör auf Eier zu essen, denn damit wirfst du aktive Küken in den Schredder, was glaubst wie blutig und unmenschlich das ist?

    Ne virtuelle Ratte in die Micro werfen? Machs und hab Spaß oder lass es.
     
  20. captain_drink

    captain_drink
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    Erstmal: Es gibt durchaus Theorien der Ethik, die legitime Gründe für das Töten von Menschen kennen. Aber darum geht es auch gar nicht. Wer sagt, nur aufgrund der Virtualität des Geschehens erübrige sich jegliche moralische Kritik, müsste dieses Kriterium auch auf Fernsehnachrichten anwenden. Nur weil etwas virtuell, über den Bildschirm als Medium (ob mit fiktionalem oder realem Hintergrund), abläuft, kann es durchaus emotional berühren. Das ist der Punkt der Kritik: Innerhalb des virtuellen Raums ist diese Szene weniger gerechtfertigt als die übrigen "Tötungen". Das ist auch derselbe Punkt, an denen vielen Kommentatoren bei Modern Warfare 1 u. 2 mulmig wurde. Obiger Pauschaldefinition zufolge wäre es auch hier unmöglich, moralisch zu empfinden - schließlich sind es nur virtuelle Zivilisten. Denn natürlich gibt es da Unterschiede: Die Flughafen-Mission aus MW2 z.B. ist reiner Selbstzweck und für das Spielprinzip so irrelevant, dass man sie kurzerhand überspringen kann.
     
  21. Homer Morisson TORMENTOR

    Homer Morisson
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    Ich sage nicht, daß es unmöglich wäre, über virtuelle Handlungen moralisch zu urteilen... ich sage lediglich, daß es (in meinen Augen) vollkommen hinfällig ist, da ein Anlegen derselben Moral-Maßstäbe an virtuelles Handeln voraussetzt, daß man es dem realen Handeln jedenfalls in moralisch/ethischer Sicht gleichstellt... und das ist wirklich arg weit hergeholt.

    Und deine Argumentation, daß dieses spezielle Töten "weniger gerechtfertigt" wäre als das massenhafte Abschlachten einer anderen "Rasse" halte ich insofern für heuchlerisch, als das Töten eines anderen Lebewesens eigentlich niemals gerechtfertigt sein kann, wenn man moralisch handeln will.

    Das heißt wohlgemerkt nicht, daß die Szene mit der Ratte, analog zur Flughafenszene in MW, nicht absolut geschmacklos und spielerisch überflüssig wäre; es handelt sich aber auch bei Videospielen um eine Form der Kunstausübung und -darstellung und dieser ist es nunmal zueigen, Dinge auch ihres Selbstzweckes wegen zu verwenden. Ob das dann tatsächlich in akzeptabler, geschmackvoller oder zumindest gekonnt karikatierender Weise geschieht, obliegt im Wesentlichen, wie bei allen Kunstformen, dem Auge des Betrachters und ist mithin ein weitgehend rein subjektiver Eindruck.

    Da es obendrein eben nur virtuell geschieht und nicht real, sehe ich schlicht keine Grundlage für eine derartige Moralkeulen-Betätigung, wie es an dieser Stelle und im Leserbrief zum Teil geschehen ist.

    Der Vergleich mit den Fernsehnachrichten hinkt in meinen Augen indes; die Berichterstattung, sowohl Inhalt als auch Darstellungsweise über reale Geschehnisse muss sich durchaus einer allgemeingültigen und -akzeptablen Moralvorstellung unterwerfen, hier handelt es sich eben nicht um Fiktion oder Kunst, sondern um Fakten aus dem realen Leben.

    Reale Inhalte/Medien mit virtuellen/fiktiven Inhalten und Medien (moralisch oder sonst) gleichzusetzen, halte ich schon von der Idee her für vollkommen unsinnig; wenn ich einen spannenden Krimi lese, interessiert mich durchaus, wie der Täter sein Opfer gequält hat, damit ich mich hinreichend in die Geschichte hineingezogen fühle und der Täter in adäquater Weise als Antagonist etabliert werden kann - deswegen möchte ich bei einem echten Mordfall dennoch nicht Augenzeuge sein oder auch nur vom Täter bildlich geschildert bekommen, was er seinem Opfer angetan hat.

