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Kapitel 4: Der Lauf der Dinge

Von Maggus3 |

Datum: 03.05.2012 | zuletzt geändert: 29.05.2012, 20:48 Uhr


Noch immer hielt René Dahnke seine Tochter fest und weinte dabei. Die einzigen Worte, die er mit gebrochener und zittriger Stimme herausbrachte, waren immer wieder die gleichen: „Was habe ich getan?“ Es verging eine Zeit, bis er Christin bemerkte, die in einer Ecke kauerte. War sie es nicht, die versucht hatte ihn zu warnen? Aber lockte sie ihn nicht auch überhaupt erst hier her? Oder war die Stimme doch jemand anderes gewesen? Diese Fragen gingen René im Moment durch den Kopf. Eine Antwort auf die Fragen fand er hingegen nicht, denn der Schmerz über den Tod seiner Tochter und die Furcht vor sich selbst waren zu groß, als dass er einen klaren Gedanken fassen konnte. Plötzlich stammelte Christin: „Du warst total in Rage. Nicht zu bändigen. Du bist einfach aus deinem Zimmer marschiert und den Flur entlang. In deinem Wahn hast du eine Schneise von Tod und Verwüstung hinterlassen. Ich wollte gerade zu dir, als du das Zimmer verlassen hast. Mich hast du weggestoßen und als ich hinfiel, konnte ich in den Raum sehen und sah ein ähnliches Massaker wie hier.“ Sie hielt kurz inne, denn offensichtlich, so dachte René, waren einige Kollegen von ihr unter den Opfern, dann sprach sie weiter: „Verwunderlich, dass niemand im Krankenhaus ihre Schreie gehört hatte.“

„Ich habe sie schreien hören und sie brennen sehen“, entgegnete ihr René schluchzend. „Nur für mich waren sie bereits tot und ich versuchte vor ihnen zu fliehen. Dabei folgte ich einer dunklen Stimme. Das einzige woran ich mich noch erinnern kann ist, dass ich urplötzlich einen Lautsprecher in der Hand hielt.“

„Den hast du einfach von Wand gerissen.“ Jetzt erinnerte sich Herr Dahnke auch an Christins Worte über die Drogen. Mit einem leichten Hoffnungsschimmer fragte er: „Was meintest du eigentlich mit Drogen? War es am Ende gar kein Wahn? Waren es vielleicht äußere Einflüsse, die mich zu dieser Schreckenstat getrieben haben?“

„Während ich dir weiter folgte“, antworte die Krankenschwester, „ließ ich einen Arzt die Spritze untersuchen, die in dem Einlass an deinem Tropf steckte.“ Mit aufkeimender Panik in der Stimme wollte René wissen, wie lange er denn weggetreten gewesen wäre. Die Antwort, dass es sicher ein paar Stunden gewesen sein müssen, sie es aber nicht genau wüsste, da überall für ein paar Minuten der Strom wegen eines Anschlages auf den örtlichen Verteiler ausgefallen sei und alle Uhren sich dadurch genullt hätten, gefiel ihm noch weniger. „Aber warum brennt hier wieder Licht und warum habt ihr meine Tochter ohne Strom operiert?“

„Wir haben ein Notstromaggregat. Das ist in einen Krankenhaus Vorschrift. Es sprang nur nicht sofort an, daher ist ihre Tochter kollabiert und wir mussten operieren.“

