EU-Kommission: Privatisierung der Wasserrechte (Update: vom Tisch)

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von El Hosho, 13. Januar 2013.

  1. El Hosho

    El Hosho
    Registriert seit:
    9. Juli 2010
    Beiträge:
    21.895
    http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2012/1213/wasser.php5

    Wer hat dabei noch so ein ungutes Gefühl?

    Erinnert mich an den Plot aus Ein Quantum Trost. :ugly:
     
  2. Irgendwann kommts noch soweit, dass man sich kein Wasser ausm Hahn mehr leisten kann :uff:

    Wasser ist ein absolut notwendiges Nahrungsmittel (oder wie man es auch immer nennen will) und darf (hierzulande) niemandem aus Geldgründen verwehrt werden.
     
  3. FloX NiX is FiX

    FloX
    Registriert seit:
    15. Mai 2005
    Beiträge:
    2.464
    Ort:
    South Tyrol | GMT +2
    Wenn man es nur als Nahrungsmittel sieht, ist es ja geradezu spottbillig...
     
  4. Private Wasserversorgung ist teurer Schwachsinn. Genau wie viele andere Grundversorgungsarten auch.
     
  5. "Der große Ausverkauf", wenn auch sehr einseitig dargestellt, sollte sich mancher Politiker wohl mal ansehen...
     
  6. SeeUngeheuer

    SeeUngeheuer
    Registriert seit:
    10. August 2010
    Beiträge:
    7.813
    Die Privatisierung elementarer Infrastruktur ist das große Verbrechen der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts und des beginnenden 21sten Jahrhunderts. Strom, Wasser, Post, ÖPNV und Telekommunikation gehören rückverstaatlicht.
     
  7. Pass auf, gleich kommt einer mit dem Argument das Telefonate heute billiger als vor 20 Jahren sind.
     
  8. In staatlicher Hand hätte sich die Post den technischen Neuerungen und Kostensenkungen sicherlich konsequent verschlossen. :yes:
     
  9. Oder eine sehr lukrative Idee. Ich sehe da u.a. einige gemütliche Aufsichtsratsposten für unsere Politiker als Belohnung...
     
  10. Toxo

    Toxo
    Registriert seit:
    6. Mai 2012
    Beiträge:
    3.753
    Die Bahn ist seit privatisierung doch auch günstiger und immer pünktlich. :nixblick:
     
  11. SeeUngeheuer

    SeeUngeheuer
    Registriert seit:
    10. August 2010
    Beiträge:
    7.813
    Es geht doch gar nicht um die Qualität der einzelnen Dienstleistung. Wer elementare Infrastruktur in private Hände gibt, macht sich von Geschäftemachern abhängig. Die letzten Jahre haben uns doch gezeigt, wie schnell ein Markt komplett zusammenbrechen kann.
     
  12. Veltins2

    Veltins2
    Registriert seit:
    10. Mai 2009
    Beiträge:
    3.151
    bald gibs dann auch für wasser wechslertarife. lol
     
  13. Darum gehts doch gar nicht. Ohne Wasser kann keiner leben, das ist ein gaaaanz kleiner Unterschied.
     
  14. Toxo

    Toxo
    Registriert seit:
    6. Mai 2012
    Beiträge:
    3.753
    In dem Monitor-Beitrag war doch aber auch davon die Rede, dass die Qualität des bereitgestellten Wassers abgenommen hat und dazu kommen noch die Preissteigerungen. Durch die Privatisierung entsteht doch ein Preiskampf unter dem zwangsweise die Qualität leidet.
     
  15. Veltins2

    Veltins2
    Registriert seit:
    10. Mai 2009
    Beiträge:
    3.151
    muss hier im land jemand hungern? nein. also wird in deutschland auch niemand verdursten.
     
  16. Die reine Existenzerhaltung der Wasserversorgung ist nicht der einzige Kritikpunkt. Privatisierung von Infrastruktur führt zum Verfall derselbigen, weil Instandhaltung eine sehr langfristige Investition ist, die sich keiner Bilanz gut macht. In Frankreich sind ganze Leitungssysteme derart verrostet und unbrauchbar geworden, dass es jetzt ein vielfaches kostet, diese wieder instand zu setzen.

    Jedem der sich für das Thema interessiert lege ich die Doku "Water makes Money" sehr ans Herz. Findet sich momenten noch leicht in den weiten des Internets ;)
     
  17. Sollte man sich Wasser nicht mehr leisten können (gesetz dem Fall) wird es für denjenigen schnell zappenduster. Ein Mensch kann ohne Wasser maximal 3 Tage überleben.
     
