Sitzenbleiben abschaffen?

Dieses Thema im Forum "Smalltalk" wurde erstellt von Ulsterman, 19. Februar 2013.

  1. Ulsterman Madden des GSPB

    Ulsterman
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    Losgetreten von den rot-grünen Koalitionsverträgen in Niedersachsen gibt es (mal wieder) eine Debatte um das Sitzenbleiben in der Schule.

    Artikel aus der FAZ, die meisten anderen Zeitungen haben auch was dazu gebracht.

    Was meint der GSPB-Smalltalk?
     
  2. acer palmatum

    acer palmatum
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    Ich kann mir nicht vorstellen das es ohne Sitzenbleiben geht (bin selber einmal sitzen geblieben). Wie sollen denn Schüler die Probleme haben den Stoff/die Grundlagen in Problemfächern jemals wieder aufholen können, wenn man einfach weitergeschoben wird als wäre alles in bester Ordnung?
     
  3. Leistung muss sich wieder lohnen!
     
  4. Ulsterman Madden des GSPB

    Ulsterman
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    Laut den Koalitionsverträgen durch "individuelle Förderung", wobei keiner eine Vorstellung davon hat, wie diese Förderung aussehen soll.
     
  5. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    Halte es mit dem hier:

    http://www.welt.de/politik/deutschl...as-Sitzenbleiben-in-der-Schule-human-ist.html

    Sitzenbleiben kann Trauma sein, genauso traumatisch kann es aber wirken, wenn man ohne Arbeit bis zum Abschluss "geschleift" wird und dann mit Pauken und Trompeten versagt, weil man dachte, es würde schon irgendwie klappen. Je weiter das Problem aufgeschoben wird, desto schlimmer sind die Folgen..das weiß doch jeder.


    Das einzige was nicht geht ist eine dauerhafte Stigmatisierung von Sitzenbleibern. Jeder sollte die Chance haben, sich bessern und beweisen zu können, statt den ewigen Versagerstempel abzubekommen. Leider mögen viele Menschen es lieber, bestimmte Leute in die Versagerschublade zu stecken statt ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen. Dann braucht man sich natürlich nicht wundern, wenn der Erwartungseffekt eintritt..
     
  6. acer palmatum

    acer palmatum
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    Also ist staatlich subventionierte Nachhilfe geplant?
    Na wenn das so gut funktioniert wie mit den Kindergartenplätzen ist die nächste Generation Leiharbeiter für Amazon schon gesichert. :ugly:
     
  7. abelian grape Normalteiler

    abelian grape
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    Ich bin mir nicht sicher, ob Sitzenbleiben notwendig ist. Lücken werden so auch nicht wirklich geschlossen, oft genug schaffen es die Leute dann mit Hängen und Würgen und einigem Wohlwollen der Lehrer.

    Ich fände es tatsächlich gut, wenn man Sitzenbleiben de facto überflüssig machen würde, indem man die Schüler einfach entsprechend fördert. Nur halte ich es hier mit fefe: Man will eigentlich nur die Symptome bekämpfen, das Grundproblem bleibt.
     
  8. Schleiereule <strong style="color: #146FEF; font-family: 'Trebuchet MS'; font-size: 15px">Turian Rebel </strong>

    Schleiereule
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    Grds. finde ich es ja begrüßenswert, dass man Schüler stärker fördern möchte, eben wegen den Schwierigkeiten, die das Sitzenbleiben hinterlässt ... aber wie soll diese Förderung dann aussehen? Denn wenn man statt ein Jahr wiederholen einfach die Schüler in gleichen oder nächsten Schuljahr zum Nachsitzen verdonnert und faktisch wieder nur zwingt, mehr Zeit in den Schulräumen zu verbringen, hat man wahrscheinlich nichts gelöst, das Problem nur verschoben.
     
