Warum H. Sapiens vom Computerspielen träumte?

Von bluewing · 30. Juni 2014 ·
Kategorien:
  1. Computerspiele – Eine logische kulturelle Entwicklung

    oder Warum H. Sapiens vom Computerspielen träumte?




    Es gibt viele Beweggründe, warum Menschen Computerspiele spielen. Dieser Artikel beleuchtet einen davon und klärt die von niemandem gestellte Frage, warum der Autor Computerspiele mit Dichtung oder Theater vergleicht.

    Phase 1- Die Erzählung

    Die Geschichte der Computerspiele begann vor vielen zehn tausend Jahren. Damals saß eine Gruppe Menschen um ein Feuer und hörte zu, während einer eine Geschichte von einem mutigen Jäger erzählte, der eine wilde Bestie erlegt hat. Und der kleine H. Sapiens (Name geändert) konnte danach auf seinem Blätter- und Moosbett die halbe Nacht nicht schlafen, weil er sich vorstellte, selbst der große Jäger zu sein, der sich todesverachtend dem großen Raubtier stellte und es besiegte. Seit diesem Zeitpunkt erzählten sich die Menschen Millionen von Geschichten und beflügelten die Phantasie ihrer Mitmenschen mit Schilderungen von fremden Ländern, mutigen Helden, niederträchtigen Schurken und hübschen Jungfrauen, die in ihren Turm auf die Rettung und den Verlust des Jungfrauendaseins warten.

    Phase 1, Upgrade 1 - Die Literatur

    Mit der Erfindung der Schrift wurden die Erzählungen länger und komplexer. Man war jetzt nicht mehr darauf angewiesen, dass der senile Dorfälteste, der immer seltener den Eingang seiner Hütte fand, sich an alle Details erinnerte. So konnte man auch die umfangreichsten Geschichten mit den kompliziertesten Wendungen ohne Qualitätseinbußen für die Ewigkeit festhalten. Mit dem Buchdruck wurden die Erzählungen dann immer mehr Menschen zugänglich. Der Anteil der Individuen, die ihre Freizeit (falls überhaupt vorhanden) damit verbrachten, sich mit Hilfe von Büchern und Phantasie in fremde Welten zu denken, stieg. Und es gab plötzlich Gestalten, die davon lebten, andere auf eine solche Reise zu entführen. Die, denen das besonders gut gelang, werden in unserer Kultur auch hunderte Jahre nach ihren Tod als begnadete Dichter und Literaten verehrt und bewundert.

    Phase 2- Das Schauspiel

    Wer kleine Kinder hat, wird mir zustimmen, dass das Nachspielen von Ereignissen in der menschlichen Natur liegt. Es wird daher vermutet, dass die Geschichte des Schauspiels ähnlich lang ist wie die der Erzählung. Allerdings wurde das Schauspiel erst in der Antike mit steigenden Ressourcen und erhöhter Nachfrage so richtig professionalisiert. Der durchschnittliche antike Römer oder Grieche hatte nicht nur mehr Freizeit als seine barbarischen Nachbarn, er war durch die Errungenschaften der Technik und durch alternatives Unterhaltungsprogramm (hier mal ein Sklavenkampf, da mal ein paar Menschen den Löwen vorgeworfen) relativ verwöhnt. Man musste also mit Kostümen, fähigen Schauspielern und einer beeindruckenden Kulisse schon etwas aufbieten, um ihn in das Theater zu locken. Wer hinkam, wurde auf eine Reise in fremde Länder und Zeiten mitgenommen, litt mit dem Helden, verliebte sich in die Schönheit und hasste den Bösewicht. Anders als in Erzählungen spielte sich das Geschehen nicht im Kopf, sondern auf der Bühne ab, die erzählte Geschichte wurde so lebendiger. Im finsteren Mittelalter hat diese Kunstform etwas gelitten. Aber so ist das, wenn man sich ständig die Köpfe einhaut; der Sinn für schöne Kostüme leidet mit jedem Schlag. Ab der Renaissance wurden die Aufführungen dann immer aufwendiger, die Illusion mitten in der Geschichte zu sein, stieg.