„Wieso kollabiert? Sie war querschnittsgelähmt und nicht auf Geräte, die sie am Leben halten angewiesen?“ René war nun vollends verwirrt. „Ihr Herz ist urplötzlich stehen geblieben. Nachdem wir sie wiederbelebt hatten, wurde sie sofort noch einmal genau untersucht und dabei ist uns ein angeborener Herzfehler aufgefallen. Natürlich haben wir sofort operiert und alles verlief gut. Allerdings kann es bei einer solchen Operation vorkommen, dass das Herz noch einmal aufhört zu schlagen. Um das zu vermeiden, bekommen die Patienten eine Art Schrittmacher eingesetzt. Und dieser ist bei dem Stromausfall ebenfalls stehen geblieben. Es tut mir so leid für dich.“ Erst jetzt fiel René auf, dass wenn er wirklich mehrere Stunden lang im Wahn Menschen umgebracht hätte, die Polizei hätte auftauchen und ihn aufhalten hätte müssen. Er wollte danach fragen, brachte allerdings nur das Wort „Polizei“ heraus. Wieder bekam er eine Antwort, die ihn schockte, obwohl er fast damit gerechnet hatte: „Es kamen 9 Männer und Frauen der Polizei. Als sie dich gerade festnehmen wollten, hast du auf einmal eine der Pistolen von einem Polizisten ergriffen und ihn als menschliches Schutzschild genommen. Dann hast du Einen nach dem Anderen von ihnen erschossen und…“ Christin hielt kurz inne, schluckte und schluchzte dann: „…hast du dein Schutzschild vor meinen Augen hingerichtet. Er musste sich hinknien, dann hast du hinter ihm stehend und auf seinen Kopf zielend, abgedrückt.“
In diesem Moment hörten die beiden die Sirenen einiger Einsatzwagen. Nur wenige Minuten später stürmten auch schon die Einsatzkräfte den OP-Raum. René Dahnke lies sich ohne jede Gegenwehr festnehmen, doch eine Frage hatte er noch: „Christin, du sagtest du hast das alles ansehen müssen, warum habe ich dich nicht angegriffen?“ Sie schüttelte den Kopf und sagte: „Ich weiß es nicht. Du hast jedoch penibel darauf geachtet, dass mir nichts passiert. Wahrscheinlich werden wir nie erfahren, was in deinem Kopf vorging.“ Mit diesen Worten in seinen Ohren wurde René von der Polizei abgeführt und nach draußen gebracht. Dort standen ein 9-Mann-Einsatzwagen und ein Gefangentransporter. Er konnte die verächtlichen Blicke der Männer und Frauen sehen. Der Mann, den sie gerade mitnahmen, nämlich er, hatte Kollegen, Freunde, vielleicht sogar Ehepartner von ihnen umgebracht. Immer wieder hörte er die Polizisten sagen: „Dieses kranke Schwein. Wenn es doch nur erlaubt wäre, ich würde ihn zu Brei schlagen und dann wenn er um Gnade winselt, würde ich ihm diese gewähren und ihn ebenfalls hinrichten, so wie er Paul gerichtet hat.“ Auf dem Weg durch die Gänge und Flure des Krankenhauses zum Gefangentransporter kamen sie immer wieder an entstellten Leichen vorbei. Der ganze Boden war nicht mehr weiß, sondern crimson, die Farbe des Blutes. Als die Gruppe endlich am Transporter ankam, eilte ein bärtiger Mann in Uniform, wahrscheinlich der Einsatzleiter des Teams herbei, und sprach mit gehässiger Stimme zu René: „Unsere Regierung hat nie wirklich etwas Gutes hinbekommen, aber bei einem Perversen wie dir, den anscheinend Spaß am Morden hat, macht die Wiedereinführung der Todesstrafe richtig Sinn. Du wirst sicher zur Abschreckung Aller vor laufender Kamera hingerichtet. Ich nehme es mir sicher auf, wenn ich es nicht live sehen kann!“ Bei diesen Worten lachten alle, die um die zwei herum standen. Dann wurde René von dem Leiter in den Wagen getreten und Festgekettet. Zwei schwer bewaffnete Männer mit Schutzwesten blieben bei Herrn Dahnke um ihn zu bewachen. Hinter den dreien schloss sich die Tür und wenige Sekunden später merkte René, wie sich das Fahrzeug in Bewegung setzte.

