Freiwillige Todesstrafe in den USA?

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von NessD, 19. Mai 2013.

  1. NessD Psycho, groupie, cocaine

    NessD
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    Ich hab gerade das neue Album von Hugh Laurie gehört, und da ist ein Song dabei, "Electric Chair". In diesem Song geht es um einen Mörder, der vor der Gerichtsverhandlung schon den Richter bettelt, ihn auf den elektrischen Stuhl zu schicken, weil er keine 99 Jahre im Gefängnis sitzen möchte.

    Jetzt kam mir die Frage: Geht das überhaupt? Also so im Vornherein kann er das ja irgendwie beeinflussen (da ja noch kein Strafmaß festgelegt wurde), aber geht das im Nachhinein? Also wenn jemand Lebenslänglich bekommt, dass er sein Strafmaß auf den Tötungstrafe erhöht?
     
  2. mehrtuerer

    mehrtuerer
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    Als Laie würde ich behaupten, dass der Angeklagte keinen Einfluß auf den Urteil des Richters haben darf. Er darf keine mildere Strafe für sich fordern, warum soll es anders herum gehen?

    Wenn das Urteil noch nicht gefällt ist und der Richter nach Gesetz lebenslänglichen Knast oder die Hinrichtung verhängen darf wäre das vielleicht anders - aber vom Gefühl her immer noch recht merkwürdig.
     
  3. freeroom

    freeroom
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    Naja, das macht er ja eigentlich immer. Halt über den Anwalt fordern.

    Grundsätzlich muss man sagen, dass sich die entweder-oder-Frage ja nicht stellt. In den USA wird man ja nicht "ab 50 Jahre Knast" automatisch mit einmal Todesstrafe verurteilt. Jede Straftat wird dort ja einzelnd begutachtet und verurteilt, wodurch diese zahlreichen Gefängnisjahre zusammenkommen. 99 Jahre Gefängnis ist ja auch nochmal was anderes als viermal lebenslänglich, was es ebenfalls gibt.
     
  4. mehrtuerer

    mehrtuerer
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    Da fehlt aber die Verbindlichkeit.
    Soweit ich weiß, gibt es aber durchaus Spielräume.
     
  5. Veltins2

    Veltins2
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    er kann wohl das urteil beeinflussen. zb. keine reue zeigen, opfer verhöhnen etc. in der regel fällt die strafe so höher aus.
     
  6. Husky666 Mit Schleife

    Husky666
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    Das dürfte auch wieder auf den Bundesstaat ankommen ob das überhaupt geht?
     
  7. Cpt._Allister_Caine der mim 300er Rohr halt..

    Cpt._Allister_Caine
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    ne höhere strafe zu bekommen sollte kein problem sein, oder?

    wobei es auch mächtig in die hose gehen kann, wenn die rauskriegen das du unbedingt lieber den stuhl statt fünfzig jahre knast willst bist du psychisch krank was wieder folgen mit sich bringt.... also nicht, das ich nicht wüsste das in den usa psychisch kranke hingerichtet werden.
     
  8. Allquantor

    Allquantor
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    In meinen Augen sollte eh jeder (geistig gesunde) Mensch die Möglichkeit haben, sich aus dem Leben zu verabschieden, wenn er keine Lust mehr darauf hat. Und die Aussicht, den Rest des Lebens in einem amerikanischen Gefängnis zu verbringen, kann schon ein ziemlich guter Grund sein.
     
  9. Husky666 Mit Schleife

    Husky666
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    Es gibt Länder, dort steht auf selbstmord die Todesstrafe :ugly:
     
  10. Zele Peter Neururer des GSPB. Nur ohne Porsche.

    Zele
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    Versagen wird bestraft, oder wie? :huh: :ugly:
     
  11. Allquantor

    Allquantor
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    Ich weiß.

