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The Champ´s View - Venetica

Von Champ-Nico |

Datum: 31.12.2009 | zuletzt geändert: 08.02.2010, 16:44 Uhr


Mit “The Champ´s View“ möchte ich eine eigene Blog-Reihe kreieren, die das auffasst, was mich persönlich aktuell interessiert oder anspricht in Bezug auf Spiele. Sei es nun hervorgerufen durch eine Entwicklung in der Spiele-Industrie, durch ein durchlebtes Streitgespräch oder einfach durch Erinnerungen an vergangene Spiele-Perlen, wird aufgrund eines Patches und einer neu entfachten Liebe ein neuer Blog gereicht: Venetica.


„Ach, Scarlett!“ … in diesen zwei Wörtern könnte man soviel hinein interpretieren. Es könnte ein Ausspruch dessen sein, das man sich der Schönheit dieser liebreizenden Frau hingibt. Es könnte eine Feststellung dessen sein, das die vom Schicksal gebeutelte, junge Dame sich den harten Herausforderungen stellt. Es könnte ein Kommentar dazu sein, das sie wieder in den Armen ihres Geliebten liegt. Es könnte ein Hauch von Entzückung sein, wenn sie mit ihren verführerischen Augen in die Kamera blickt und jeden Mann augenblicklich dahin schmelzen lässt.
In diese zwei Wörter könnte man soviel hinein interpretieren und jede dieser Thesen stimmt wohl zum Teil ein. Aber in meinem Fall jedenfalls bedeuten diese beiden Wörter etwas anderes: „Ach Scarlett, warum machst du es mir so schwer? Du bist zu so einer hübschen und sympathischen Heldin eines so tollen Rollenspiels geworden, aber warum, warum zum Teufel ruckelst du denn wie die Hölle?!“


I wish you a merry Patching ...


Die Schuld bei der Heldin zu suchen ist unfair und diese dem Entwickler in die Schuhe zu schieben wohl auch. Fest steht: Der deutsche Adventure-Spezialist Deck 13 hat offensichtlich den Aufwand für ein Rollenspiel dieser Art unterschätzt und sich bei der Programmierung verzettelt. Obwohl das Spiel grafisch nicht wirklich komplex und aufwändig ist, ruckelte es selbst auf High-End-Systemen gelegentlich, auf meiner eigentlich noch recht flotten Kiste konnte ich mich in Venedig über 20 Fps noch freuen, so nannte ich die italienische Stadt liebevoll <Flimmer-Town> und mit Anti-Aliasing <Übelst-Ruckel-Town>.
Wem ist hier übrigens der Zeitenwechsel aufgefallen? Hier wurde Präteritum verwendet, für die nicht ganz so in Sprache Bewanderten: In Vergangenheit. Auch ganz bewusst, denn diese Fehlerchen gehören endlich der Vergangenheit an. Seit dem Patch 1.02 läuft Venetica trotz 4fachem Anti-Aliasing auch auf normalen Maschinen flüssig, selbst mit aktivierter Videoaufnahme lief es bei mir noch in spielbaren 25 Frames. Nicht nur das: Die Lichteffekte wirken einen Tick stimmungsvoller, die Optik wurde poliert und einige, nervige Bugs wie der <Ladder-Freeze> wurden behoben.
Als ich bei der letzten Champ´s View Venetica noch abgeschrieben hatte, musste ich feststellen, das Deck 13 aus dem hübschen Venetica, ein abgerundetes, wunderschönes Venetica gezaubert hat. Das ist so eindrucksvoll, das man nichts weiter tun kann, als dem Spiel eine Champ´s View zu widmen.