  9. TheCraziest Master of Puppets

    TheCraziest
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    unschätzbarem Wert
    aha
    soso

    alles noch total wage und 'individuelle förderung' verursacht also erheblich weniger kosten!? wenn die wirklich sinnvoll aussehen soll, glaube ich daran nicht, zumal ich mich auch irgednwie frage, wo man das bei den stundenplänen noch reinstopfen soll oder ob es nicht sinnvoller ist, ein ganzes schuljahr zu wiederholen, um die grundlagen zu festigen?
    bisher sieht es für mich nach einer reinen kostensenkung aus, unterm dem die schüler leiden werden. bzgl des sitzenbleibens kenne ich aus meiner schulkrarriere positive wie negative beispiele, leute, denen das zusatzjahr sehr viel gebracht hat, aber auch leute, die sich dadurch nicht gebessert haben, mit dem neuen umfeld nicht klar kamen und bei jedem den stempel 'sitzenbleiber' bekamen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Februar 2013
  10. Ich finds bescheuert das Sitzenbleiben abzuschaffen. Da werden schlechte Schüler auf Teufel komm raus mitgezogen, ohne Leistungsanreiz oder dergleichen, und zur Abschlussprüfung gibts dann den großen Knall und jahrelange Versäumnisse können kaum noch aufgeholt werden. Was bringt es wenn dann die Abschlussklasse wiederholt wird, wenn die Basis von vor zwei oder drei Jahren fehlt?!
    Mein jüngerer Bruder ist sitzengeblieben und es war das beste, was ihm passieren konnte. Denn nur dadurch hat er den Arsch endlich hochgekommen, kam aus seinem Freundeskreis, der zu großem Teil aus kiffenden Idioten bestand weitestgehend raus, und hat sein Abi letztendlich mit gutem Schnitt abgeschlossen. Und nein, ich meine damit nicht dass der Freundeskreis nur aus Langweilern bestehen muss! Es soll nur nicht das andere Extrem sein, wo sich jeder selbst der Nächste ist und einen Scheiß auf die Zukunft gibt.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. Februar 2013
  11. Man könnte auch mal über eine Modularisierung des Schulstoffs nachdenken.

    Warum sollte ein Schüler ein komplettes Schuljahr mit allem Schnickschnack und allen Fächern usw wiederholen, wenn er evtl nur in einzelnen Fächern Defizite hat? Dann besteht er eben das Modul Mathe III nicht und muss es im kommenden Jahr aufholen. Ggf. in den Sommerferien, parallel zum regulären Unterricht oder wie auch immer. Fächer die ihm leicht fallen kann er dagegen evtl vorziehen und somit platz für schwerfallende Fächer schaffen.

    Im Prinzip ähnlich wie an der Uni.
     
  12. chackalacka Mountain Dew süchtig!

    chackalacka
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    St@lker einen Papierstern angeklebt bekommen
    Bin fürs Sitzenbleiben.
    Bin selber hängen geblieben und hatte dadurch nur Vorteile. Klar, vorher hatte ich "Angst" davor und meine Eltern erst, aber am Ende war es das beste was mir passieren konnte.
     
  13. EricX gesperrter Benutzer

    EricX
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    ++
    Die Idee ist mir auch gekommen.
     
  14. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    Puh, das ist aber ganz schön viel Bürokratie und Verwaltung für die ohnehin mit Verwaltungsaufgaben ziemlich überladene Schule.

    Der Vorteil wäre natürlich, dass Schüler die mit einzelnen Lehrern nicht zurecht kommen, so die Chance hätten, sich zu beweisen.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung an meinen manchmal extrem schwankenden Leistungen (Beispiel Deutschnote: 11te Klasse bei osteuropäischer Lehrerin aus mobiler Reserve: Note 4, Deutsch-LK: Durchschnitt 12 Punkte, 13 Punkte im Abi), wieviel Lehrer ausmachen können. Gerade in Fächern wie Mathe kann das durchaus über Erfolg und Misserfolg entscheiden.


    Vllt könnte man in Krisenfächern (Mathe, Physik, Chemie) ab dem Halbjahr Ergänzungsunterricht für Wackelkandidaten anbieten.


    Das Sitzenbleiben abschaffen muss man ja deswegen trotzdem nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Februar 2013
  15. Des Pudels Kern FOR THE EMPEROR

    Des Pudels Kern
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    ++++
    Was es dann auch erleichtern würde, dass jemand, der in einem Fach gut ist, eben ein Modul "überspringen" könnte, ohne gleich eine ganze Klasse hochgestuft werden zu müssen.
     
