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Torchlight 2 vs. Diablo 3 – Ein simpler Vergleich

Von luxl85 |

Datum: 13.10.2012 | zuletzt geändert: 11.06.2013, 12:11 Uhr





Sich beim Ableben multiplizierende Riesen; Krüge, welche beim Zerbrechen gigantische Ranken wachsen lassen und nicht zu vergessen, das andere Auge vom Ein-Augen-Willy. Ich könnte stundenlang eine Liste der kleinen liebevollen Dinge führen, die mir immer wieder im Spielverlauf von Torchlight 2 ein hämisches Grinsen auf das Gesicht zaubern. Klick, Klick, Klick und wieder ein Erfolgserlebnis – das Spiel übt mit seiner Spirale aus Monsterhorden und Unmengen von Loot kombiniert mit einer Prise Humor, eine Faszination aus, welche sich für viele Genreliebhaber bei Blizzards Diablo 3 nie entwickelte. Warum? Ein simpler Vergleich der 5 wichtigsten Unterschiede sollte euch dies anschaulich nahelegen. Ansonsten sind 19 Euro für Torchlight 2 nun wirklich nicht die Welt.


1. Die Itemwirtschaft


Diablo 3 brachte das Echtgeldauktionshaus mit sich. Während ihr auf Shoppingtour geht, kassiert Blizzard nebenbei Prozente. Doch wo ist die Sammelwut? Gold zu erfarmen mag kurzzeitig befriedigen, da die Zahl an Goldmünzen langsam aber stetig wächst, doch ist es das was wir kennen und lieben? Tatsächlich hat der noch heute aktiv gespielte Vorgänger das Loot-Handling salonfähig gemacht. Diablo 3 ist jedoch ein Rückschritt und bietet den Ausgleich durch gekauftes Equipment an. Torchlight 2 macht es – rein subjektiv versteht sich – besser. Du willst bessere Ausrüstungsgegenstände? Kämpfe darum. Je mehr virtuelles Monsterblut man inhuman auf Wände und Flure der verschiedensten Dungeons transferiert, um so schwerer wird der Rucksack. Klingt brachial, greift jedoch nach kürzester Zeit und fesselt wie seinerzeit Diablo 2. Bis auf Extremfälle fällt stetes Besuchen eines Händlers obendrein weg, denn jeder Recke hat einen virtuellen Begleiter in Form eines exotischen Tieres an seiner Seite, welcher gerne das Gerümpel zur klimpernden Verwertung bringt und sogar auf Wunsch neue Heiltränke kauft. Ich kann nicht finden Torchlight 2 Apple Mac-Version PC


2. Der Onlinezwang


Wo man mit Blizzards dritter Monsterhatz auf dem Trockenen sitzen blieb, sobald das Internet mal wieder streikt, liefert Runic Games hier, neben mittlerweile gar nicht mehr so selbstverständlichem Offlinebetrieb, einen lokalen Mehrspielermodus – quasi als glänzende Erinnerung an vergangene Zeiten, in denen eher über die fehlende Pizza, als über einen schlechten Ping beschwert wurde. Von dem Zwang permanent mit dem Internet verbunden zu sein fehlt jede Spur. Dass es die Spielindustrie zum Umdenken bringen könnte ist leider zu bezweifeln, doch die zu Beginn stark überforderten Server der Entwickler beweisen, dass auch ohne Onlinezwang genügend legal erworbene Kopien die Sucht nach neuem Loot befriedigen.


3. Der Anspruch


Schwebende Heilkugeln, abgehärtete Non-Player-Begleiter, wie die Fliegen fallende Akt-Bosse. Eine Menge an Diablo 3 schreit förmlich nach einem Stirnrunzeln und wenn es nur das unregelmäßige Ableben des eigenen Helden ist, weil der Schwierigkeit wiedermal nicht wusste wie er auf unser Handeln zu reagieren hat. Natürlich ist das Spiel anspruchsvoll; jedoch nicht auf eine Art wie man es gerne hat. Es ist keine Herausforderung, sondern russisches Roulette. Hier einen Charakter im Hardcore-Modus, welcher Fehler mit permanentem Tod bestraft, zu spielen ist beinahe der nächste Schritt zur Zwangsjacke (auch wenn hier Lags eine ebenso nicht zu unterschätzende Bedrohung darstellen – siehe Punkt 2). Torchlight 2 hingegen wird kontinuierlich herausfordernder. Wenn man von dem gewählten Schwierigkeitsgrad absieht, treten regelmäßig Zwischenbosse ins Rampenlicht und vermöbeln uns liebevoll das mittelalterliche Anlitz. Darauf mit richtiger Skillung zu reagieren ist die beste Methode, sorgenlos dem Endgame entgegenzutreten. In Torchlight 2 gibt es übrigens keinen fliegenden Wechsel zwischen festgelegten Skillungen – nur richtige Entscheidungen formen Helden, die das Land braucht.