Während René auf seinem Stuhl angekettet da saß, gingen ihm erneut mehrere Fragen zugleich durch den Kopf. Er fragte sich, warum er diese Gemetzel so einfach hinnehmen hatte können. „Wäre es nicht normal gewesen…“, dachte er bei sich, „…vollkommen zerstört und mit den Nerven am Ende zu sein?“ Er hatte immer angenommen, dass er so reagieren würde, wenn er einen toten sehen würde, da die Erinnerung an die Identifikation seiner Eltern, die fast zur Gänze verkohlt und von der Bombe zerrissen gewesen waren, ihn überwältigen würde. Aber hatte ich nicht etwas über diese Art der Verarbeitung von Geschehnissen gelesen? Na klar. Das muss es sein! Ich meine mich zu erinnern, dass dies eine Art Schutzreaktion des Gehirns ist. Manchmal kann es passieren, dass die innere Zerrissenheit erst Jahre nach dem traumatischen Ereignis eintritt. René fürchtete sich vor diesem Tag, an dem er all das noch einmal in Gedanken sehen würde, an dem er es verarbeiten würde. Doch noch etwas beschäftigte ihn so sehr, dass er das hämische Grinsen der zwei Männer, die ihn bewachten, nicht wahr nahm. Wie hatte es die Polizei nur geschafft, dass kein einziger Reporter versuchte, davon zu berichten? Wäre dies nicht ein gefundenes Fressen für die Medien gewesen? René sah bereits die Schlagzeilen vor sich: „Irrer Psychopath massakriert mehrere dutzend Menschen und zum Schluss sein eigene …“ Weiter kam er nicht, denn in dem Moment bekam er einen Gewehrkolben gegen die Stirn geschlagen und gleich darauf einen Zweiten in die Magengrube. Sich krümmend vor Schmerz brach René Dahnke auf dem Boden des Transportes zusammen. Doch seine Tortur sollte noch kein Ende nehmen. Weitere Tritte in den Magen folgten. Dann heilt einer der beiden Polizisten seine beiden Arme, die Handinnenflächen nach oben, flach auf dem Boden fest und der andere schoss, die Waffe fest aufdrückend, René in die Hände. René schrie vor Schmerz, als die Klappe zum Fahrerraum aufging und der bärtige Einsatzleiter hereinschaute. Lachend rief er seinen Männern zu: „So, ihr hattet euren Spaß! Das reicht erst einmal. Wir wollen ihn ja schließlich noch im Fernsehen bei seiner Hinrichtung sehen!“ Alle drei lachten. Herr Dahnke wand sich noch immer vor Schmerzen und sein Hass gegen die drei wuchs. Dennoch konnte er sie verstehen. Nach dem, was er heute von sich erfahren hatte, war er sich nicht sicher, ob er nicht ähnlich gehandelt hätte.
Die Fahrt dauerte noch fast drei weitere Stunden und obwohl René Dahnke nichts von der Strecke sah, konnte er sich vorstellen, wohin die Reise ging. Er vermutete, dass sie ihn in das neue Hochsicherheitsgefängnis in der Nähe von Kassel brachten. Dieses Prestigeobjekt der hessischen Regierung war das perfekte Beispiel dafür, wie man heute mit Schwerverbrechern wie ihm umging. Seit rund einem Jahr waren die Zeiten, in den selbst der schlimmste Kinderschänder von der deutschen „Kuscheljustiz“, so wurde die Rechtssprechung damals häufig von der Presse genannt, zu gerade einmal 5 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Nun reichte bereits ein bewaffneter Raubüberfall aus, um Lebenslänglich zu erhalten. Auf Grund dieser harten Gangart war zwar die Verbrechensmenge zurückgegangen, die Gefängnisse quollen dennoch vor Insassen über und das kostete den Staat enorm viel Geld. Dies war wohl, so vermuteten damals die Einwohner Deutschlands, der eigentliche Grund, weswegen die Todesstrafe wieder eingeführt wurde. Reines Profitdenken. Vorbei waren die Zeiten, in der zumindest versucht wurde, den Anschein zu wahren, die Menschenrechte würden eingehalten. Gut ausgebildetes Personal war ebenfalls teuer. Somit fing man an, in Großanstalten, wie der in der Nähe von Kassel, Verbrecher mit gewissen Privilegien dazu zu bringen, sich auf die Seite der Wärter, um den Mob zu kontrollieren, zu schlagen. Auf Grund dieser Geschehnisse nannten die einfachen Bürger diese Gefängnisse bald schlicht „Butcher Bay“. Dieser Name war eine Entlehnung aus „Riddick – Chroniken eines Kriegers“. Auch hier gab es Schläger und Mörder, die ihre eigenen Regeln aufbauten und ihre Territorien gegen Unruhestifter verteidigten. Dadurch ließen die Wärter sie in Frieden. Wer in diesen Anstalten sich nicht sofort für eine Seite entschied, war sofort tot. Angesichts der Tatsache, dass ohnehin jeder Insasse sterben würde oder zumindest hier sein Leben lang verbringen würde, war dies für viele zu einer Möglichkeit geworden, sich der Strafe zu entziehen. Dementsprechend war die Rate an Selbstmorden durch Provozieren von Wärtern oder andere Insassen sehr hoch. In die Schlagzeilen ist Dark Castle, so der richtige Name, jedoch durch den Umgang mit Ausbrechern. Wer floh, dem wurde gnadenlos von den Wärtern von hinten in den Kopf geschossen. Ab und an machten sich die Aufseher sogar einen Spaß darauf, jemanden entwischen zu lassen, nur um ihrer Mordlust nachgehen zu können. All das wurde von den Landesregierungen nicht nur geduldet, nein, für jeden getöteten Ausbrecher gab es eine Geldprämie vom Staat. Wer nun dachte, dies würde nur in Deutschland passieren, lag völlig falsch. Auch wenn nur selten Informationen über die Aktivitäten anderer Länder nach außen drangen, war es ein offenes Geheimnis, dass die Würde des Menschen und sein Recht auf Leben schon lange nicht mehr geachtet wurde. In Süd-Afrika war sogar die Apartheit unter donnerndem Applaus eines Großteils der Bevölkerung zurückgekehrt. In anderen ärmeren Ländern waren Bürgerkriege nun endgültig an der Tagesordnung. Manche sagten sogar, dass der dritte Weltkrieg nicht mehr lange auf warten lassen würde. Der Kampf um das Öl hatte die letzten Jahre über immer grausamere Ausmaße angenommen. Schon früher war es üblich gewesen, ein Land, welches Ölvorkommen besaß, von der Regierung zu „befreien“ und dann zu besetzen. Nur jetzt wurden die Kriege nicht mehr offiziell von reichen Staaten geführt, sondern von Großkonzernen und ihren Söldnerarmeen. Diese scherten sich einen Dreck um die einheimische Bevölkerung und schossen bisher jedes Mal wahllos auf alles was sich bewegte. Ihnen ging es nur noch ums Geld und den Ausbau ihre Macht. Einmal ging eine Söldnereinheit sogar so weit, dass es selbst der Regierung, die sich beauftragt hatte, gegen den Strich ging und sie allesamt festnehmen ließ. Bis heute ist bekannt, in welches Gefängnis sie gebracht wurden. Manche behaupten, sie würden einmal im Monat in eine andere Anstalt gebracht. Dort würden sie nun auf ihre Hinrichtung warten. Wieder andere behaupteten, dies alles wäre nur ein Trick der Regierung gewesen, um den Anschein von Gerechtigkeit aufrecht zu halten.