    Phase 2, Upgrade 1- Der Spielfilm

    Als die Bilder laufen lernten war sofort klar, dass dieses neue Medium hervorragend dazu geeignet ist, Geschichten zu erzählen. Statt die Handlung auf einer wenige Quadratmeter große Bühne aufzuführen, konnte man plötzlich an jedem beliebigen Ort der Welt drehen und das Erleben einer Geschichte noch realistischer machen. Hinzu kam, dass sich Filme recht gut manipulieren lassen. Was als Papierflugzeug am Faden begann mündet heute in computeranimierten Filmen. Die Grenzen des Darstellbaren liegen einzig in der Phantasie des Erschaffers.

    Phase 3- Das Computerspiel

    Eins fehlte dann noch. Die mitreißendste Geschichte, der beste Schauspieler, die atemberaubendsten visuellen Effekte änderten nichts an der Tatsache, dass die Handlung und der Ausgang der Geschichte von Anfang an feststehen. Man kann das Handeln des Protagonisten nicht beeinflussen. Was daher folgen musste, war zwangsläufig vorgegeben. Eine Handlung, die man nicht nur nacherlebe, sondern deren Fortlauf man in wesentlichen Punkten entschied. Das Computerspiel war geboren. Plötzlich war es möglich, in einer fremden Welt einen fremden Charakter anzunehmen und die Geschicke dieses Charakters, ja eines ganzen Landes, einer Welt, eines Universums oder aller Universen (an der Stelle irres Lachen aus dem Off einspielen) zu bestimmen. Für eine bestimmte Zeit konnte jeder ja nach Laune ein Held, ein Antiheld, ein Krieger, ein Sportler oder all das sein, wozu er Lust hatte. Er konnte Charaktereigenschaften annehmen, die er nicht besaß und körperliche Fähigkeiten, die physikalisch vielleicht gar nicht möglich waren.

    Phase 3, Upgrade 1 - Die virtuelle Realität

    Der nächste Schritt ist die Vervollkommnung des Eindrucks, sich tatsächlich in einer anderen Realität zu bewegen. Die Illusion perfekt zu machen. Langfristig gehört hierzu neben der Weiterentwicklung des audiovisuellen Eindrucks auch die Einbindung weiterer Sinne wie Geruchssinn und Tastsinn (über Geschmack(ssinn) lässt sich ja bekanntlich streiten). Das ist noch ein weiter Weg, aber es gibt Pioniere, die ihn bereits beschreiten. Im Grunde schon, seit vor zehn tausend Jahren einer eine Geschichte erzählte.

    Warum wir uns in fremde Welten flüchten

    Aber wofür das Ganze? Warum flüchten wir uns in fremde Welten, statt die Energie für die Lösung der alltäglichen Probleme zu nutzen? Kurz: Weil wir es können. Die Natur hat uns mit einer ungeheuren Kreativität ausgestattet. Eine Kreativität, die den Erfolg unserer Spezies begründet. Eine Kreativität, die aber auch beschäftigt und unterhalten werden will. Doch das passiert im Alltag leider selten. Wir erledigen unsere Jobs, fahren tagtäglich mit derselben Bahn nach Hause, verzweifeln über den langweiligen Alltagsaufgaben. Wir würden lieber Abenteuer bestreiten (vor allem wenn diese völlig ohne negative Auswirkungen für uns blieben) statt über den nächsten Einkauf nachzudenken. Da sind wir uns mit H. Sapiens einig: es macht mehr Spaß, sich vorzustellen, man wäre der große Bestien-Bezwinger, statt stundenlang nach Beeren zu suchen. Deswegen lesen wir Bücher, gehen ins Theater oder ins Kino oder spielen eben Computerspiele. Das alles sind Möglichkeiten der Unterhaltung und Zerstreuung. Möglichkeiten, sich für eine begrenzte Zeit aus dem Alltag in eine fremde Welt zu begeben und jemand anders zu sein.