  16. Vögelchen Baumwolldealer des Vertrauens

    Vögelchen
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    Grundsätzlich nicht verkehrt, aber die Nasen würden es doch wieder falsch umsetzen. :uff:

    Wenn man Sitzenbleiber mit Gewalt mitschleifen möchte - bereits bei uns war es fast unmöglich, selbst die größten Deppen konnten ihre 5en locker durch Sport ausgleichen - dann muss man auch entsprechende Gelder zur Verfügung stellen um endlich mal Schüler individuell zu fördern.

    Dafür braucht es mehr Lehrer und bessere Lehrer, eine Aussortierung der "Ich stehe vorne und halte 45 Minuten Monologe" Fraktion und eine Förderung der Lehrer die sich für ihre Schüler einsetzen. Sozialarbeiter wären auch wichtig, sowohl in der Klasse als auch um Sachen wie gemeinsamen Hausaufgaben lösen nach der Schule anzubieten. Koordinierte Nachhilfe auch für weniger vermögende Schüler sind ein weiterer Punkt.

    tl;dr: Klingt nach einer guten Idee, aus den falschen Überlegungen hinaus, die bestimmt wieder total falsch umgesetzt wird.
     
  17. mehrtuerer

    mehrtuerer
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    Sollte es tatsächlich Förderung geben, fände ich das sehr gut. Wenn das nur eine getarnte Methode zum sparen von Geld ist wäre das immerhin... konsequent.
     
  18. Puh, schwierige Frage.

    Im Prinzip würde man somit den Schülern (und Eltern) mehr Verantwortung übertragen. Ganz nach dem Prinzip: Die wissen schon, was am besten für ihr zukünftiges Leben ist. Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings: Dem ist nicht so. Die wenigsten Schüler und auch lange nicht genug Eltern können wirklich einschätzen, welche weitreichenden Konsequenzen das evtl. fehlen von Stoff hat.

    Andererseits sind Sitzenbleiber wohl jedes einer der größten Störfaktoren in jeder Klasse.

    Was meinst du, Ulsterman?

    Ich befürchte auch, dass es sich die Politik da wieder sehr einfach macht. Individuelle Förderung funktioniert eben leider nicht, wenn man sich trotz großer Klassen weigert, mehr Lehrer einzustellen.
     
  19. Rand al'Thor The Dragon Reborn Moderator

    Rand al'Thor
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    Windows 11 Professional
    Monitor:
    2x KTC M27P6 Mini-LED 4K
    "Wir wollen Kosten reduzieren, indem wir ein enorm kostenintensives Förderprogramm einführen."

    Sounds like a plan... :wahn:
     
  20. Ich verstehe eh nicht, was am Sitzenbleiben so ausserordentlich kostspielig sein soll.
     
  21. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    Diese ganze Kostenrechnung ist doch eh lächerlich und unfassbar kurzfristig gedacht. Das ist genau das gleiche Argument, wie dass Studenten den Staat ja so unglaublich viel Geld kosten und deswegen am besten schon nach 4 Semestern fertig sein sollen.

    Ich wette, dass jede zerbrochene Biografie, die in Hartz IV oder schlechten Arbeitsbedingungen endet, die Allgemeinheit mehr belastet als ein zusätzliches Jahr Schule.
     
  22. Ich würde mal sagen, ob Sitzenbleiben gut oder schlecht ist hängt vom Einzelfall ab. Das jetzt zu pauschalisieren wird der Sache nicht gerecht.

    Aber die Maßnahme aus finanziellen Gründen zu beschließen ist natürlich Schwachsinn. In dem Fall kommts ja auch nicht darauf an obs gut oder schlecht ist, es geht darum Geld zu sparen. Weitere Förderung? Wo doch bei G-8 die Kinder eh schon total ausgeplant sind? Sollen dann noch in 2-4 Fächern Förderung erhalten? Wann denn? Wie denn? Können Kinder 24/7 lernen? Und wie spart man damit Kosten? :uff:

    Den Unterricht in Module zu gliedern würde das Problem simpel lösen. Man muss Module x, y und z belegt haben um sein Abi machen zu können--> ein Modul wiederholen ist kein Problem, man verschwendet aber keine Zeit den (guten) Rest auch zu wiederholen.
     