Noch immer lag René Dahnke auf dem Transporterboden und hatte unbeschreibliche Schmerzen, welche ihn so langsam so sehr schwächten, dass er von alleine nicht mehr in der Lage gewesen wäre aufzustehen. Plötzlich hielt der Wagen an und René hörte eine Tür aufgehen und jemanden aussteigen. Kurz darauf öffneten sich die Hintertüren und die zwei Aufpasser schleiften ihn auf den Hof eines riesigen Gebäudekomplexes. Der Boden war in einem erschreckenden Zustand. Überall klafften Löscher auf dem Asphalt. An manchen Stellen hatte man sogar den Eindruck, als hätte sich das Personal nicht einmal die Mühe gemacht, all das Blut aufzuwischen oder abgetrennte Finger und Zehen aufzusammeln. Der Hof glich eher einem Schlachtfeld, denn einem staatlichem Gebäude. Renés Hände brannten wegen des Schmutzes, der in die Wunden eindrang. Als er aufsah, bemerkte er die Insassen, welche sich am Rand des Innenhofes aufhielten und ihn interessiert ansahen. Anscheinend, so glaubte René, kam schon länger niemand mehr auf diese Art und Weise zu ihnen. Einer der Gefangen trat plötzlich hervor und lief in seine Richtung. Da die Wärter und auch die Polizisten, die Herrn Dahnke hergebracht hatten, ihn nicht aufhielten, vermutete René, dass dies einer der Gefangenwärter sein müsste. Der bärtige Polizist und der Insasse mussten sich ebenfalls schon lange kennen, denn sie begrüßten sich mit „Ah, Clive. Bist du elender Abschaum etwa immer noch am Leben?“
„Oberwachtmeister Michael Schaefer. Immer wieder eine Freude, Sie zu sehen!“
„Hier, ich hab‘ neues Frischfleisch für dich! Nimm ihn ordentlich in die Mangel, aber pass auf, dieser ********* ist eine richtige Bestie. Hat einfach so 9 meiner besten Männer abgeschlachtet…“ Bei diesen Worten trat er noch einmal kräftig nach René, beugte sich zu ihm herunter und flüsterte ihm in sein Ohr: „Clive war früher Söldner und auf Folter spezialisiert. Hat mit seinen Männern ‘mal ein ganzes Dorf aus reiner Lust niedergemäht. Tja, dafür sitzt er nun hier ein und erledigt für uns die Drecksarbeit. Sag‘ brav ‚Hi‘!“ Doch René war zu schwach um überhaupt irgendeinen Laut herauszubringen. Die Reaktion darauf kam prompt und wie erwartet wenig freundlich. Seine Hände, leicht von seinem Körper entfernt auf dem Boden liegend, gaben ein perfektes Ziel ab und Clive bereitet es geradezu diebische Freude, auf ihnen herum zu treten und zu beobachten, wie sich sein Opfer vor ihm vor Schmerzen wand. Nach einer Weile hörte der ehemalige Söldner jedoch auf, verabschiedete sich von den Polizisten und lief fröhlich pfeifend in die Richtung einer großen Tür über der „Speisesaal“ in schon zur Hälfte verrosteten Buchstaben geschrieben stand. Schaefer lachte dreckig und sagte dann: „Der Hund wird sich auch niemals ändern!“ Auf die zwei Männer, welche mit René im hinteren Bereich des Transporters gefahren sind, deutend, fuhr er fort: „Und ihr zwei nehmt unseren neuen Gast mit zum Leiter dieser Einrichtung. Nachdem wir ihn dort abgeliefert haben, können wir endlich wir endlich wieder weg von hier. Man hat irgendwie immer das Gefühl, dass hier jederzeit eine Revolte starten könnte. Da will ich besser nicht hier sein…“
Die beiden Wärter gingen auf René zu, packten ihn an seinen Armen und zogen ihn hinter sich über den Asphalt. Dabei schürfte sich René Dahnke die Knie auf, doch das war ihm ob der vielen anderen Schmerzen, welche zudem auch mehr wehtaten, beinahe egal. Fast schon freute er sich auf seine Zelle und seine Pritsche um endlich ein wenig ausruhen zu können. Aus irgendeinem Grund hatte er jedoch eine Ahnung, dass ihm dieser Wunsch verwehrt bleiben und dies noch ein langer Tag werden würde. Während er über den Hof geschleift wurde, dachte er plötzlich wieder an seine Frau, seine Tochter und all die merkwürdigen Ereignisse. Er fragte sich, warum das alles gerade ihm passieren musste. Hatte er nicht wirklich schon genug gelitten? Bei diesen Worten erinnerte er sich wieder an die Antwort, die er von dem Reiter auf diese Frage erhalten hatte. Es wäre eine Ehre, für diese Sache zu kämpfen. Doch welche Sache? Und vor allem, was hatte er damit zu tun? Er war doch nichts weiter, als ein einfacher Gymnasiallehrer für Mathe, Informatik und Physik. Nie hatte er eine Ausbildung in Sachen Kampftechniken erhalten, erst recht hatte er nie in seinem Leben vorher eine Waffe abgefeuert. Für ihn stand der Pazifismus an aller oberste Stelle. Was also hatte ihn dazu getrieben, diese Gräueltaten zu verüben? Sollten es wirklich nur die Drogen gewesen sein, so hätte er sich all die Jahre nur etwas vorgemacht und wäre gar nicht friedliebend und die jetzige Aufregung und die Angst, seine Tochter zu verlieren, hätten seinen innersten Wunsch nach Rache endlich befreit. Vielleicht aber hatte er eine gespaltene Persönlichkeit. Warum sonst sollte er seine Tochter ermorden? Noch immer schockte es René, wie nüchtern er das ganze doch betrachtete. Natürlich war er zutiefst entsetzt von sich selbst, aber seine Gedanken waren eher Beobachter aus der Ferne, denn wirklich von ihm selbst.