  18. Naja, es wird vielleicht mehrere Anbieter geben, aber die verkaufen weiterhin nur eine Ware aus dem regionalen Wasserwerk.
    So ein Qualitätsdropping wird es da afaik nicht geben.
     
  19. Fipse

    Fipse
    Registriert seit:
    17. Mai 2007
    Beiträge:
    32.284
    Mal sehen ob das durchkommt.
     
  20. Die öffentliche Wasserversorgung soll also in unternehmerische Hände gelegt werden. Ok, das will ich erstmal nicht bewerten.

    Aber die zitierte Äußerung von diesem Restle finde ich sehr kritikwürdig.

    Privatisierung einer Sache bedeutet doch nicht automatisch, dass diese Sache zum Spekulationsobjekt wird. Man kann ja auch etwas privatisieren, aber die Spekulation damit verbieten. Jedenfalls sollte, nein muss man Privatisierung und Spekulation auseinanderhalten und nicht letzteres dazu heranführen, dass ersteres so schlimm ist.

    Und wer sind eigentlich diese "großen multinationalen Konzerne"? Das ist wieder so ein Ausdruck, der diffuse Ängste schüren soll.

    "Die Folgen für uns Verbraucher könnten erheblich sein." Ja. Inwiefern erheblich? Erheblich gut oder erheblich schlecht?
     
  21. Es gab da mal ein Sprichwort...

    "Wir sind immer nur zwei Mahlzeiten von der nächsten Revolution entfernt."

    Mag das auch für Trinkwasser gelten?
     
  22. Ich hab einfach die Befürchtung, dass Leuten, die sich das Wasser aus welchem Grund auch immer nicht leisten können, der Wasserhahn abgedreht wird.
     
  23. Das halte ich für nicht sehr realistisch. Nötigenfalls würde der Staat für solche Leute "öffentliches Wasser" bereitstellen. Es sind da sicherlich verschiedene, z.B. teilprivatisierte Modelle denkbar. Auf Wasser verzichten muss sicher niemand.
     
  24. Roter Fisch mag keinen Fisch

    Roter Fisch
    Registriert seit:
    2. Januar 2006
    Beiträge:
    3.886
    So wie der "öffentliche Strom" und das "öffentliche Gas", das bereitgestellt wird?

    So ein Modell wäre ja auch Unfug. Die Privaten bekommen die zahlenden Kunden, machen Gewinn und warten die Leitungen nur sehr schlecht (was fast alle Wasserprivatisierungen gezeigt haben) - und der Staat versorgt, die die es sich nicht leisten können. Klassisches Modell von Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren.
     
  25. PayDay Bürger King

    PayDay
    Registriert seit:
    20. März 2000
    Beiträge:
    14.807
    Ort:
    Itzehoe
    die meisten menschen in deutschland leben in mietwohnungen. in mietwohnungen ist der wasserverbrauch immer bereits in den mietnebenkosten. eine mietnebenkostenrückerstattung hats noch nie gegeben weil es komischerweise immer auf heller und cent aufgeht. (strom und wärme nicht eingerechnet)
    durch die wasser sparen mentalität haben jetzt bereits die stadtwerke und versorger die wasserpreise angehoben. denn die versorger haben summe x zu erwirtschaften damit sie kein minus machen. wird weniger verbraucht steigt der liter preis...

    am ende wird sich für den einzelnen wahrscheinlich nicht wirklich was ändern. wasser wird sowieso teurer, ist aber von der versorgung von ausserhalb noch immer mit weiten abstand das günstigste. (strom, wärme und telekommunikation sind alle deutlich teurer)
     
  26. Finde ich gut. Unternehmen wie veolia oder suez sind heute schon spitzen Bluechips für die Rente, Wird dadurch noch verbessert.
     
  27. Dr. Victor Von Steel gesperrter Benutzer

    Dr. Victor Von Steel
    Registriert seit:
    22. November 2010
    Beiträge:
    7.333
    Alternativ zahlt man seine Wasserrechnung mit der Dividende :runter::ugly::hoch:
     
  28. Ist aber auch kein Wunder, in meiner Jugend (so mit 12 Jahren etwa) wurde allen eingetrichtert, nur nicht den Wasserhahn laufen zu lassen und sich beim Duschen aufs Nötigste zu beschränken.

    Tja... die Nachricht ist nun angekommen und jetzt wird zu wenig verbraucht? OK :ugly:
     
  29. Hauptman Verfassungsreformer AUT

    Hauptman
    Registriert seit:
    10. Mai 2003
    Beiträge:
    32.744
    Ort:
    Österreich/Kärnten/Villach
    Ich weiß ja nicht, was dieser Bericht so zusammenspinnt, aber das die EU die Privatisierung der Wasserrechte fordert, ist Schwachsinn (kein Wunder das im Bericht nirgends auf diese angebliche Verordnung verwiesen wird).