4. Die kleinen aber feinen Geschichten


Auch wenn fallende Engel und haushohe Bossgegner, die nichts auf dem Kasten haben, keinen Oscar für eine faszinierende Geschichte verdienen, kann Torchlight 2 seinem Konkurrenten Diablo 3, zumindest was die Hauptgeschichte betrifft, auf keinen Fall Dell das Wasser reichen. Beim Herausforderer sind es die kleinen Dinge, die glücklich machen. Ob es nun die stetig bessere Ausrüstung ist oder Kontrahenten, welche mehr Resistenzen als Deckard Cain Haare haben. Es gibt Momente in denen ich mir das Logo von Runic Games am liebsten hingebungsvoll auf den Oberarm tätowieren lassen würde. So stolperte ich auf meiner Reise durch Torchlight 2 beispielsweise über einen alten Steg, der mit einer alten Laterne gespickt war. Trotz meiner unbändigen Neugier, erwartete ich eigentlich die nächste Monsterwelle – als ich das Leuchtmittel jedoch aktiviere, erscheint aus dem Nebel ein Geisterboot mitsamt totem Fährmann, der mich daraufhin bittet in einer Parallelwelt abtrünnige Piraten in die Schranken zu weisen. Dass es sich um untote Gesellen handelt und ich währenddessen über das zweite Auge des daraufhin anzutreffenden einäugigen Bosses, mit dem treffenden Namen Ein-Augen-Willy stolpere, verschwieg er mir natürlich. Eine kleine Wohltat für von immer gleichen Schauplätzen geplagte Spieler. Dass die Hauptgeschichte mit ihrem drohenden Armageddon gänzlich belanglos nebenher rieselt, stört in solchen Momenten nicht weiter. Im Großen und Ganzen würden die Storys beider Spiele jedoch keinen Blumentopf gewinnen.


5. Das Preis/Umfang-Verhältnis


Was sind neunzehn Euro gegen fünfzig? Richtig – wenig. Und doch verbirgt sich hinter dem kleinen Preis ein Versprechen eines auf lange Sicht sehr befriedigenden Hack’n'Slay-Titels und natürlich der Beweis, dass ein großer Name in die Irre führen kann. Diablo 3 bringt eine Fortsetzung der allseits bekannten Geschichte eines der besten Langzeitmotivatoren mit sich und doch fühlen sich immer höhere Schwierigkeitsgrade nicht befriedigend an. Zufallsgenerierte Umgebungen, unzählige Zwischenbosse und eine Fülle an Gegenständen, die man eher einem Borderlands zutraut zeigen wunderbar, wie man seine Community glücklich machen kann. Etliche Male habe ich dem halben Hunderter nachgetrauert während der Battle.Net-Account vor sich hin modert. Torchlight 2 hingegen ist jeden Penny wert und ich sehe einer wunderbaren Zeit entgegen, in der die linke Maustaste malträtiert wird. Klick für Klick, von einem Erfolgserlebnis zum anderen.



Via Top Games

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Avatar Cr4sh
Cr4sh
#1 | 13. Okt 2012, 08:44
Stimme vollkommen zu. Torchlight 2 ist das, was Diablo III hätte werden sollen.

Ein paar kleine Anmerkungen: das englische Wort 'handling' hat nichts mit Handel zu tun. Es beschreibt eher den 'Umgang mit', also weapon handling ist der Umgang mit Waffen.

Außerdem gibt es eine richtig richtig coole Nebenmission, in der zwei Babies und der Vater in einer Höhle voller Spinnen gefangen sind. Die ist wirklich göttlich. Mehr spoiler ich jetzt allerdings nicht.
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Avatar RD.SQUIRREL
RD.SQUIRREL
#2 | 13. Okt 2012, 23:35
Ein simpler Vergleich? Darunter hätte ich mir persönlich einen Vergleich erwartet. Es ist allerdings ein subjektiver, relativ einseitiger "Guide" warum TL2 (aus deiner Sicht) besser ist, als D3.

