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Lone Ranger (2013)

Von Maggus3 |

Datum: 19.08.2013 | zuletzt geändert: 24.08.2013, 23:41 Uhr


In dieser Review, ach seinen wir ehrlich, diesem Verriss lästere ich auch über die Story. Wer sich diesen Mist unbedingt geben will und dabei auch noch überrascht werden will, der sollte besser nicht weiterlesen.



Ich bin in diesen Film, obwohl ich wusste, dass er womöglich scheiße sein könnte. Ja, ich verzichtete im Europapark sogar auf die Zeit zwischen 20:00 und 21:00 Uhr im Park bei wenig Andrang an den Bahnen.

Warum ich das getan habe? Ich wollte mich einfach mal wieder so richtig über einen Film aufregen. Und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht. Warum? Das erfahrt ihr nach den Fakten.



Fakten:

Originaltitel: Lone Ranger
Regisseur: Gore Verbinski
Darsteller: Johnny Depp, Armie Hammer, William Fichtner, Ruth Wilson, Tom Wilkison und Helena Bonham Carter
Erscheinungsjahr: 2013

Laufzeit: 149 min
Imdb-Wertung (Stand 19.08.2013): 6,7



Story:

Fangen wir mit der größten Schwäche des Films, der Handlung an. Vielleicht muss man die originalen Geschichten, die in den USA wohl sehr beliebt sind, um Tonto (Johnny Depp) und den Lone Ranger(Armie Hammer) kennen, um diese wirre Treiben irgendwie würdigen zu können.

Kennt man wie ich jedoch nichts, dann achtet man halt darauf, was einem vorgesetzt wird. Und das ist an Blödsinn kaum zu überbieten.

Tonto, nicht zu verwechseln mit Tunte, auch wenn das über weite Stellen des Films durchaus passend wäre (kein Statement gegen diesen Lebensstil, soll jeder halten wie er mag), hat sein gesamtes Dorf verloren. So ein Wirrkopf wie er ist und so einen komischen Humor wie der Film hat, würde es einen auch nicht wundern, wenn das wortwörtlich zu nehmen wäre. In der Tat ist es jedoch so, dass einfach alle tot sind.

Warum, das erfährt man erst am Ende und dann ergibt zumindest die eine oder andere Sache zumindest ein bisschen Sinn. Bis dahin erlebt man eine miese Nummernrevue, bei der jede Szene mehr oder weniger für sich steht und nur durch Gebrabbel von einem alten Tonto gegenüber einem Kirmesbesucherkind zusammengehalten wird.

Der ganze Film über strotzt nur so von Witzen, bei denen man zwar lacht, sich aber im selben Moment dafür schämt und fragt, warum eigentlich. Falls der Film eine Feldstudie zum Thema "Wie leicht ist der menschliche Organismus zufrieden zu stellen" sein soll, dann macht er seine Aufgabe absolut perfekt.

Immer mal wieder blitzen gute Ansätze durch. Da wäre zum Beispiel die ziemlich gut gemachte Verknüpfung von Tatsachen wie dem Eisenbahnbau und der damit einhergehenden Verbindung von Ost- und Westküste. Natürlich dürfen auch die damit zusammenhängenden Intrigen nicht fehlen.

Doch jedes Mal wenn Tonto auftaucht kommt ein mieser Witz oder eine alberne Geste. Taucht Lone Ranger auf, möchte man weinen und die Figur am besten gleich selbst erschießen, weil die Gegner sich wirklich verdammt dusselig anstellen.

Tontos Pferd ist da kein Deut besser. Dieses hat, wie es auch überdeutlich im Film mehrfach gesagt wird, einen Dachschaden.

Was hingegen gut funktioniert, sind die zwei Hauptbösewichte.



Schauspieler:

Allen voran William Fechtner, welcher mir schon in Prison Break sehr gut gefallen hatte. Seine Figur des Butch Cavendish ist so herrlich böse und irre, das es eine Freude ist, ihm zuzusehen.