  23. Das Bildungssystem soll sicher nicht so ausgelegt werden, dass den Leuten Chancen verbaut werden, aber ein Aussieben sollte schon stattfinden. In den letzten Jahren hat sich das sowieso alles sehr zugunsten der schlechten Schüler verschoben und am Ende sind die normalen Abiturienten doch die Idioten. Mittlerweile kommt jeder mit FOS, BOS am Ende auch noch ohne Zeitverlust oder sogar früher auf die Uni obwohl die Leistungen fürs Gymnasium zu schlecht waren.

    Gut irgendwelche Sackgassen sind natürlich auch nicht des Rätsels Lösung, aber die entsprechende Leistung sollte belohnt bzw. auch gefordert werden. Wenn jetzt einfach jeder weiterkommt, wo hat er dann seine Qualifikation bewiesen? Wir sind eben eine Leistungsgesellschaft, dieses ständige Bevorteilen der schlechten bringt am Ende auch nur Nachteile für die wirklich Guten.

    EDIT: Die Modullösung finde ich z.B. ziemlich gut, da muss trotzdem jeder am Ende die entsprechende Leistung bringen, ohne aber großartig Zeit zu vertrödeln und wenn jemand am Ende zu schlecht ist, ist er trotzdem raus...
     
  24. acer palmatum

    acer palmatum
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    Meddlfranken (tatsächlich)
    Vorbereitung auf das Berufsleben mal anders: der erste Burnout schon in der Grundschule. :yes::ugly:
     
  25. Des Pudels Kern FOR THE EMPEROR

    Des Pudels Kern
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    @Kang: die "wirklich Guten" werden sich sicher in kaum einer ernsthaften Konkurrenz-Situation mit potentiellen Sitzenbleibern befinden. Auf dem Zeugnis wird ja jeder noch eine 5 von einer 1 unterscheiden können, der irgendwie Verantwortung trägt. Zumal der ganze Post so ein "eigentlich sollte man ja, ABER..."-Post ist, den man in anderen Zusammenhängen auch immer gern sieht...
     
  26. Hauptman Verfassungsreformer AUT

    Hauptman
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    Ja, in Österreich gibt es das bereits seit mehreren Jahren als Schulversuch und wird unter dem Namen "modulare Oberstufe" bzw. "modulares Kurssystem" geführt. Mit der allgemeinen Einführung wird im Schuljahr 2013/14 begonnen und bis 2017 soll es abgeschlossen sein: http://www.bmukk.gv.at/schulen/unterricht/ba/oberstufeneu.xml

    Naja, in Österreich dauert die Umstellung, wenn alles läuft wie geplant, ja auch mindestens 5 Jahre bzw. laufen die Schulversuche so weit ich weiß bereits seit 2006.
    Ist alles nur eine Frage der Politik, ob man das auch wirklich machen will.

    EDIT:
    Mir fällt gerade ein, dass in Österreich so ein Systemwechsel ja logicherweise leichter ist, da hier die Oberstufen ja sowieso Bundesschulen sind und daher die Länder kein Mitspracherecht haben, wie in Deutschland.
     
  27. Trinityx90

    Trinityx90
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    also ich bin in der 11. kalsse "sitzen geblieben" und kann im nachhinein sagen,dass es das beste war,was mir passieren konnte.
    nicht nur,dass meine noten besser wurden,ich den stoff verstanden habe und das abi richtig easy von der hand ging,habe ich auch ein mädchen in der neuen klasse kennengelernt.
     
  28. Aha...
    Ich gebe dir mal ein Beispiel:
    Person A ist am Gymnasium zu schlecht, geht auf die FOS und studiert an der FH, wechselt dann für den Master auf die Universtität.

    Person B macht Abitur geht entsprechend auf die Uni und steht plötzlich am Ende mit dem selben Abschluss da, obwohl Person A bis zum Beginn des Masters den deutlich einfacheren Bildungsweg hatte (bsp. weniger Fremdsprachen und einfacheres Studium an der FH) und sich evtl. sogar noch ein Jahr gespart hat.

    Soetwas darf nicht sein bzw. sollte man dann entsprechende Nachbelegungen (z.B. 2. Fremdsprache) oder ähnliches verlangen. Wenn am Ende noch 1 Jahr gewonnen wird, ist das eigentlich meiner Meinung nach nicht tolerierbar. Allerdings weiß ich nicht ob FOS und Gymnasium mittlerweile nicht gleich lang sind?
     