Ich bin dein Vater, Lu … ähm Scarlett


Aber jetzt sollten auch mal Infos über die Story enthüllt werden, oder? Hauptcharakter ist die junge Waise Scarlett und das Spiel beginnt sofort furios. Gerade eben verabschiedet sie sich noch von ihrem Freund, den angehenden Ritter Benedict, schon im nächsten Moment wird ihr beschauliches Dorf von Unbekannten überfallen. Hier macht sie zwar schon ihre erste Schritte als Abenteurerin, indem sie einige der Häscher niedermacht, doch letztendlich gerettet wird sie von Benedict … zu einem hohen Preis. Er bezahlt mit seinem Leben, Scarlett ist tief getroffen und es stellt sich heraus, das sie doch keine Waise ist. In einem kurzen Abstecher in die Schattenwelt trifft sie ihren Vater, den Tod höchst persönlich, der sie daraufhin weist, das sie die Einzige ist, die eine Katastrophe verhindern kann.
Den ersten Auftrag in der Tasche, eine Mondklinge zu beschaffen, verlässt sie ihr Dorf in den Bergen um die Verantwortlichen am Tod ihres Geliebten zur Rechenschaft zu ziehen und reist hierzu nach Venedig, dem Dreh und Angelpunkt der Handlung. Doch nicht nur in die stimmig in Szene gesetzte Stadt der Gondolieri verschlägt es die Heldin, sie muss auch das Umland erkunden, die drei einzelnen Bezirke samt Katakomben und Känalen der Stadt unsicher machen und sogar nach Afrika reisen, um der letztendlich spannend erzählten und mit Wendungen gespickten Story zu folgen.
Hier lässt der Entwickler seine Muskel spielen: Nach Ankh, Jack Keane und co. wissen sie bereits, wie man die Charakterzeichnung perfektionieren und eine Geschichte unterhaltsam gestalten kann. Selbst wenn so manches Klischee den Spieler auf seinem Weg kreuzt, erfreut es immer wieder den teils herrlich überdrehten Charakteren zu begegnen, sich von so mancher Entwicklung in der Story begeistern zu lassen und sich der Heldin hinzugeben.


Es gehört allen!


Mit Venetica handelt es sich um ein Rollenspiel der etwas anderen Art, das sich seine eigene Nische im hart umkämpften Genre bastelt, das Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis zugleich anspricht. Rollenspiel-Neulinge erfreuen sich über die Zugänglichkeit, Fortgeschrittene können sich in das Kampfsystem hineinfuchsen und Profis genießen die Atmosphäre rund um die Story und deren Charaktere.
Über Letzteres sollte inzwischen genug Wissen bestehen, fehlen noch die zwei weiteren Punkte. Zunächst zum Thema Zugänglichkeit, das in dieser Hinsicht ein zweischneidiges Schwert ist, denn großartig komplex ist das Spiel nicht. Ein unendliches Inventar, ein paar mickrige Talentbäume und 4 Attribute, keinerlei Herausforderung für Experten, worüber sich Anfänger allerdings freuen können. Es funktioniert, viel Zeit zum mühseligen Erlernen der Mechanik muss man nicht investieren und man kann sich besser auf das Spiel an sich konzentrieren. Venetica schafft einen sehr schönen Spagat: Das Spiel ist simpel gestrickt, jedoch wird es nie zu oberflächlich.


Nicht ohne meine Kombos!


Dieses Fazit könnte man ebenso für das Kampfsystem ziehen, doch zuerst von vorn. Mit dem richtigem Timing haut man den Gegnern, die sich von feindlich gesinnten Menschen, über Krebsähnlichen Brackläufern bis hin zu überdimensionierten Endgegnern erstrecken, effektvolle Kombos um die Ohren, weicht mit beherzten Rollen deren Gegenangriffen aus und fügt den einen oder anderen Zauber mit in die eigene Angriffskette hinzu.
Das spielt sich schön flüssig und eingängig, das macht Spaß. Aber mit Magie allein darf man nicht kommen, Scarlett ist auf den Nahkampf angewiesen, Fernkampf mit Bögen oder Armbrüsten beherrscht sie gleich gar nicht. Aufgrund des auf das Nötigste beschränkte Talentsystem bildet man sie immer weiter zur Nahkampfmagierin aus, die zwischen langkettigen Angriffen immer wieder einen Blutzoll-Zauber einstreut.


Ach, Scarlett!