Gerade zu der Überzeugung gekommen, dass er tatsächlich verrückt sein musste, bemerkte er, dass sie im Haupthaus angekommen und vor einer Tür, mit einem Schild auf dem „Direktor“ stand, beklebt, standen. Die beiden Polizeibeamten hoben Herrn Dahnke hoch, so dass seine Arme auf ihren Schultern lagen und alle vier betraten dann das Direktorenzimmer. Dort saß ein junger Mann, René schätze ihn auf Mitte bis Ende 20 auf einem Lederschreibtischstuhl und blätterte in den Akten herum. Bei einer der Mappen heilt er inne, nickte und nahm sie hervor. Anscheinend war dies Renés Akte. Dieser wurde von den zwei Wärtern auf einen Stuhl gehievt auf dem er auch sofort zusammensackte. Sichtlich erfreut über die Sitzmöglichkeit zeichnete sich auf seinem Gesicht fast so etwas wie Zufriedenheit ab. „Wenn Sie erlauben“, sagte Schaefer in einem leicht unterwürfigen Ton, „würden wir uns dann auch entfernen wollen.“

„Aber sicher“, entgegnete ihm der Direktor freundlich. „Er wird sicherlich nicht fliehen wollen. Aber könnten Sie auf dem Weg nach draußen noch einen Arzt rufen? Unser Gast blutet ja schrecklich.“