Und das macht dein eigentlich vielversprechenden Titel zunichte.
Denn nun kann man dir bei jedem Punkt mit Gegenargumenten oder konträren Geschmäckern und Vorlieben deine Worte quasi im Mund herumdrehen.

zu 1.: In D3 kämpfst du um bessere Ausrüstung - das AH ist kein Zwang. In TL2 wird dir die Ausrüstung mehr oder weniger nachgeworfen.

zu 2.: Der Online-Zwang sorgt primär für eines - Es gibt bis dato noch KEINE EINZIGE Raubkopie von Diablo 3, die auch tatsächlich vollständig spielbar ist. Das mag für uns Spieler relativ unerheblich sein, aber für die Spielehersteller ist es sicherlich ein Segen. Und stören tut er aktuell auch nicht mehr. Der Start war mehr als holprig und ist nicht zu entschuldigen. Aber seit spätestens Juli läuft das Spiel einwandfrei.

zu 3.: Der Anspruch von D3 ist ebenso hoch wie bei TL2. Wenn nicht sogar höher, da man je nach Gegner (oder Boss) schnell die richtigen Skills verändern und anpassen muss. TL2 dagegen wirkt leider sehr unflexibel mit seinen Talent-Bäumen, die kaum im Nachhinein veränderbar sind. Das sollte ein Relikt vergangener Jahre sein und in Zukunft bleiben.

zu 4.: Hier sind wir uns einig. Die Story von Diablo 3 ist deutlich besser und wirkt aufgrund der grandiosen Videosequenzen nicht so lächerlich hingerotzt und billig, wie die Aldi-Zeichnungen (allein das Intro hat mir schon sämtliche Lust auf´s Spielen bei TL2 versaut) des Runic-Konkurrenten. Dafür bietet, dass muss man TL2 lassen, der günstige Titel mehr fantasievolle Nebenmissionen. Doch was bringt´s, wenn die Grafik aussieht, wie WOW von vor 4 Jahren? (Ja, das ist Geschmackssache, ich weiß. Dennoch: Wer bei D3 wegen "zu bunt" gemeckert hat, der dürfte bei TL2 den berühmten Augenkrebs bekommen)

zu 5.: Das Preis/Leistungsverhältnis liegt bei mir ganz anders. Mit Diablo III habe ich nun mehr als 200 Stunden für 59.95 (Blizzard-Store) verbracht und spiele nun meinen dritten Charakter hoch. Bei TL2 habe ich nach dem Intro und den ersten paar Minuten erstmal enttäuscht auf "Beenden" geklickt. Zu bunt, zu hektisch, zu unübersichtlich, zu viel Loot. An das Verskillen der unflexiblen Talentbäume will ich noch garnicht denken.
Vielleicht gehe ich den Titel nochmal irgendwann nach Darksiders 2 und Borderlands 2 an, aber aktuell ärgere ich mich fast schon darüber, dass ich 18.99 (Steam) für dieses Spiel bezahlt habe.
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Avatar Clawhammer
Clawhammer
#3 | 14. Okt 2012, 22:43
Zitat von Cr4sh:
Stimme vollkommen zu. Torchlight 2 ist das, was Diablo III hätte werden sollen.


Das sehe ich ähnlich
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Avatar Lefty2Gunz
Lefty2Gunz
#4 | 17. Okt 2012, 18:35
Alles ausser der Online zwang ist ansichts sache.Meiner Meinung nach ist D3 um Welten wenn nicht gar Universen besser als TL2. Ich hab TL2 5 stunden gezockt und danach liegen lassen. Zu bunt -zu unübersichtlich- zu undynamisch-zu viele Items !
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Avatar Immanuel Hiob
Immanuel Hiob
#5 | 17. Okt 2012, 19:32
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
Avatar Tarsius
Tarsius
#6 | 18. Okt 2012, 16:59
Der Online-Zwang schützt vor allem auch vor Cheatern.

In TL2 kann man alles möglich herbei "zaubern" und dann in der eigenen Lobby auf dicke Hose machen.
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Avatar Immanuel Hiob
Immanuel Hiob
#7 | 18. Okt 2012, 21:20
Dieser Kommentar wurde ausgeblendet, da er nicht den Kommentar-Richtlinien entspricht.
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