    Bis in die 60er war Selbsttötung sogar in UK verboten, weil ihre Majestät dadurch einen Untertan verliert :ugly:
     
  12. poff Master Des Humors

    poff
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    Vermutlich irgendwas mit Steuerhinterziehung. :yes:
     
  13. Interessanter wäre doch die Frage ob sich der Deliquent auch die Tötungsart aussuchen darf. So eine TÜV geprüfte Guillotine z.B ? Die Lichter werden einem am schnellsten und unkompliziertesten ausgeknipst und hat den unmittelbar Beteiligten noch wenigstens mit einer unangenehmen Hinterlassenschaft begnügt :yes:

    @Allquantor

    Jeder der den Wunsch verspürt von dannen zu ziehen, dürfte psychisch nicht mehr ganz auf der Höhe sein. Wessen Nachvollziehbarkeit soll denn hier ausschlaggebend sein? Jeder hat seine eigene höchst subjektive Vorstellung wann ein Suizid gerechtfertigt wäre. Das kann kein Maßstab sein
     
  14. pc-ente

    pc-ente
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  15. Allquantor

    Allquantor
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    Wenn das Leben keinen Spaß mehr macht, finde ich den Wunsch es loszuwerden überhaupt nicht irrational.

    Eben. Deshalb sollte ja der Wille des Einzelnen maßgeblich sein.

    Aber ich glaube, dazu gab es kürzlich schon mal einen Thread :hmm:
     
  16. ... Was in sich schon mal ein Widerspruch ist, denn jeder geistig gesunde Mensch hat einen Selbsterhaltungstrieb, der ihn vor eben so einem Blödsinn bewahrt. Du kannst grundsätzlich bei jedem Suizidgefährdeten á la "Das Leben besteht aus Dunkelheit; Mein Job ist kacke und ich kann nix anderes; Meine Freundin hat mich verlassen" eine geistige Störung zugrunde legen und deshalb gehören diese Leute nicht in den Freitod, sondern in Behandlung.

    Dementsprechend ist auch "Wenn das Leben keinen Spaß macht" keine adäquate Entschuldigung, sofern der Umstand, der das Leben unspaßig macht, behoben werden kann. Und das ist nun Mal in den allermeisten Fällen so.

    Aber bei Extremsituationen (Schwerstbehinderung oder Erkrankung mit permanenten Schmerzen und ohne Aussicht auf Heilung, oder eben eine Gefängnisstrafe ohne Aussicht auf Entlassung) gebe ich dir Recht.
     
  17. Allquantor

    Allquantor
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    Triebe sind nicht zwangsläufig ein Ausdruck von Vernunft.

    Bei wem sollte man sich entschuldigen? :ugly: Jeder gehört sich selbst und kann mit seinem Leben machen, was er will.

    Aber zu dem Thema gab es doch erst neulich einen Thread.
     
  18. Triebe sind das "OS" auf dem der Mensch läuft. Du kannst aus psychologischer Sicht durchaus sagen, dass ein Mensch nicht gesund ist, wenn er diese und jene Eigenarten aufweist. Und soweit ich weiss ist es auch eben so, dass viele suizidgefährdete, die sich in Behandlung begeben und es dort schaffen ihr Leben herumzureißen, im Nachhinein froh sind es nicht getan zu haben.

    Ich halte auch sehr viel von Selbstbestimmung, aber das geht bei mir nicht so weit wie offensichtlich bei dir. Ich befürworte es nicht, kranke Menschen, denen geholfen werden kann, beim sterben zuzusehen.

    Und zur Entschuldigung: Tust du gerade so, oder verstehst du wirklich nicht was ich damit gemeint hab? Eine Entschuldigung/Rechtfertigung vor sich selbst, mit der das eigene Handeln legitimiert werden soll. Genau das machen Suizidgefährdete. "Wenn ich sterbe, ist eh alles besser. Meine Familie hat's leichter und ich muss mir den ganzen Schei* hier nicht mehr geben".
     
