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Die Unfassbaren (2013)

Von Maggus3 |

Datum: 23.07.2013 | zuletzt geändert: 24.07.2013, 14:55 Uhr


Ich weise an dieser Stelle drauf hin, dass der eine oder andere Spoiler sich nicht vermeiden lässt. Allen, die sich den Film nicht verderben wollen (keine Angst, das schafft das Ende ganz von alleine), sollten diese Kritik besser nicht lesen oder zumindest den Part „Schauspieler“ auslassen.



Magie ist etwas, das jeden fasziniert. Und sei es nur, um diese als Werk eines Scharlatans zu entlarven.

Was liegt also näher, als über genau dieses Thema einen Film zu drehen, der vielleicht zusätzlich noch die Magie des Films transportiert?

Versuche dazu gab es genug. Die meisten waren jedoch eher große Grütze als große Zauberei. Was unter anderem oft daran lag, dass im Grunde einfach nur billige Zaubertricks auf die Leinwand gebracht worden sind oder es gleich mit „echter“ Zauberei so dermaßen übertrieben, dass man meint, man würde einen Fantasyfilm schauen.

Macht dieser Film es anders und vor allem: besser? Das lest ihr nach den Fakten.



Fakten:

Originaltitel: Now you see me

Regisseur: Louis Leterrier

Darsteller: Jesse Eisenberg, Mark Ruffalo, Woody Harrelson, Isla Fisher, Dave Franco, Mélanie Laurent, Morgan Freeman, Michael Cain

Erscheinungsjahr: 2013

Laufzeit: nachschlagen

Imdb-Wertung (Stand 23.07.2013): 7,4





Story:

Die Stärke des Films, neben der großartigen Darstellerriege ist sicher die Story in den ersten zwei Dritteln des Films.

Hier wird gekonnt mit den Erwartungen des Zuschauers gespielt und danach geklärt, was tatsächlich passiert ist.

Übernommen werden diese Aufklärungsmomente von einem ehemaligen Magier, der mit seiner Fernsehsendung Millionen verdient, in dem er Zaubertricks enttarnt und deren Vorführer in den Ruin treibt.

Die vier Magier, auf die er es diesmal abgesehen hat, sind kleine Lichter, die das Schicksal zusammenführt und gemeinsam während einer Show in Las Vegas eine Bank ausrauben. Und zwar nicht eine Bank um die Ecke oder gar das anliegende Kasino, sondern eine Bank in Paris.

Das ruft natürlich auch das FBI auf den Plan und so kommt es, dass das übliche, aber sehr unterhaltsame Versteckspiel beginnt.

Irgendwo in diesem Verwirrspiel musste wohl auch noch eine Liebesgeschichte untergebracht werden. Anders kann ich es mir nicht erklären, wie dieses junge Huhn von Interpol in das ganze hinein passt. Ich würde einfach mal behaupten, dass es schwerer war, diese Figur in die Geschichte hineinzuschreiben, als sich eine Alternative auszudenken.

Auf jeden Fall mündet der Film, der die ersten zwei Drittel wirklich gut unterhält und vor allem auch anspruchsvoll ist, in einem Finale, das dümmer und unsinniger kaum sein könnte. Die Auflösung ahnt man zwar nicht, da man nach dem tollen Start nicht an so etwas banales denkt, doch mit diesem Vorwissen solltet ihr nach rund einer halben Stunde das Ende erraten können.

Vielleicht wird dadurch die Fallhöhe für euch erträglicher. Achja, eine Verfolgungsjagd gibt es auch noch und eine Prügelszene, bei der ich mich gefragt habe, woher dieses Talent nun auf einmal kommt, denn die Person, die diese Szene bekommt… Ach, es ist müßig, sich noch weiter über das Ende aufzuregen. Kommen wir lieber zu den Darstellern und ihren Rollen an sich.



Schauspieler:

Eine wirkliche Hauptrolle hat der Film nicht wirklich. Eine der wichtigsten Person wird aber sicherlich von Jesse Eisenberg gespielt und hört auf den Namen J. Daniel Atlas. Es ist schon interessant, wie überzeugend er den arroganten Penner mimt. Schon in The Social Network merkt man seiner Figur an, dass er nicht nur intelligenter als die meisten ist, sondern ihnen es auch sekündlich mitteilen muss. Das kann sehr nervig sein, passt aber ganz gut zu seiner Rolle.

Die drei anderen Magier verdienen eigentlich keine großartige Erwähnung. Zwar sorgt die Figur von Woody Harrelson (Merrit McKinney) für den einen oder anderen Lacher und Isla Fisher als Henley Reeves ist nett anzuschauen, aber der Funke will einfach nicht überspringen.