    Zu Risiken und Nebenwirkungen…

    Dann ist die Kritik an Computerspielen also völlig ohne Grundlage? Größtenteils. Computerspiele sind Kunst. Künstler schaffen mit Computerspielen für uns eine Möglichkeit, eine Phantasiereise zu unternehmen. Genauso wie es Schriftsteller mit ihren Büchern versuchen. Allerdings haben Computerspiele weit größeren Interaktionsmöglichkeiten, als es Bücher oder Filme je könnten. Es gibt daher auch paar negative Aspekte zu bedenken.

    Wer schon als Kind eine Gruselgeschichte gehört hat und dann die Nacht nicht schlafen konnte oder sich nach einem Horrorfilm nicht mehr in den Keller getraut hat weiß, fiktive Geschichten haben Auswirkungen auf das reale Leben. Und es gehört ein gewisser Reifegrad dazu, Fiktion und Realität sauber zu trennen. Bei Computerspielen ganz besonders, da der Grad der Einbindung sehr hoch ist. Man ist nicht nur Zuschauer, man ist Handelnder. Es ist deswegen richtig, dass Kinder und Jugendliche vor manchen Spielen geschützt werden. Auch die grundsätzliche Diskussion darüber, ob man sich gegenseitig in Gewaltdarstellungen überbieten muss hat ihre Berechtigung. Oder ob es notwendig ist, Spieler vor die Entscheidung zu stellen, jemanden (virtuell) foltern zu müssen oder den Fortlauf des Spiels zu unterbrechen.

    Ein zweiter Aspekt ist die Suchtgefährdung. Auch das keine Computerspiel-exclusive Thematik. Wer kennst sie nicht aus seiner Schulzeit: blasse Typen, die im Schulbus alleine mit einem Buch saßen und als Hobby Lesen angaben. Sie waren der ganze Stolz ihrer Eltern, die dachten dass es gut ist, wenn die Kinder ständig mit der Nase im Buch stecken, statt Fußball bolzen zu gehen. Bis die Kinder erwachsen wurden und allen langsam dämmerte, dass vor lauter Lesen keine Zeit war, soziale Kompetenzen auszubilden. Belesen, aber einsam, ohne Freunde, ohne Freundin, mit Angst auf Menschen zuzugehen. Paracelsus sagte: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht‘s, dass ein Ding kein Gift sei.“ Alles ist schädlich, wenn es allzu exzessiv betrieben wird. Das gilt dann auch für Computerspiele. Ich weiß wovon ich rede, spiele ich doch seit über einem Vierteljahrhundert. Zeitweise so zeitintensiv, dass es Auswirkungen auf das echte Leben hatte (lang ist es her). Es gilt also, zu verhindern, dass die Reise in fremde Welten nicht zur einer Flucht vor der Realität wird.

    Fazit

    Computerspiele sind kulturgeschichtlich die logische Fortsetzung erzählender Kunstformen. Sie ermöglichen es dem kreativen Menschen, in der Phantasie einen beliebigen Charakter anzunehmen und ohne Konsequenzen Handlungen zu erleben. Sie sind die Manifestation des freien Gedanken. Sich in virtuelle Welten zu begeben entspricht dem menschlichen Drang nach Unterhaltung und ist unbedenklich, solange dies nicht als Realitätsflucht missbraucht wird und solange Kinder und Jugendliche vor jugendgefährdenden Inhalten geschützt werden.

    Über den Autor

    bluewing
    Regular Gamer since 1989.

Kommentare

Um einen Kommentar zu schreiben, melde dich einfach an und werde Mitglied!
  1. Cd-Labs: Radon Project
    Glückwunsch vor allen Dingen dafür, dass deiner der erste ist, der vorher von Christian Schmidt angefasst wurde!
    Hach, ich mag die Feedback-Folgen!

    Und auch großes Lob von mir an deinen Blog-Eintrag, hätte das zwar nie so gut geschrieben wie du, aber deine Meinung teile ich. Anders gesagt: Das Ding ist super!
      2 Person(en) gefällt das.
  2. bluewing
    Danke, ich freue mich. Motiviert mich, wieder in die Tasten zu hauen.
      4 Person(en) gefällt das.
  3. Rem Tilak
    Glückwunsch, bluewing!
    Dein Blog wurde in der Feedback-Folge #7 zum User-Blog der Woche gewählt. :-)
      5 Person(en) gefällt das.
  4. -zwecki-
    Deinen Blog fand ich auf jeden Fall sehr lesenswert.