„Aber gewiss doch.“ Während Oberwachtmeister Schaefer dies sprach, winkte er seine Gefolgsleute zu sich und sie verließen den Raum. Als die drei gerade gegangen waren, wand sich der Direktor wieder zu René: „Nicht das Sie denken, wir wären hier nur Barbaren. Das trifft auf einige der Wärter zu, aber nicht auf alle. Dennoch seien Sie sich sicher, dass sobald Sie bei den anderen Gefangenen sind, habe ich nicht die geringste Möglichkeit Ihnen zu helfen. Außer…“, er machte eine kurze Pause, „… Sie arbeiten für mich! Überlegen Sie es sich gut. Das würde für Sie besseres Essen, bequemere Betten und ärztliche Versorgung bedeuten.“ In diesem Moment traten zwei Männer in weißen Kitteln herein und fragten, ob sie sich die Wunden von René ansehen sollten. Der Direktor bejahte dies, woraufhin Herr Dahnke versorgt wurde. „Betrachten Sie diese ärztliche Leistung als eine Art Willkommensgeschenk. Sollten Sie sich… nun sagen wir, weiteren Ärger einhandeln, werden Sie schon eine Gegenleistung erbringen müssen. Sie werden es schon bemerken, wenn Arbeit anfällt.“ Nach diesen Einleitungsworten, befahl der Direktor René zur Türe hinaus zu gehen, dort würden ihn zwei Wärter dann zu seiner Zelle führen. René Dahnke hatte gerade die Türe hinter sich geschlossen und seine Hände betrachtet, welche Fachmännisch versorgt waren und seltsamerweise fast nicht mehr wehtaten, aber von einem dicken Verband bedeckt waren, da wurde er auch schon von einem der beiden Wärter mit einen Schlag ins Gesicht und dem Satz Willkommen in der Hölle begrüßt.

Anschließend schleiften die beiden Wärter René Dahnke zu seiner Zelle. Keine sonderlich große Zelle, sie hatte nicht einmal ein Fenster. Aber obwohl Einzelzellen eigentlich eine Bestrafung sein sollten, war er relativ froh, dass er keine Mitbewohner hatte. Die drei hatten gerade erst die Zelle betreten, packten die beiden Wärter René an den Beinen und Armen und warfen ihn in die Ecke wie einen alten Kartoffelsack. Dass er sich dabei den Kopf blutig schlug, interessierte die beiden Männer wenig. Erst jetzt fiel René jedoch auf, dass der eine Glatze hatte. Viel auffälliger war hingegen, dass dem Mann genauso wie René ein Auge fehlte. Nur war es bei dem Wärter das Rechte, anstatt dem Linken. Überhaupt konnte man den Glatzkopf als das exakte Gegenteil von René beschreiben. Groß, dunkelhäutig und von oben bis unten mit Muskeln bepackt. Nur das Alter, René schätzte ihn auf Mitte bis Ende 20, stimmte halbwegs. „Kinder würden ihn wahrscheinlich als den großen, bösen, schwarzen Mann bezeichnen“, dachte René. Kurz darauf fiel die Stahltür seiner Zelle mit einem lauten Krachen ins Schloss und René hatte ein wenig Zeit für sich. Zeit, die er vielleicht dazu verwenden konnte, sich ein wenig auszuruhen. Doch zum Ausruhen kam er nicht, da er die ganze Zeit darüber nachdenken musste, was am heutigen Tage ihm alles passiert war. An einem einzigen Tag war er zum Massenmörder, insbesondere zum Mörder seiner Tochter, geworden und sogleich darauf in das am stärksten bewachte Hochsicherheitsgefängnis des gesamtes Landes gesteckt worden. Ihm wurden die Hände durchschossen und wahrscheinlich auch die Nase gebrochen. Er fragte sich, wann er die Schmerzen spüren würde. Im Moment wirkte noch das Morphium, welches ihm die Ärzte gespritzt hatten. Doch für wie lange? Auf jeden Fall war er sehr froh, dass er von den Schmerzen nichts mitbekam. So war es ihm möglich, sich auf seine Steinpritsche, auf der ein winzige Decke und ein noch viel kleineres Kopfkissen lagen, zu hieven. In keinster Weise war diese Schlafstätte bequem und warm schon gar nicht, doch er war zu müde und zu sehr fertig von den Ereignissen des Tages, dass es ihm gänzlich egal war. Renés Vermutung war jedoch, dass die „Betten“ weniger eine Strafe sein sollten, sondern eher die Erkrankungsrate unter den Gefängnisinsassen in die Höhe zu treiben. Da es faktisch keinerlei medizinische Versorgung gab, außer man arbeitete für den Direktor, konnte selbst eine schwere Grippe, wie schon im Mittelalter, zum Tode führen. Doch in jener Umgebung erschien der Tod sicher einigen als eine Art Erlösung. So war es denn auch wenig verwunderlich, dass es auf dem Gelände, René hatte sie im Vorbeigehen gesehen, eine kleine Kapelle gab, in der von eben jener Erlösung gepredigt wurde. „Angst vor dem Tod scheint so manchen zum Glauben zu führen“, dachte sich René. Schon immer beteten die meisten Menschen in Hungersnöten, Kriegszeiten oder während der Unterdrückung. Auch René, früher nicht sonderlich gläubig gewesen, hatte wieder zur Kirche gefunden und die jüngsten Ereignisse, er hatte immerhin die leibhaftigen apokalyptischen Reiter gesehen, ließen ihn erschaudern und beten, dass Gott ihm am Tag des jüngsten Gerichts gnädig sei. Aber wer vergibt schon einem Mörder? Mit diesen Worten im Kopf schlief René schließlich ein.