    Die Verordnung beinhaltet keinen Ausschreibungszwang. Es besteht also kein Zwang für Privatisierung. Wenn sich jedoch eine Kommune entscheidet, öffentliche Dienstleistungen zu privatisieren, sollen diese zumindest europaweit ausgeschrieben werden und es soll europaweit einheitliche Mindeststandards für diese Ausschreibungen geben.
     
  30. Gamma gesperrter Benutzer

    Gamma
    Registriert seit:
    14. Januar 2007
    Beiträge:
    13.046
    Also 60€ monatlich für Wasser (mit allem was halt dazu gehört) sind bei mir fast Strom und Telekommunikation zusammen. :ugly:

    So billig ist Wasser nun auch wieder nicht.
     
  31. blurps

    blurps
    Registriert seit:
    8. September 2008
    Beiträge:
    15.124
    Bei der Gelegenheit können sich die Vergesslichen unter euch ja noch mal die Saga um die Berliner Wasserverträge ins Gedächtnis rufen, inkl. mit höchster krimineller Energie eingeschleuster Gewinngarantie für die beteiligten Unternehmen :yes:
     
  32. Ja, dann dauert es ja nicht mehr lange bis man Luft und die Fotosynthese privatisiert. RWE und EON tüfteln wahrscheinlich schon an Anteilen an der Sonne(nenergie). Irgendwas geht immer

    Sollte Wasser zum Spekulationsobjekt werden, dürfen wir uns auf ähnlich schwankende Preise einstellen wie bei Energieprodukten und da ist Wasser ein ganz ähnliches Kaliber. Alles was bei der Herstellung eines Produkts Wasser benötigt, wäre davon betroffen. Da wären sämtliche Getränke ob Cola, Fanta oder Bier nur die Spitze des Eisbergs.

    In Anbetracht der Tatsache, dass die Erde immer mehr übervolkert wird, wird Trinkwasser in naher Zukunft zum knappen Gut. Bankster riechen da natürlich ein goldenes Geschäft
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14. Januar 2013
  33. Ulsterman Madden des GSPB

    Ulsterman
    Registriert seit:
    7. September 2000
    Beiträge:
    55.296
    Ort:
    79 Wistful Vista
    Weil man für Wasser zweimal zahlt, einmal als Frischwasser und einmal als Abwasser.
     
  34. FloX NiX is FiX

    FloX
    Registriert seit:
    15. Mai 2005
    Beiträge:
    2.464
    Ort:
    South Tyrol | GMT +2
    60€? :huh:
    Wir zahlen hier 18 Cent für Weißwasser und 75 Cent für Schwarzwasser. Das wären bei dir, wenn du meine Preise hättest, dann knapp 130 qm die du im Monat verbraucht hast... :ugly:
     
  35. Weisswasser und Schwarzwasser? wtf:ugly:

    Soll An-(weiss) und Abflusswasser(schwarz) sein?
     
  36. Hauptman Verfassungsreformer AUT

    Hauptman
    Registriert seit:
    10. Mai 2003
    Beiträge:
    32.744
    Ort:
    Österreich/Kärnten/Villach
    Es gibt sogar Grauwasser, Gelbwasser und Braunwasser :teach::ugly:
     
  37. Könnte auch einfach als Synonym öffentliches Freibadbecken verwendet werden.
     
  38. Gamma gesperrter Benutzer

    Gamma
    Registriert seit:
    14. Januar 2007
    Beiträge:
    13.046
    Ach keine Ahnung, bei dieser Nebenkostenabrechnung die ich hier habe blickt man doch gar nicht durch. Vielleicht hab ich mich da vertan, aber ich wohne ja nicht allein sondern zu Zweit. Alleine würde ich wohl nicht mal 1/3 vom gesamten Verbrauch ausmachen... :ugly:
     
  39. Madde [me] hat nix mehr zu sagen

    Madde [me]
    Registriert seit:
    20. Februar 2000
    Beiträge:
    16.091
    Aber aber aber... bei einer Privatisierung ist doch noch nie was schiefgelaufen! Da profitieren wir alle davon! :yes:
     
  40. FloX NiX is FiX

    FloX
    Registriert seit:
    15. Mai 2005
    Beiträge:
    2.464
    Ort:
    South Tyrol | GMT +2
    :yes: ;)
    Gibt auch eine leicht andere Definition, Haushalts- und Industrieabwässer (Schwarzwasser) und Regenwasser (Weißwasser).

    :D:ugly:
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Januar 2013
Top