  19. Allquantor

    Allquantor
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    Es gibt auch noch so etwas wie Vernunft. Der Trieb ist jedenfalls nicht immer der beste Ratgeber. Frag Menschen mit Höhenangst oder Übergewicht.

    Wie gesagt: Jeder gehört sich selbst, und kann mit sich machen, was er will. Es ist keine Pflicht, 80 Jahre auf diesem Planeten rumzuhocken.
     
  20. Ich würde dir zustimmen, wenn die psychologischen Behandlungen von Suizidgefährdeten nicht so überaus erfolgreich wären. Das zeigt mir, dass der Hang zum Suizid eben doch nur eine behandelbare Krankheit ist.

    Und deine Beispiele sind eben auch nicht unbedingt der Sache dienlich. Höhenangst ist bis zu einem gewissen Grad natürlich und sinnvoll, kann aber auch krankhafte Formen annehmen, die sich dann wiederum behandeln lassen.

    Übergewicht ist nicht dem Esstrieb geschuldet, sondern einem gestörten Essverhalten. Und/Oder auf mangelnde Bewegung, vielleicht sogar aus gesellschaftlichen Gründen (Beruf, Familie usw.). Zumindest die Essstörung könnte man auch behandeln, WENN es in der Gesellschaft auf breiter Basis behandelt werden würde. Aber mal ehrlich, wie viele Übergewichtige kennst du, die ne Kur gemacht haben oder planen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20. Mai 2013
  21. Allquantor

    Allquantor
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    Es könnte auch sein, dass viele sich in der Psychiatrie manipulieren lassen. Der psychiatrische Umgang mit sogenannten Suizidgefährdeten ist sehr stark ideologisch geprägt. Es wird gar nicht in Erwägung gezogen, dass der Suizidwunsch die reflektierte Absicht einer vernünftigen Person sein könnte. Früher ist man ähnlich mit Homosexualität umgegangen. Da gab es dann auch viele, die froh waren, dass sie "geheilt" wurden.

    Übergewicht ist die Folge davon, dass unser natürlicher Nahrungstrieb in das heutige Schlaraffenland versetzt wurde. In der Natur war es nützlich, bis zum Anschlag zu fressen, wenn es kurzfristig ein Überangebot gab. In der heutigen Welt entsteht daraus Übergewicht. Die meisten Menschen können ihr Essverhalten mit Hilfe der Vernunft im Zaume halten, andere bekommen es nicht hin.

    Aber das war nur ein Beispiel dafür, dass Triebe nicht immer die besten Berater sind.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Mai 2013
  22. Ich glaube kaum, dass die heutige Wissenschaft maßgeblich durch Ideologie geprägt wird, so wie es vor einigen Jahrzehnten noch der Fall war. Der reflektierte Suizid wird sehr wohl angesprochen, aber das hebt die Diskussion auf eine philosophische Ebene. Und selbst da halte ich das Konzept für sehr fragwürdig.
    Letztendlich beinhaltet das ja auch "nur" eine (subjektiv rationale) Rechnung, in der die Pros und die Contras eines Verbleibs im Leben abgewogen werden. Und sofern die Contras nicht eine unheilbare Krankheit (oder eben einen Gefängnisaufenthalt bis ans Lebensende) beinhalten, kann ich sagen: Es handelt sich um Lebensumstände, die geändert werden können, auch wenn die Person es aus ihrem derzeitigen Blickwinkel heraus nicht so sieht oder erkennen kann. Dann ist es die Pflicht der Gesellschaft, diese Person vor sich selbst zu schützen und sie behandeln zu lassen und ihr letztendlich einen Ausweg aus ihrer belastenden Situation zu zeigen, der NICHT den Tod beinhaltet.

    Und selbst wenn wir mal annehmen, dass es einen reflektierten Suizid tatsächlich gibt: Wo grenzt du die paar reflektierte Fälle von der Masse der krankheitsbedingten Fälle ab? Den meisten Suiziden steht ne handfeste Depression oder ähnliches voran.