    Langer Rede kurzer Sinn: Ob etwas real geschieht, oder nur in der auf Papier/in (bewegte) Bilder gebannten Phantasie des Autors, macht nicht nur irgendeinen Unterschied, sondern stellt einen ganz essentiellen Unterschied dar, der es in meinen Augen unmöglich macht, die selben Maßstäbe anzulegen und die selben Verhaltensmaßregeln zu fordern.
     
  22. captain_drink

    captain_drink
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    Mir geht es ja auch gar nicht darum, moralische Maßstäbe für virtuelles Geschehen zu postulieren - mein Anliegen ist vielmehr, dass das Kriterium "Virtualität" kein alleiniges Ausschlusskriterium für moralisches Empfinden (was etwas anderes ist) darstellt. Daher auch der Vergleich mit Fernsehbildern: Auch diese sind gewissermaßen "virtuell" (ungeachtet der Referenz auf Realität), trotzdem evozieren selbige durchaus moralisches Empfinden.
    Wenn ich von "Rechtfertigung" spreche, dann meine ich damit keine realweltlichen moralischen Maßstäbe, sondern vielmehr die Gründe, die dem Spieler vom Spiel gegeben werden, eine Handlung auszuführen. Im Fall der Tötung der Ratte lauten diese "Witz", aber auch "Sadismus" und "Tierquälerei", sofern das vom Spieler so empfunden wird.
    Natürlich erwartet niemand, dass ein Spiel wie Duke Nukem Forever moralischen Maßstäben genügt. Sehr wohl ist es aber erlaubt, vom Spiel einen guten Grund, dem eigenen Moralempfinden zuwiderlaufende Handlungen auszuführen, zu bekommen. Insofern ist es auch legitim, diese Szene für entsetzlich zu halten - gerade dieses Recht wollte Fabian Siegismund dem Themenersteller mit dem Hinweis auf logische Inkonsequenz absprechen. Mehr wollte ich gar nicht kritisieren.
     
  23. Naitomea

    Naitomea
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    8. Oktober 2009
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    Gut auf den Punkt gebracht.
     
  24. Black Baron TIE-Bruchpilot

    Black Baron
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    Es ist bescheuert etwas aus dem Kontext zu reißen und zu kritisieren, genau das wurde aber in dem Leserbrief gemacht. Es ist genauso sinnfrei wie die Kirche dafür zu kritisieren, dass man bei Gebeten auf die Knie gehen soll, weil man sich ja die Hosen schmutzig machen könnte. Oder dass man beim Auto immer mal wieder Verschleißteile erneuern lassen muss, obwohl das ja n Haufen Geld kostet.

    Damit will ich sagen, dass Kritik an einem Element, dass fester Bestandteil eines größeren Ganzen ist, ziemlich schwierig ist. In dem Fall ist es einfach nur unnötig, denn Duke Nukem Forever ist kein Spiel für a) Kinder, b) Leute, die sich lieber mit Samariter-ähnlichen Helden identifizieren, c) Leute, die nur aus schierer Notwendigkeit und Selbstverteidigung schießen wollen. Duke Nukem Forever ist - wie generell alle Duke-Spiele - eine einzige Satire, die jedes B-Actionmovie-Klischee bedienen will und dabei auch noch stark übertreibt.