Dave Franco spielt sogar eine so widersprüchliche Rolle (Jack Wilder), dass man meinen könnte, diese Figur wurde von dem neugeborenen Kind des Autors verfasst. Immerhin führt seine Darstellung dazu, dass man kurzzeitig mal meinen kann, er würde alle verpetzen, weil er ständig gemobbt wird.

Dylan Rhodes, gespielt von Mark Ruffalo, soll ein FBI-Agent sein. So wie er arbeitet, stellt sich allerdings die Frage, wie er den Job überhaupt bekommen hat. Selbst unter Beachtung des Endes, was zumindest diese oder andere dumme Aktion rechtfertigt, fällt es mir schwer, diese Figur glaubwürdig zu finden. Schade, denn der Schauspieler war und ist eigentlich immer gut. Hier werden klar Perlen vor die Säue geworfen.

Morgan Freeman (Thaddeus Bradley, das ist der Zauber-Entzauberer) und Michael Cain (Arthur Tressler) dürften mit diesem Film vielleicht sogar die schlechteste Leistung ihrer jüngeren Karriere abliefern. Insbesondere Michael Cain hatte, so scheint es zumindest, keinen Bock auf den Film, hatte aber Zeit. Morgen Freeman wirkt hingegen, als hätte er zwar Bock gehabt, jedoch keine Zeit und folglich sehen seine Szenen aus, als wären sie alle in maximal zwei Takes gedreht worden, weil das halt irgendwie schon passt, oder so.

Kommen wir zur Interpol-Agentin namens Alma Dray dargestellt durch Mélanie Laurent. Zwar gibt sie sich Mühe, das Beste aus ihrer Rolle zu machen und verdient dafür Anerkennung. Aber die Rolle an sich ist halt einfach nutzlos. Wirklich der gesamte Film würde mit nur zwei, drei – rund 5 Sekunden langen – Änderungen ohne sie funktionieren.

Aber wie schon bei der Story erwähnt, brauchte der Film wohl eine Liebesgeschichte. Nein, brauchte er nicht. Er wäre sogar besser, wenn es sie nicht geben würde. Denn dadurch wirkt das Ende nochmals mehr hingebogen.



Effekte und Ausstattung:

Nach dem ganzen Genörgel kann ich nun endlich wieder etwas Gutes über den Film sagen. Die Ausstattung ist großartig und jedes Szene ist so präpariert, dass die Erklärung tatsächlich Sinn ergeben und man sich genau vorstellen kann, wie es dazu kam, dass nicht nur durch die Kameraeinstellungen alles echt aussah, sondern man ganz sicher auch im Saal darauf hereingefallen wäre.

Auch die Effekte – sie kommen ja ehrlich gesagt nur bei der Verfolgungsjagd großartig vor – sind gut. Hier wummst es ordentlich.

Ansonsten gibt es natürlich den typischen Budenzauber mit viel Bling-Bling und Rauch und was-weiß-ich-für-Sachen, damit das Publikum abgelenkt ist.

Das funktioniert ebenfalls astrein und zeigt, dass der Film durchaus mit der richtigen Prämisse gedreht wurde.



Ton und Bild:

Selten ist es mir so schwer gefallen, über diese Kategorie etwas zu schreiben. Das liegt aber – so man denn den Trailer als Grundlage nimmt – nicht am Film, sondern, mal wieder am Kino.

Eine Box war durchgehend am Rauschen, eine anderen ging erst gar nicht und das Bild setzte ab und an mal für Sekundenbruchteile aus.

Hier werde ich definitiv mal einen separaten Blog darüber verfassen, denn so langsam regt mich das tierisch auf.

Davon abgesehen hatte ich das Gefühl, immer mitten drin zu sein. Ich fühlte mich tatsächlich so, als würde ich im Publikum sitzen oder mit den Ermittlern mitlaufen.

Das ein Film das heutzutage noch ohne 3D schafft, rechne ich ihm groß an.



Fazit:

Ja, der Film "Die Unfassbaren" unterhält größtenteils. Doch das Ende ist so schlecht und konstruiert, dass ich beim Besten Willen keine Empfehlung für das Kino geben kann.

Wartet auf die BluRay, leiht sie euch aus und schaut den Film als Gruppe. So bezahlt jeder vll. inklusive Essen und Getränke nur ein paar Euro, anstatt ein halbes Vermögen.

erschienen auf maggus-desire.de

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