  29. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    @Kang

    Die wirklich guten haben in unserem System kein Problem, die kommen immer irgendwie zum Ziel. Aussieben ist auch nur dann sinnvoll, wenn es darum geht, völlig ungeeignete Personen von verantwortungsvollen Jobs bzw Abschlüssen die für so etwas qualifizieren fernzuhalten. Das Ziel der Selektion darf nicht sein, dass Menschen auf die Müllhalde geworfen werden, auch wenn es einige Misanthropen gerne so hätten.

    Wir leben nämlich nicht nur in einer Leistungsgesellschaft sondern auch in einer Solidargemeinschaft, auf die man mindestens genauso stolz sein sollte wie Wirtschaftskraft und Infrastruktur. Und die können wir nur aufrechterhalten, wenn auch den Schwachen die Hand gereicht wird und man ihnen signalisiert: "Du bist okay. Tu dies und jenes nicht und du kannst es schaffen".

    Selbst schuld sind nur die, die auch diese Hilfen ablehnen.
     
  30. danmage Mastermind

    danmage
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    Prinipiell kingt das Abschaffen des Sitzenbleibens mit entprechender Förderung der Schüler nicht schlecht. Aber in der Praxis sehe ich schwarz.
    Da hat in Baden-Württemberg Rot-Grün verprochen Bildung hätte Top-Priorität und man wolle sich deutlich von der alten Bildungspolitik trennen und großzügig in das Bildungssystem investieren. Was ist herausgekommen? Eine große Anzahl von Lehrern in BW werden aus Kostengrüden entlassen...

    Ich denke das System der Förderung von "schlechten Schülern" sollte viel früher greifen.
    Sobald der Schüler mangelhafte Noten in den Klausuren schreibt. Und auch sonst dem Stoff nicht folgen kann/will. Sollte eine Förderung und Unterstützung des Schülers ausßerhalb des regulären Stundenplans erfolgen. Dazu sollten genügend Lehrer vorhanden sein, die den Schüler sowohl pädagogisch/psychologisch/lerntechnisch unterstützen als auch den Unterichtstoff möglichst individuell nahebringen.
     
  31. abelian grape Normalteiler

    abelian grape
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    Warum soll das nicht sein dürfen? Wenn Person A doch den Universitätsabschluss geschafft hat, war sie doch offensichtlich dafür geeignet, dort zu studieren.
     
  32. Ulsterman Madden des GSPB

    Ulsterman
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    Nun ja, ganz einfach ist das nicht. Die Frage ist eben auch, warum der Schüler so schlechte Noten hat, dass er sitzen bleibt.
    Kann er es einfach nicht besser, allem Willen und Arbeiten zum Trotz? Dann hilft das Wiederholen. Aus der Praxis heraus kann ich aber sagen, dass es solche Schüler nur sehr selten bis zum Ende des Schuljahres schaffen, meist gehen die Schüler in Absprache mit Eltern und Lehrern schon vorher freiwillig einen Jahrgang zurück.
    Immer mehr Sitzenbleiber (vor allem in den Jahren um die Pubertät herum, ca. von Klasse 6/7 bis Klasse 11) haben jedoch ein ganz anderes Problem - "keinen Bock". Das reicht von "keine Hausaufgaben machen" bis "regelmäßig und langristig die Schule schwänzen". Da hilft das Sitzenbleiben nur, wenn auch die Einsicht kommt - die kommt aber viel zu wenig. Gleiches gilt übrigens auch für Fördermaßnahmen und Nachhilfe - die bringen nur was, wenn der Schüler auch wirklich will, gerade Nachhilfe ist ansonsten nur eine teuer bezahlte Beaufsichtigung.

    Ganz abschaffen halte ich für unsinnig. Es liegt einfach in der Natur der Leute, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen, und das Sitzenbleiben abzuschaffen ist nichts anderes als die Entfernung eines Widerstands. Damit lädt man sich meiner Meinung nach noch mehr Leute dazu ein, sich einfach durch die Schulzeit durchzugammeln.
    Ich kenne das von den Oberschulen in Bremerhaven, wo es bis einschließlich Klasse 8 kein Sitzenbleiben mehr gibt und dann zum Hauptschulabschluss in 9 die böse Überraschung kommt. Natürlich reduziert man so die Zahl der Schulabbrecher, selbst notorische Schwänzer kann man dann als Karteileichen mitziehen - aber einen brauchbaren Abschluss kriegen sie damit immer noch nicht.