    Übrigens finde ich es generell sehr fragwürdig, wenn man den Umgang mit Homosexualität als Paradebeispiel für die Makelhaftigkeit des Medizin/Psychologie/Psychiatrie auch heute noch verwendet. Wir wären hier wieder beim Thema Ideologie und Gesellschaftsdruck, der heute nicht mehr so vorhanden ist, wie vor 50 Jahren. Man kann heute sehr Wohl Depressionen, Schizophrenie u.ä. diagnostizieren und man kann einen Zusammenhang zwischen solchen Krankheiten und Suizid herstellen. Man kann heute den krankheitsbedingten Suizid aber auch abgrenzen von kulturell bedingtem (z.B. im alten Japan).

    Aber gut, letztendlich ist das zum Größteil ne Frage danach, wie sehr man auf die moderne Medizin und Psychologie vertraut...


    Dein Beispiel mit dem Übergewicht ist EIN Beispiel, aber am Thema zieht es ordentlich vorbei, denn wir reden nicht von Trieben, deren Übertragung in die heutige Welt zu Nachteilen führen. Ein gesunder Lebenserhaltungstrieb war vor 10.000 Jahren genauso wichtig wie heute, deshalb sehe ich da keine Übertragbarkeit. Als Beispiel dafür, dass Triebe nicht immer gut sind, kann man's aber durchgehen lassen ;)
     
  23. Allquantor

    Allquantor
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    Die Unterscheidung zwischen geistiger Gesundheit und Krankheit nie ganz frei ist von außerwissenschaftlichen Wertungen. Darum wandeln sich psychiatrische Diagnosen teilweise mit dem Zeitgeist: Verhaltensweisen, die früher als pathologisch galten, wie Promiskuität und Homosexualität, gelten heute als normal. Dass Homosexualität vor 20 Jahren von der Liste der Krankheiten gestrichen wurde, war jedenfalls nicht das Resultat neuer Erkenntnisse, sondern Ergebnis eines gesellschaftlichen Wertewandels.

    Natürlich gibt es Störungen, bei denen ziemlich klar ist, dass man es mit einer Krankheit zu tun hat. Schizophrenie beispielsweise. Aber es gibt auch Diagnosen, bei denen man sich zumindest fragen kann, wie viel daran Wissenschaft ist, und wie viel Ausdruck sozialer Normen: ADHS, Narzissmus, Rentenneurose, querulatorische Persönlichkeitsstörung...

    Und gerade die grundsätzliche Pathologisierung von Suizidabsicht ist m.E. ein gutes Beispiel für eine gesellschaftliche Moralvorstellung in medizinischer Maskerade.

    Zunächst mal: Viele Menschen sind unheilbar erkrankt. Das müssen keine terminalen Erkrankungen sein. Es gibt Krankheiten und Behinderungen, die das Leben ruinieren, aber mit denen man ein hohes Alter erreichen kann. Auch Depressionen und Suchterkrankungen können unheilbar sein.

    Und dann gibt es Menschen, die einfach ein schlechtes Leben führen. Nehmen wir jemanden, der hässlich und unbegabt ist. Er hat einen miesen Job, keinen Erfolg bei Frauen, und ist inzwischen über 50. Wenn so einer keine Lust hat, sich den Scheiß noch mal 30 Jahre zu geben, dann finde ich das nachvollziehbar.

    Ich wünsche mir da einfach mehr Respekt vor der menschlichen Freiheit und Autonomie.
     
  24. Plautze gesperrter Benutzer

    Plautze
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    viel zu spät angesetzt (wenn auch im Prinzip meine Meinung)

    es geht doch aber schon damit los, dass ich gar nicht gefragt worden bin ob ich überhaupt geboren werden will :ugly: Dann will ich wenigstens entscheiden ob's mir Spass macht hier ... oder eben nicht
     
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