Die ganze Zeit über schmiss René sich hin und her. Dennoch schlief er; unruhig, aber er schlief. Er träumte von brennenden Toten, dem aschfahlen Reiter und einem blutüberströmten Kinderkörper von dem er glaubte seine Tochter zu erkennen. Ab und an träumte er von schönen Momenten wie ihre Geburt. Nur irgendetwas war immer anders als es damals gewesen war. Mal war es ein umgedrehtes Kruzifix über dem Bett im Krankenhaus, ein anderes Mal sah er wie sich während eines Stadtbummels mit seiner Familie im Hintergrund ein Mann aus dem Fenster stürzte. Oder sah er jetzt die Wahrheit und hatte in glücklicheren Zeiten nur auf solch böse Omen nicht geachtet? Zusätzlich wurde sein Schlaf immer und immer wieder durch von den Wärtern an die Tür geschlagene Schlagstöcke gestört. Hier wird man entweder verrückt oder stirbt kurz bevor dieser Zustand eintritt. Dies ist wahrlich meine persönliche Hölle…

„Wach auf René“, flüsterte eine tiefe, dumpfe Stimme. „Wach auf und höre mich an! Die Stimme wurde eindringlicher, je öfter diese zwei Sätze fielen. Es dauerte eine Weile, bis René sie bemerkte. Zuerst dachte er, er würde nur träumen und die Stimme wäre nur in seinem Kopf. Doch als er zufällig Richtung Tür blickte, sah eine Lichtgestalt. Sie hatte Ähnlichkeit mit einem Menschen. Jedoch war sie gänzlich weiß und strahlte ein sanftes gelbes Licht aus. „Gut“, dachte sich René. „Scheinen wohl die Lichtverhältnisse zu sein…“ Doch nun fielen ihm die zwei großen Flügel, welche ihren Ansatz an den beiden Schulterblättern hatten und bis fast auf den Boden reichten auf. Auch bemerkte er, dass die Gestalt ein paar Zentimeter über dem Boden schwebte. Es war ein leibhaftiger Engel.
René Dahnke erschrak und kauerte sich in einer Ecke des kleinen Raumes zusammen. Mit angsterfüllter Stimme und voller Panik er würde nun vollends verrückt werden, stotterte er: „Wer seid Ihr und was wollt Ihr von mir?“

„Ich bin der Erzengel Michael und ersuche dich, mir zu helfen!“

„Warum gerade ich? Warum sucht Ihr euch nicht jemand Anderes. Ich glaube kaum, dass ein Mörder und Geisteskranker der passende Gehilfe für einen Diener Gottes ist…“
„Es zählt nicht, was du getan hast, sondern was du noch tun wirst. Wer umkehrt und Buße tut, dem wird auch vergeben.“

Immer noch ängstlich, aber dennoch auf Erlösung hoffend, fragte René schließlich: „Was soll ich also für Euch erledigen?“

Mit donnernder Stimme antwortete der Erzengel Michael: „Vernichte Draco Magnus, beende den Schrecken und du wirst Erlösung erhalten!“

Leicht verwirrt entgegnete ihm Herr Dahnke: „Wer oder was ist Draco Magnus?“

„Ein Drache!“

Noch bevor René in Erfahrung bringen konnte, warum gerade er ausgesucht wurde, wo er den Drachen finden könnte und ob Drachen nicht schon längst ausgestorben wären, war der Engel auch schon wieder in einem gleißend hellem Licht verschwunden. Was war Wirklichkeit? Was bildete er sich nur ein? War er verrückt oder hatte er gerade wirklich das erlebt, was er glaubte gesehen und gehört zu haben? Wieder einmal grübelte René über alles Mögliche nach und wieder einmal kam er zu keinem Ergebnis.
Gerade hatte er den Kopf wieder erhoben, bekam er einen Schlag in sein Gesicht. Der Schläger war relativ groß und hatte eine dicke Narbe quer über seinem rechten Auge. „Hörst du schlecht“, blaffte der Wärter. „Raus in den Hof. Ihr habt eine Stunde Freigang.“
„Ich würde lieber hier bleiben und ein wenig schlafen.“