    Man kann durchaus sagen "Ich mag Duke Nukem Forever nicht und finde es gar nicht gut, dass man dort Ratten in Mikrowellen stecken kann und Frauen nur als Sexobjekte abgehandelt werden". Das ist völlig legitim. Aber der Leserbrief kritisiert die GameStar und die von ihnen gezeigten möglichen Aktionen im Spiel. Diese Kritik hat nur den Zweck der GameStar etwas anzukreiden, was aber ihre Aufgabe ist. Freilich muss man nicht explizit drüber Bescheid wissen, dass man ausgerechnet Ratten in Mikrowellen stecken kann, man hätte stattdessen auch berichten können, dass man Popcorn zubereiten kann. Die Ratte ist aber ein anschauliches Beispiel für den überzogenen und tumben Humor des Spiels. Und es gehört nunmal dazu, dass ein Fachblatt für Videospiele die wichtigsten Aspekte eines Spiels beleuchtet und mit Beispielen dazu veranschaulicht.

    Wenn man schon Kritik darüber üben möchte, dann doch bitte im Gearbox-Forum. Wobei man solche Kritik wie gesagt nur ernst nehmen kann, wenn sie das Ganze - hier das Spiel als Ganzes - umfasst.

    Desweiteren muss ich Fabian Recht geben. Nicht, wer Polygon-Nachbildungen von Lebewesen ohne ein Unrechtsgefühl virtuell über den Jordan schicken kann, liefert Munition für Kritiker von Videospielen. Sondern jene, die den Kritikern Recht geben, duckmäusern und sagen "aber das sieht aus wie ein empfindsames Wesen! Sowas darf man nicht töten!". Es gibt freilich Grenzen, die man einhalten sollte, und hier haben wir ein Beispiel, dass die Grenze prinzipiell überschreitet. Aber der Gesamtkontext schreit einfach "ich bin ein tumbes Actionspiel in einem unrealistischen Szenario und mit einem überdrehten Humor. Wehe du nimmst mich ernst!".

    Ganz ehrlich, ich finds sogar eher fragwürdig, dass man in dem Spiel mit Scheiße rumwerfen kann. Denn Ratten werden tagtäglich bekämpft und getötet, und das geht mitnichten immer nur "human" ab. Aber sich freiwillig mit Kacke an den Händen zu beschmieren und damit rumzuwerfen, das ist einfach mal völlig Gaga :ugly: . Aber da ist noch ein Riesenvorteil, der auch auf die Ratte zutrifft: Man muss es ja nicht machen, wenn man Anstoß daran findet. Darüber beschwert sich weder der Duke, noch sonst jemand im Spiel.
     
  25. foramentor

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    Für mich eine Kernaussage (fettgedruckt).

    Man muss die Ratte ja nicht quälen, man kann. Menschen haben die Fähigkeit, gut und böse zu unterscheiden. Natürlich urteilt und bewertet jeder nach Massgabe seiner persönlichen Herkunft und Entwicklung, aber wir sind im Gegensatz zu Tieren in der Lage, unser Tun und Lassen nach kognitiven und moralischen Werten zu steuern. Wer beim virtuellen Quälen einer Ratte Spass hat oder Humor empfindet, soll's halt tun, muss sich aber konsequenterweise die Kritik anderer gefallen lassen.

    Ich meine zu wissen, dass der Duke seit jeher als Macho mit absonderlichem Humor dargestellt wird. Einen Spieleentwickler zu verdammen, weil er diesem Duke-Muster folgend die anstössige Aktion ermöglicht, oder einen Kommentatoren zu kritisieren, welcher dies duke-getreu als humoristisch oder Gag interpretiert, ist Streiterei um des Kaisers Bart und führt nur zu fruchtloser Polemik.

    Die hier vielgelesene Inkonsequenz stimmt für mich einwandfrei, ist allerdings ein höchst menschlicher Zug und ist verwandt mit der verbreiteten Doppelmoral. Abgesehen davon werden strikt konsequente Mitmenschen oftmals als aggressiv, stur oder unbequem eingestuft.
     
  26. Sternitzky

    Sternitzky
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    Nein, stimmt nicht. Dementsprechend fordere ich ein entsprechendes Zitat aus seinem Beitrag oder ewig zu schweigen.

    Ich zitiere aber noch erweiternd aus der Antwort des Leserbriefs, die Gegenstand dieser Themendiskussion ist:
    Also: Man darf es entsetzlich, abstoßend oder whatever halten. So long, have a nice day. :)
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Juli 2011
  27. captain_drink

    captain_drink
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    Der Unterschied ist doch offensichtlich, oder?

