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Das unentdeckte Land - Zwischen Erfurt und Emsdetten
Alt 21.11.2006, 16:07   #1
Aycharon
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dabei seit: 13.02.2005
Beitrge: 765
Standard Das unentdeckte Land - Zwischen Erfurt und Emsdetten
Da die gestrigen Ereignisse stark an Erfurt 2002 erinnerten, schaute ich einmal meine gespeicherten eBooks durch und fand von einem Schriftsteller einen Text zu den Geschehnissen von Erfurt. Erschreckend ist, dass nicht nur die Tat einer Schablone gleicht, sondern auch die Schlussfolgerungen im BEzug auf den Text.

Ergo, handelt es sich um ein gesellschaftliches Grundproblem - welche in extrema wie diese beiden Taten ausarten. Nicht Killerspiele, nicht Eltern, nicht bse Mitschler allein bewirken die Wiederholung einer Tat, ausgefhrt von zwei unterschiedlichen Personen, aus differenten Schichten und Umstnden....

Und zu der These, der Text:

Zitat:
Das unentdeckte Land

Ein Nebelschleier legt sich ber den Ort, jenen markanten Ausgangspunkt einer Reise ohne Wiederkehr. Der Reisende brach alle Lebensbrcken und jegliche Rckkehrversicherung in die verhasste, alte Gesellschaft ab. Nur mit dunklem Gewande und den Hilfsmitteln, um die Reise sicher zu bewltigen, trat er aus den Toren der Gesellschaft hinaus in den steinigen Dsterwald, am Ende seiner Prfung sein Ziel vor Augen, das unentdeckte Land, die Freiheit.
Doch er wagt einen letzten Blick zu der, von Mauern der Einheit gesicherten Lebensgemeinschaft. Er wagt den Blick zurck in sein falsches, schmerzliches Leben. Eine Existenz bestimmt von anderen. Sie zeugten ihn, sie zogen ihn auf, lehrten, hassten, verletzten, zerstrten ihn und sie werden es sein, welche ber seine Reise und dem Ziel richten. Er empfindet nichts mehr fr diese Existenz, fr dieses ungerechte, von Intrigen und Herdentieren bestimmte Dasein. Das Leben als ein Wesen, dessen hchstes Gut die scheinbare Unantastbarkeit sei, welche nur existiert, um gebrochen zu werden. Nichts ist in seinem Geiste. Der Neuanfang ist unaufhaltsam. Eine Umkehr nicht mglich. Von den eigenen Mitwesen verstoen und zu dieser Reise getrieben, gibt es keine Schlichtung mehr, keine Schonfrist fr das verdorbene, vulgre Spiel der ffentlichen Falschheit. So beginnt seine Erlsung:

Er schreitet voran in den Dsterwald, umhllt von dem dunklen Schleier. Ihm scheint es, als wrden Tiere und Pflanzen vor ihm zurckschrecken, als er die Anhhe zu seiner ersten Prfung hinaufstieg. Dabei dachte er ber die Reaktionen seiner bevorstehende Tat bei den Mitwesen seiner frheren Existenz nach: ber ihren Aufschrei des Entsetzens, ber die heulenden Wichtigtuer, ber den Blutrausch der Informationsgeier, ber die aufgeplusterten Rufe der Rathaustauben, ber all die hinterweltlerischen, taktlosen uerungen, inkompetenten Schlufolgerungen und halsbrecherischen Reformen, um die Gemeinschaft zu besnftigen. Doch es war bedeutungslos, diese niederen Wesen, waren fr ihn nur noch dreckige, zerlumpte Hynen. Er mutierte zum animal immortale. Er erreichte den hchsten Punkt der Anhhe, die erste Prfung begann:

Er wute, der einzige Weg zu dem unentdeckten Land fhrt durch die Flsse des Blutes seiner Gnner, vereint im Flusse aller, dem Fluss der absoluten Macht. Der erste Spender stand vor ihm, er nahm sein Werkzeug, sein Mittel und der erste Fluss ffnete sich, der Fluss der Macht wuchs an. Er folgte seinem Weg zu den nchsten Prfungen und der Fluss der Macht wuchs mit jedem neuen Zulauf aus Blut. Ein Dutzend Zulufe hatte er gelegt, als er auf den Strom der Macht sprang und von seiner Kraft erfllt zum letzten Teil seiner Reise, den reienden Strom berquerte. Er hatte nun die Macht, die uneingeschrnkte Macht ber das Leben seiner Umwelt, er war die absolute Kraft, welche die Lebenslichter lschte, der Tod.

Er glitt durch den Dsterwald. Alles Leben war geflohen. Zwlf klaffende Wunden hatte er der sozialen Welt zugefgt. Totenstille erfllte den Wald.
Kurz vor seinem Ziele traf er den Meister aller Prfungen an. Dem Meister der Rckkehr, der Verfhrung. Er stellte dem Reisenden eine Falle, um ihn vor seinem Ziel abzuhalten: Ihn in Gewahrsam zu nehmen und von den Cowboys der Gesellschaft in den Hort der Gemeinschaft fr die sensationslsternen, machtlosen Wesen als Statist in dem Hysterie- und Propagandadrama verfrachten zu lassen. Er schlo den Wanderer in die Leere mit seinem Nichts ein. Das Tor zu dem unentdeckten Lande. Der bermchtige Reisende, der Tod, kennt seinen letzten Schritt, um die Tr zu ffnen. All seine Taten, seine Erinnerungen und Gefhle, all seine Lebendigkeit, die Bleikugel am Beine seines Weges mssen ihn verlassen. Er mu loslassen und zum Nichts werden. So nimmt er sein Werkzeug und trennt sich von der grten Brde, die er jemals tragen mute, seinem Leben.

Der Schlssel fr das Eingangstor zum unentdeckten Land ist gefertigt, der Tod ist tot.
Die Tore ffnen sich, nichts ist hinter ihm, alles verschwimmt, seine frhere Existenz und die Wesen verschwinden in der Bedeutungslosigkeit. Vor ihm liegt das unentdeckte Land, der einzige Ausweg aus seinem geschehenen Gesellschaftsleben. Vor ihm liegt die Freiheit.


,,Die Freiheit ist ein Gut, welches das Leben der heutigen Gesellschaft nicht besitzt. Nur Tod bringt in der Gegenwart die Erlsung und das Nichts, die Freiheit. So mgen die wahren Reisenden diesen Weg doch whlen. Die Mitwesen bleiben an ihrem Leben in der Hlle hngen, sprach der Zeitgeist der Gesellschaft vor seiner Freiheit.

alenius martial 01.05. 2002
Quelle: "fama" - alenius martial, eBook 2003
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Alt 21.11.2006, 17:43   #2
ippiki okami
Club:
Cineasten
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dabei seit: 24.04.2004
Beitrge: 13.075
Standard
interessant geschrieben

I dont read the GSPB, the GSPB reads me. Don't you think so, too, Zach?
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Alt 21.11.2006, 18:00   #3
ARUS
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dabei seit: 30.04.2003
Beitrge: 5.357
Standard
aha
Dieses poetische Gehabe in dem Artikel gefällt mir nicht. "Er glitt durch den Düsterwald"
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