Nach etlichen Stunden mit Scarlett kann ich mit Recht sagen: Venetica ist sogesehen eine der ganz großen Überraschungen des Jahres. Mit dem Patch 1.02 ist das Spiel unglaublich fesselnd, begeistert mit seiner ungewöhnlichen Atmosphäre und erreicht ein optische Stimmigkeit, die auch für 2009-Verhältnisse Blicke auf sich ziehen wird. Die Story kann sich sehen lassen, Einsteiger werden nicht überfordert und das Kämpfen mit den unterschiedlichen vier Waffen-Gattungen macht Laune. Zugegeben, es hat seine Macken wie sein Talentsystem und die nervenden Klischees, aber im Endeffekt läuft es immer auf das Gleiche hinaus: “Ach, Scarlett!“


Auf Video sieht sie sogar noch besser aus!


http://www.youtube.com/watch?v=fYV4kftVJRw

Diesen und viele weitere Beiträge findet ihr (optisch aufgehübscht) auf der Gaming-Seite GameAlive

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Damnatus
#1 | 31. Dez 2009, 05:12
*wegeditiert*
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Damnatus
#2 | 31. Dez 2009, 05:14
Schön geschrieben, mit kurzen übersichtlichen Blöcken.
Inhaltlich kompakt, aber nicht zu kurz und mit feiner Einleitung.

Auch das Video ist im Großen und Ganzen gelungen und wird zum Schluss immer besser. Aber ich hab da noch ein wenig Kritik, welche hoffentlich konstruktiv ist und dir weiterhilft und nicht entmutigt ;)

Das Intro wirkt ein wenig aufgesetzt, was vor allem an der Art der Betonung liegt.
Im Kommentar selbst, dehnst du immer wieder Sätze über Wortfragmente aus (z.B. bei der Wasserfahrt in vier Versionen). Manchmal ist es irritierend und wirkt unnatürlich, an anderen Stellen (wie bei der Kathedrale) passt es.

Ja ich weiß, eine Vertonung ist schwer :) Bleib weiter drann. Ich denke eine solide Basis hast du und mit Übung werden auch noch die Kanten geglättet.
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Champ-Nico
#3 | 31. Dez 2009, 11:15
@Damnatus: Das wirkt wahrscheinlich wie eine billige Entschuldigung aber ich kann das mit der unglaublich falschen Betonung und anderen Sachen erklären:

Das Video musste ich mitten in der Nacht machen, ab 20 Uhr angefangen habe ich bis 4 Uhr morgens gewerkelt, gegen Ende war ich totmüde und als mein Movie Maker sich selbst noch seine Registry zerlegt hat, musste ich das Ding gleich wieder von vorne machen, dafür dann auf den Tag darauf (Tag darauf, das waren ein paar Stunden später ^^).

Dazu war ich auch noch verdammt mies erkältet, meine Stimme hat sich bis heute nicht regeneriert und ich habe versucht, das so gut es ging zu unterdrücken und das was mir nicht passte, hab ich versucht zu schneiden und noch einmal aufzunehmen.

War für mich als Anfänger wie immer eine erfrischend neue Arbeit, aber als Nächstes muss unbedingt 1. ein Storyboard mit vorgefertigten Text und 2. vielleicht ein besseres Headset :)

Aber danke für den Kommentar, Kritik wie deine (die sehr konstruktiv ausfiel ;) ) ist bei mir herzlich willkommen, die Fehlerchen werden im Verlauf des nächsten Jahres hoffentlich ausgemerzt ^^
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Avatar Damnatus
Damnatus
#4 | 31. Dez 2009, 13:37
Nein, das ist eine gute Erklärung dafür! :)

Just go on ;)
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Avatar Deathreaktor
Deathreaktor
#5 | 01. Jan 2010, 12:28
Wieder mal perfekt :D
Ich brauche nur zu lesen und wenn es perfekt ist ist es vom Champ :))
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Avatar phil982
phil982
#6 | 03. Jan 2010, 18:43
Ein schöner Test, das die Grafische, wie stylistische Gestaltung des Spiels sehr gewöhnungsbedürftig ist, sieht man zwar im Video, leider aber nicht in deinem Test. Ha, auf mich trifft das Klischee das Europäer nur dunkle Farben in Spielen mögen wohl zu^^. Würde das Spiel sich einen Hauch ernster nehmen würde ich es mit großer Freude spielen, nur so gefällt es mir einfach nicht. Mir sind RPGs im Sinne von "The Witcher" am liebsten und der zweite Teil kommt ja zum Glück bald. Schöner Test und viel Mühe, den roten Daumen kann ich da nicht nachvollziehen.
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Avatar Sir Hurl
Sir Hurl
#7 | 20. Jan 2010, 21:25
Gefällt mir sehr gut der Blog. Ich behalte deine Serie im Auge.
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Avatar FKFlo
FKFlo
#8 | 08. Feb 2010, 16:45
Klasse Blog. Gutes Spiel. (:
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