    Hier wird dem Threadersteller mit dem Hinweis auf logische Inkonsequenz das Recht abgesprochen, aus moralischen Gründen bei der virtuellen Tötung einer Ratte zu empfinden, da diese Reaktion auch bei den übrigen virtuellen Tötungen angezeigt sein müsste.

    Hier wiederum wird gesagt, dass diese Szene den humoristischen Geschmack des Spielers treffen kann oder nicht.

    Es werden also zwei Bereiche berührt: Die virtuelle Tötung der Ratte selbst (nach F.S. moralisch nicht empörungswürdig) sowie die geschmackliche Reaktion auf die virtuelle Tötung (nach F.S. jedem frei gestellt).
     
  28. Sternitzky

    Sternitzky
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    Sacristy of Toddling Toddler's Toddy
    Nö. Die Inkonsequenz bezieht sich auf die Diskrepanz zwischen Realität und Fiktion, ansonsten hätte der Leserbriefschreiber Fabian gegenüber so fair sein müssen, sich zur Minderwertigkeit menschlichen Lebens auch in der Realität bekennen zu müssen. Von daher ist es schon unfair, Fabian hier einen Strick draus drehen zu wollen, daß er einfach von der wahrscheinlichsten Situation ausgegangen ist. :fs:
     
  29. captain_drink

    captain_drink
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    Den letzten Satz verstehe ich nicht. Erklärst du ihn mir?

    Davon abgesehen, kann ich den Aussagen von F.S. nur eine Referenz auf die Realität entnehmen, nämlich mit der Bezugnahme auf den "bellum iustum". Ansonsten argumentiert er bzgl. der Verhältnismäßigkeit von Tötungen im virtuellen Raum.
     
  30. Homer Morisson TORMENTOR

    Homer Morisson
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    Natürlich ist es legitim, die Szene subjektiv und persönlich für entsetzlich zu halten, wenn man denn subjektiv für sich entschieden hat, fiktiven Geschehnissen derartige Bedeutung beizumessen.

    Illegitim ist es aber, andere Menschen dafür verurteilen zu wollen, daß sie die Szene (vermeintlich) nicht genauso entsetzlich finden und nicht entsprechend mit einem passenden Kommentar "abgestraft" haben, im gleichen Atemzuge aber eben kein Wort über die sämtlichen restlichen "intelligenten Tiere" (Zitat Leserbrief) zu verlieren, obgleich von letzteren sehr viel mehr ihr virtuelles "Leben" durch Spielerhandlungen aushauchen.

    Das ist die von Fabian, in meinen Augen vollkommen zurecht, kritisierte Inkonsequenz, da der Leserbriefschreiber eben nicht bloß seine Meinung zu der Szene kundtut, sondern im Anschluss direkt Fabian/die Redaktion (ich würde sogar vermuten: jeden) verurteilt, der diese Meinung nicht teilt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juli 2011
  31. Fabian Siegismund

    Fabian Siegismund
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    Es geht mir tatsächlich um die Inkonsequenz des Leserbriefschreibers was die Bewertung der Tötung der Ratte und die Bewertung der Tötung eines Schweine-Aliens angeht.

    Meines Erachtens kann man die Tötung der Ratte, eines »intelligenten, empfindsamen Wesens«, durchaus anstößig finden. Dann muss man aber auch die Tötung anderer intelligenter, empfindsamer Wesen anstößig finden. Da erscheint es mir dann doch sehr bemüht, wenn man sich darauf beruft, die Schweine-Aliens (zweifellos mindestens ebenso intelligent und empfindsam wie die Ratte) seien ja vom Spiel als »böse« dargestellt. Diese kritiklose Akzeptanz des »Gerechten Kriegs« einerseits und die Erklärung, empfindsames, intelligentes Leben sei schützenswert andererseits, passen für mich nicht zusammen.