„Steh sofort auf und lauf in den Hof! Oder soll ich dich in den Hof prügeln?“

Aus Angst vor weiteren Schlägen erhob sich René Dahnke und marschierte in den Hof. Sein ganzer Körper brannte vor Schmerzen und er würde am liebsten zusammenbrechen, dies würde allerdings weitere Misshandlungen nach sich ziehen. In der Hoffnung auf eine Ecke zum sitzen oder ausruhen keimte in ihm so etwas wie Freude auf. Keine Freude wie man sie als Vorfreude auf ein besonderes Ereignis oder auf ein Wiedersehen von geliebten Menschen kennt, sondern eher die Art von Freude, die mansche Menschen bei einem Bungeejump verspüren in der Erwartung, dass es bald vorbei ist, nur wesentlich intensiver und von mehr Angst begleitet. Es dauerte rund 5 Minuten, dann stand René im Hof und wurde sogleich von der Sonne geblendet.

René schaute sich um. Der ganze Hof war voll von Menschen, denen man am liebsten nicht begegnen würde. Einigen sah man förmlich an, dass sie gemordet oder vergewaltigt hatten. Andere wiederum sahen aus wie er. Menschen, die ohne ersichtlichen Grund auf einmal gewalttätig geworden sind und sich nicht einmal an die Vorkommnisse erinnern können. Außerdem erblickte er auf den Mauern und Türmen des Gefängnisses mehrere schwer bewaffnete Wärter. Zwischen all dem sah er kleine Bank, auf der bereits ein Mann und eine Frau saßen. Es schien so, als wäre noch ein Platz frei. Also lief René auf die Bank zu und wollte sich dort ein wenig ausruhen. Die beiden anderen schienen dagegen außer einem Knurren und einem Nirgenswo is’ man alleine, ey! auch nichts dagegen zu haben. Ermattet lies er sich auf die Bank fallen und schloss die Augen. Er wollte nicht schlafen, die wäre wahrscheinlich ob des Lärmes auch nicht möglich gewesen, dennoch stand ihm der Sinn nach ein wenig ausruhen und kurzfristig ruhen. Trotzdem schlief er tief und fest ein.

Es verging besagte Stunde ohne dass ihn jemand geweckt hätte. Unsanft aufgeweckt wurde René Dahnke allerdings nach Ablauf der Stunde durch eine Durchsage: „Alle Neuankömmlinge und all die, die weniger als einen Monat hier unser – Gast – waren, sowie die, die noch weitere Behandlungen brauchen begeben sich bitte umgehend zur Medizinischen Untersuchung! Alle anderen gehen zurück zu ihren Zellen!“ Es war die Stimme des Direktors. Während René sich noch wunderte, warum es hier überhaupt medizinische Versorgung gab, murmelte die Frau, welche neben ihm gesessen hatte zu dem Mann, der bei ihr saß: „Hmm, die arme Sau. Der Raum der ewigen Verdammnis is’ echt nix zum Lachen…“

„Komm“, sagte da der Mann. „Lass lieber schnell zurück. Ich bin na froh, dass ich nun lange genug hier bin. Will’s echt net riskieren…“

Voller Angst, was ihn nun erwarten würde, lief er los. Natürlich wusste er als Neuankömmling nicht, wo er hin musste, doch schon bald traf René auf eine Frau mit leichtem Sprachfehler, welche sich ihm als Lucilia vorstellte und ebenfalls zur Untersuchung musste. Allerdings war sie, wie er erfuhr nicht neu, sondern schon seit drei Wochen hier und wusste dementsprechend wo es hinging und was die beiden dort erwarten würde. „Der Raum der ewigen Verdammnisch ischt im Grunde nichtsch anderesch alsch eine Folterkammer. Schie quälen disch scho lange, bisch schie disch gebrochen haben. Haben schie dasch nach einem Monat etwa noch nischt geschafft, scho stehscht du auf einmal ganz unten in der Nahrungschkette. Einmal konnte isch die Wärter belauschen und habe den internen Namen für dasch Programm erfahren. Schie nennen esch Euthanschie 2.0.“


Trocken entgegnete ihr René: „ Wie passend…“

http://maggus-desire.de/index.php/geschichten/the-sun-will-never-rise-again-band-1/410-kapitel-4-der-lauf-der-dinge

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