    @Yeager:
    Ich denke, wir sehen das in etwa gleich, da habe ich dich zunächst etwas falsch verstanden.
    Mit ExtJS hast du recht, das Beispiel war nicht gut.

    Ich finde trotzdem, dass man Spiele im Allgemeinen als Kunst betrachten kann, aber wie immer ist das eben Ansichtssache.
      4 Person(en) gefällt das.
  5. bluewing
    Vielen Dank für die ausführlichen Beiträge Yeager und Zwecki.

    Wie ich versucht habe deutlich zu machen, beleuchte ich hier nur einen kleinen Aspekt aus der riesigen Bandbreite der Thematik. Ich habe mich ausschließlich auf Erzählformen konzentriert, die das Ziel haben das Publikum in eine andere Welt zu entführen und diesem die Möglichkeit zu geben, in der Phantasie jemand anders zu sein. Das hinter Spielen wie Moorhuhn und hinter Filmen wie Schindler's Liste andere Motivationsantriebe stecken, ist sicherlich richtig. Den Anspruch einer allgemeingültigen und allumfassenden Erklärung habe ich nicht gehabt, den Eindruck wollte ich auch gar nicht erwecken.

    Grüße
    Bluewing
      5 Person(en) gefällt das.
  6. Yeager
    Ja, tue ich auch.
    Nicht missverstehen, ich bin ein großer Fan von Computerspielen seit über 30 Jahren.
    Aber als Kunst - so wie ich Kunst begreife/verstehe - sehe ich sie nur in den seltensten Fällen an.
    Nicht, weil dieses Medium das nicht leisten KÖNNTE, sondern weil es das nicht leisten WILL.
    Es liegt in der Sache selbst:
    Wenn man ein Buch lesen will oder einen Film schauen möchte, möchte man unterhalten werden, ja.
    Doch beide genannten Medien haben viel mehr Spielraum "Unterhaltung" für sich selbst gesehen zu definieren.
    "Catcher in the Rhye", der Fänger im Roggen, ein Buch der modernen Weltliteratur, kam als es erschien nicht gut bei den Kritikern an.
    Es ist plump geschrieben, provokant, man vermisst die üblichen handwerklichen Mittel darin.
    Das war so gewollt, es rüttelte eine ganze Generation auf.

    Würde ein Spiel ähnliche Mittel einsetzen, müsste es aber die Hürde nehmen überhaupt erst mal gespielt zu werden.
    Und es ist wesentlich leichter sich durch ein vermeintlich schweres Buch, einen schweren Film "durchzukämpfen", als Ähnliches in einem Spiel zu etragen.
    Was einfach daran liegt, dass ich in erst genannten Fällen das Ganze passiv über mich ergehen lassen kann.
    Im Falle der Spiele ist aber aktives Zutun von mir nötig.
    Mangelt es mir an Motivation - weil mir das Spiel keinen Spaß macht - wird es solch ein Zutun nicht geben.
    Damit wäre jeglicher Aussagewert, den das Spiel haben mag verpufft.
    Wenn er nicht gerade darin bestünde mir vor Augen zu halten, wie grotesk es sein mag vorgezeichnete Algorithmen nach zu gehen, wie Ameisen einer Pheromon-Spur folgen.
    Abermals kommt mir wieder "The Stanley Parable" in den Sinn ;-)

    Spiele wollen in 99% aller Fälle Spaß machen.
    Danach werden sie beurteilt, das macht sie aus.
    Daher sind sie auch keine Kunst.
    Sie sind on the edge, stehen auf der Kante zwischen Kunst und Unterhaltung.