    REAL-XD rechtfertigt das damit, die Schweine-Aliens würden den Duke ja angreifen, während die Ratte doch nur harmlos dasäße. Bei näherer Betrachtung verhalten sich beide Wesen jedoch gleich:
    Solange der Duke größer ist als die Ratte, flieht sie.
    Solange der Duke größer ist als das Schweine-Alien, flieht es.
    Wenn jedoch beide gleich groß sind, Duke und Ratte/Alien, greifen beide an.

    Wenn REAL-XD also schon darauf besteht, dass es verwerflich sei, die harm- und wehrlose Ratte zu töten, dann muss das Gleiche MINDESTENS auch für die harm- und wehrlosen, geschrumpften Schweine-Aliens gelten, die der Duke ja mit großer Freude zertrampelt.
     
  32. Spiel, Satz und Sieg.


    :ugly:
     
  33. captain_drink

    captain_drink
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    Stimme ich vollkommen zu. F.S. scheint aber was anderes gemeint zu haben:
    Der Beitrag von F.S. war doch nur eine Paraphrase des vorangegangen, oder habe ich da was übersehen?

    Das wäre ja durchaus vorstellbar, vielleicht könnte er sich diesbezüglich äußern? Im Video wurde Letzteres zumindest nicht thematisiert, insofern ist es auch nicht Gegenstand der Kritik.
     
  34. aren_sadakane

    aren_sadakane
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    Also ich denke wenn ich die Szene mit der Polygon Ratte sehe, das es mich doch abschreckt, aber hier wird lediglich hingewiesen das dies im Spiel als Humor abgegolten wird. Die Empfindungen die ich und ich denke auch andere dabei haben ist abscheu, das ein Polygon Tier gequält wird indem es in die Mirowelle gesprerrt und wer weis nicht noch was angestellt wird.
    Tatsache ist doch das jeder Mensch mit einem gesunden Verstand dies einem lebendigen Tier niemals antun würde schon allein aus abscheu von der Szene in dem Spiel Duke Nukem.
     
  35. Invyr

    Invyr
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    67
    Ob man das jetzt lustig findet eine Ratte in die Mikrowelle zu stecken überlasse ich jedem selbst.
    Ich persönlich finde es weit weniger lustig als nen Schweinealien zu schrumpfen und draufzutreten.
    Allerdings würde ich darüber keine großen Worte verlieren solange es sich nicht in der Realität abspielt.

    Nichtsdestotrotz fand ich die Antwort auf den Leserbrief irgendwie hmm pampig.
     
  36. Naitomea

    Naitomea
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    Schweine-Aliens gibt es aber nicht in echt, die wurden von dem Spiel einfach nur erfunden um genau dafür da zu sein. Ratten hingegen gibt es schon, und zwar nicht nur als Insekt in irgend einer Ecke, sondern die haben manche sogar als Haustiere. Von daher ist es ganz normal, dass deren pixelartige Abbilder mehr reale Empfindungen auslösen als unwirkliche Schweine-Aliens.
     
  37. OldestVisitor gesperrter Benutzer

    OldestVisitor
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    Gott schon wieder Sommerloch.
    Selber Schuld wenn ihr den Account auch nicht löscht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. August 2011
  38. OldestVisitor gesperrter Benutzer

    OldestVisitor
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    Beiträge:
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    Dir kann man Sarkasmus auch Meterdick aufs Brot schmieren und du merkst es nicht. Manche sollten wieder mit ihren Puppen spielen und Malbilder ausmalen.
     
  39. Ich finde es absolut menschenverachtend, was Du und andere hier über Schweine-Aliens schreiben.:mad:
    Scheinbar stumpfen einige wirklich durch Spiele ab.:rolleyes:
     
  40. Homer Morisson TORMENTOR

    Homer Morisson
    Registriert seit:
    22. April 2002
    Beiträge:
    108.310
    Bevor das hier wieder in einen heiligen Krieg ausartet, mach ich zu.
    Zu dem Thema dürfte hinreichend von allen Seiten gesprochen worden sein.

    EoT
     
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