    Hanuta hat schon das Wort "Leistungsanreiz" gegeben. Im Grundschulalter sind solche Anreize höchstens zusätzlich nötig, die meisten Kinder in dem Alter haben von allein genug Interesse. Damit ist es aber mit dem Beginn der Pubertät vorbei, da kommt bei vielen (insbesondere bei den Jungen) eine "Kein Bock"-Phase - und mit der Abschaffung des Sitzenbleibens spielt man dieser Fraktion viel zu sehr in die Hände.
    Stigmatisierung von Sitzenbleibern habe ich übrigens weder in meiner eigenen Schulzeit noch in meiner Zeit als Lehrer mitbekommen. Ausgegrenzt werden Sitzenbleiber nur, wenn sie sich selbst ausgrenzen oder vorher schon stark dazu geneigt haben (was logischerweise auch ein Problem ist, wenn der Schüler nur deswegen sitzen geblieben ist). In den meisten Fällen integrieren sich Sitzenbleiber ohne größere Probleme in eine Klasse. Wenn die Sitzenbleiber in ihrer alten Klasse Störer waren, kann sich das in den neuen Klassen ganz anders entwickeln - Thema Gruppendynamik. Fairerweise muss ich dazu anmerken, dass so etwas an Gymnasien üblicherweise besser funktioniert als an Hauptschulen, weil der Umgang miteinander besser läuft.

    In Niedersachsen gibt es Förderprogramme, die letztlich nur nach der Masche "Macht mal Förderung" ablaufen. Konzepte müssen sich die Schulen üblicherweise selbst erarbeiten.

    Das mit der Kostensenkung halte ich übrigens für eine Milchmädchenrechnung. Der Anteil der Sitzenbleiber ist relativ gering, etwa 1,5% pro Jahr. Diese 1,5% ändern insgesamt nur wenig an den ohnehin existierenden Fixkosten, denn nur in den seltensten Fällen müssen wegen Sitzenbleibern Klassen gespalten werden, wodurch die Zahl der nötigen Lehrerstunden steigt. Schlimmer noch: die Zahl der Lehrerstunden wird ohnehin nicht nach Zahl der Klassen vergeben, sondern nach der Gesamtzahl der Schüler an einer Schule.

    Wenn man das Förderprogramm wirklich ernst meint, müsste man die Kollegien um 20 bis 40% aufstocken. Das ist aber finanziell nicht drin, schon gar nicht mit vollen Lehrerstellen. Gemacht wird das üblicherweise durch schlecht bezahlte Angestellte, die dann bestenfalls für ein Jahr eingestellt (und in den Sommerferien nicht mehr bezahlt) werden.

    In den Bundesländern, wo es ähnliche Regelungen schon gibt, müssen die Lehrer, die in einem Fach eine 5 vergeben, für den betroffenen Schüler Vorschläge oder gar ein Programm zur Förderung aufstellen. Immense Mehrarbeit, die oft genug für nichts ist (wie soll man einen Schüler, der notorisch keinen Bock hat, sinnvoll fördern?). In der Praxis führt das dazu, dass die Lehrer einfach keine 5er mehr vergeben - wozhu auch, Sitzenbleiben gibt's nicht mehr, also ist es auch egal, ob die Note eine 5 oder eine 4 ist.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Februar 2013
  33. Ich finde es schon falsch, dass es keine Empfehlung mehr für die weiterführende Schule gibt.

    Bei mir hier im Viertel ist es so, dass manche Hauptschulen gar keine Klassen haben, aber die Realschulen und Gymnasien von Schülern überbevölkert werden, die mit den einfachsten und grundlegensten Dingen (lesen, deutsche Sprache, einfache Rechenaufgaben) erhebliche Probleme haben und damit diejenigen, die lernen wollen/können und die man fördern sollte, ausbremsen.
     