    ExtJS ist ein illegitimes Beispiel.
    Ich führte unter Spielen ja auch nicht Linux oder Photoshop auf, nur weil beide in die Kategorie Software fallen.
    Die Aussage war, dass Spiele die logische Fortsetzung erzählender Kunstformen seien.
    Weder sind sie es, noch sind sie es nicht.
    Spiele sind, waren und werden es immer sein:
    eine Kategorie für sich.
    Sie KÖNNEN Kunst darstellen, siehe "The Stanley Parable", sie reduzieren sich jedoch zumeist auf reinen Unterhaltungswert.
    Ich finde nichts Schlimmes daran.
      4 Person(en) gefällt das.
  7. -zwecki-
    Man könnte aber auch sagen: Kunst will nicht zwingend, kann aber Spaß erzeugen. Ich würde aber sagen, Kunst möchte in den allermeisten Fällen unterhalten und/oder zum Nachdenken anregen. Und wenn man mit diesem Ansatz heran geht, sind Computerspiele, auch Call of Duty, sehr wohl Kunst, da sie eben unterhalten.

    Ich finde, solche Filme können durchaus "Spaß" machen. Sonst würde ich sie ja nicht gucken. Du hast natürlich recht, Spaß klingt im Zusammenhang mit solchen Filmen teilweise schon etwas zynisch, aber da kommt es auch ein Stück weit darauf an, wie du Spaß definierst. Ich persönlich würde Spaß in diesem Zusammenhang als Synonym für Unterhaltung verstehen.

    Ich finde, das gilt im Grunde genauso auch für Filme. Wenn ein Film mir keinen Spaß macht, ich ihn nicht unerhaltsam finde, dann finde ich ihn wohl auch nicht sehenswert.

    Auch das sehe ich etwas anders, denn er spricht nicht von Mohrhuhn, sondern eben von Computerspielen allgemein. Dasselbe könntest du sonst auch über Bücher sagen: "ExtJS kurz & gut" will mir sicher keine Geschichte erzählen, sondern mir ExtJS beibringen.
      2 Person(en) gefällt das.
  8. Yeager
    Interessant und schön geschrieben, Daumen hoch.

    Das mit der Kunst ist allerdings so eine Sache für sich.
    Wenn ich an "The Stanley Parable" denke, sehe ich sofort ein: es ist Kunst.
    Wenn ich an Call of Duty denke, sehe ich gar nichts - ausser Schlauchleveln und Hurra-Patriotismus. Vor allem aber den Kommerz dahinter.
    Kunst ist nicht einfach zu definieren, jedoch kann man eine Sache verallgemeinern:
    Kunst will nicht zwingend unterhalten.
    Noch anders: Kunst will nicht zwingend Spaß erzeugen.
    Spiele, also auch Computerspiele, MÜSSEN das sogar.
    Sonst würden sie nicht gespielt werden.
    Das ist z.B. bei Büchern und Filmen anders.
    Ich habe "Hellfire" gelesen, das Buch zu "Apocalypse Now".
    Keine leichte Kost.
    Dennoch ein interessantes Buch.
    Auf seine Weise, kalt lässt es mich nicht, von "Spaß machen" beim Lesen kann SO nicht die Rede sein.
    Ich habe Schindler's Liste gesehen.
    Wenn mich jemand fragen würde: "Na, hat dir der Film Spaß gemacht?" würde ich an seinem Verstand zweifeln.
    Das Mindeste wäre diesen schief anzuschauen und zu sagen, dass "Spaß" nicht die richtige Bezeichnung ist.
    Dennoch ist er sehenswert.

    Es gibt nicht viele Spiele, bei denen man sagen kann, dass sie keinen Spaß im eigentlichen Sinne machen - aber durchaus spielenswert seien. Ehrlich gesagt, fällt mir gar keins ein.

    Ich glaube auch nicht, dass der erste Satz in deinem Fazit stimmt.
    Stünde da "können das unter anderem sein" würde ich es akzeptieren.
    Was will mir Moorhuhn zum Beispiel erzählen?
    Und in/mit welcher Kunstform?
    Da ist sogar das Anstarren einer Wand auf die Dauer epischer im Vergleich. Irgendwann bekommt man vlt. Halluzinationen - und hat dann seine "Story".
    Bei Spiele-Gurken wie dieser hat man höchstens einen High-Score.
    Dürftiger Epilog ;-)

    Im Großen und Ganzen teile ich aber deine Auffassungen.
      5 Person(en) gefällt das.
Top