  34. Des Pudels Kern FOR THE EMPEROR

    Des Pudels Kern
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    Na und? Am Ende haben beiden den gleichen Masterstudiengang bestanden. Passt doch. Ein Masterabschluss sagt halt, dass man den entsprechenden Studiengang erfolgreich abgeschlossen hat und hat keine Aussage über die vorige Bildungskarriere. Wo ist das Problem?
     
  35. Faulpelz II

    Faulpelz II
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    Übers Gymnasium kann ich keine Aussage treffen, aber bei Realschulen kann ich zustimmen. Da sind die Lehrer der fünften Klasse erstmal damit beschäftigt, die die gar nichts draufhaben irgendwie auf ein einigermaßen okayes Niveau zu bringen und sie in bestimmt 75% der Fälle dann doch noch rauszukicken. Für Guten und Mittelmäßigen bleibt dann weniger Zeit, was sich wiederum in späteren Klassen rächt.

    Allgemein sollte man aber aufpassen nicht zu pessimistisch auf das Bildungssystem zu blicken, der Anteil der "fitten" Schüler ist immer noch recht hoch und auch ein "0 Bock"-Schüler kann sich noch ändern.
     
  36. dabba

    dabba
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    Jop. Strafrunde in den Sommerferien, am Schluss Nachprüfung.

    Wobei es aufs Fach ankommt und darauf, welche Kenntnisse lückenhaft sind und ob der Unterricht in den Folgejahren darauf aufbaut.

    Wer sich in Deutsch ab der 8. Klasse eine Fünf einfängt, der hat normalerweise nicht mehr bei der Sprache, sondern beim Gedichte- oder Kurzgeschichten-Interpretieren versagt. Mal ehrlich: Das muss man nicht unbedingt können, um als gebildeter Mensch durchzugehen.
    Wer in Mathe bei der Stochastik versagt, kann trotzdem noch bei der Analysis punkten. Wer in Geschichte das Mittelalter nicht kapiert, kann sich immer noch für den Adolf interessieren.

    Wer hingegen in Mathe den Funktionen-Begriff an sich nicht verstanden hat, der wird größere Schwierigkeiten in den Folgejahren bekommen.

    Kommt aufs Bundesland an. In Bayern braucht man am Ende der Grundschule einen 2,33er-Schnitt fürs Gymnasium und für die Realschule einen 2,66er-Schnitt in den Hauptfächern.
     
    Zuletzt bearbeitet: 19. Februar 2013
  37. Ulsterman Madden des GSPB

    Ulsterman
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    Unter wessen Anleitung/Aufsicht?

    :ugly: Zwischen den Zeilen Lesen zu können ist im realen Leben eine wichtige Fähigkeit - viel wichtiger als das Lösen von komplexeren, mathematischen Problemen.
     
  38. Ach herrje... Immer dieses Wettbewerbsdenken. Sind deine Mitmenschen alle bloß Konkurrenzen im Rennen des Lebens?
     
  39. dabba

    dabba
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    Also mit FOS-Mathe-Kenntnissen bspw. ein FH-Studium in einem MINT-Fach zu starten, ist eine Mammutaufgabe. Da muss man in Mathe deutlich mehr selbstständig nachholen als ein Abiturient.

    Wer das packt, der hat sich den Abschluss redlich verdient.
     
  40. Ja sie haben den selben Abschluss geschafft, nur der andere musste dafür weniger leisten und hat im besten Fall noch ein Jahr geschenkt bekommen, ich sehe nicht was daran gerecht sein sollte. Sicher am Ende haben beide ihre Qualifikation für den Abschluss bewiesen, dem "schlechteren" wurden aber weniger Hürden in den Weg gestellt und er hatte deutlich Vorteile im gegensatz zum "guten".

    Das spreche ich demjenigen auch nicht ab, aber er hat eben einen entsprechenden Vorteil gehabt und zumindest früher hat der auf der FOS auch noch 1 Jahr gegenüber dem Abiturienten gewonnen, darum geht es, nicht darum die Leistung des anderen abzuerkennen...

    Ich finde es richtig das keine Sackgassen gesetzt werden, aber es sollte auch keine Geschenke geben, jemand der entsprechend höher hinaus will, sollte dann eben auch komplett alles, was der z.B. Abiturient mehr machen musste nachholen müssen
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 19. Februar 2013
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