Latham Cole, gespielt von Tom Wilkinson, verbreitet den gesamten Film über ein gewisses Unbehagen. Klar, dadurch ist eine der großen Storywendungen nicht so überraschend, aber es macht ein weiteres Problem des Films deutlich.

Warum zum Teufel gibt es die anderen Figuren überhaupt. Hätte man nicht den gesamten Rest weglassen und einfach nur ein bierernstes Drama erschaffen können? Politikgemetzel um den Eisenbahnbau und ein geisteskranker Massenmörder, der Herzen isst. Den Film hätte ich gerne gesehen.

Stattdessen bekommen wir so Vollpfosten wie den Lone Ranger oder mit echtem Namen John Reid. Zur Ehrenrettung von Armie Hammer, der manch einem als beide Winklevoss-Brüder in The Social Network von David Fincher bekannt sein dürfte, muss man sagen, dass die Figur an sich scheiße ist und er dadurch nicht wirklich etwas falsch machen konnte.
Oder Tonto nervt mal wieder mit irgendeinem blöden Kommentar oder einer witzig gemeinten Verrenkung. Lieber Jerry Bruckheimer, lieber Gore Verbinski: Es war schon in Teil 2-4 von Fluch der Karibik nicht mehr lustig und das ist es jetzt auch nicht. Nur weil es in Teil 1 neu war, dass er Pirat sich wie ein kleines, naives Kind auf Droge benimmt und dabei aussieht, wie eine Tucke (no ofense und haha haben wir gelacht), funktioniert das keine vier weiteren Filme.

Naja. Kommen wir zu der typischen, unnötigen Frauenrolle in dem Film. Ruth Wilson spielt die Frau von John Reids Bruder Dan Reid (James Badge Dale) mit Namen Rebecca. Mal wird sie gefangen genommen, mal guggt sie einfach nur dumm oder traurig und oft textet sie ihren Sohn zu. Dieser schafft es, erst nur ein wenig zu nerven (so wie die meisten Kinder in Filmen) und dann ein echter Kotzbrocken mit sentimentaler Seite zu werden. Glückwunsch!

Achja: Eine Quotennutte mit Elfenbein-Bein darf natürlich auch nicht fehlen. Gespielt wird dieses seltsame Geschöpf von, haltet euch fest, Helena Bonham Carter. Wie es dazu kam, dass so eine gute Charakter-Schauspielerin hier mitgemacht hat, wird mir ein Rätsel bleiben. Ihre Figur ist denn auch nicht weiter wichtig. Sie ist Informantin, wehrhaft und das war es dann auch schon. So verheizt man tolle Schauspieler.



Effekte und Ausstattung:

Hier merkt man besonders deutlich, dass Jerry Bruckheimer und Gore Verbinski halt einfach Geld in den Arsch geblasen bekommen. Denn alles wirkt, so surreal wie es vielleicht auch sein mag, schlicht stimmig.

Der wilde Westen wird relativ detailverliebt nachgebildet und auch die Kostüme sind nicht von schlechten Eltern.

Richtig schade wird es dann, wenn man die Effekte sieht. Die sind aller erste Sahne. Die Explosionen drücken einen richtig in den Sitz. Nicht nur soundtechnisch. Sondern auch auf der Bilderseite gibt es Staunmomente.

Zweimal erleben wir, wie ein Zug entgleist, explodiert oder zumindest abstürzt. Das wirkt so wirklich, dass man echt das Gefühl hat, man schaut (eine sehr actionreiche) Doku.

Aber irgendetwas muss der Film ja auch gut machen.



Fazit:

Geht in das Kino vom Europapark. Klasse Bild, top Sound, super gepflegt und zudem noch Effekte wie Wind, abknickende Sitze und Wasser von der Decke. Da ist Filmeschauen echt noch ein Erlebnis.

Ach, ihr wollt ein Fazit zu dem Film haben? Erst ist scheiße und ich verstehe, warum er gefloppt ist. Der einzige Grund, warum er überhaupt Geld erwirtschaftet, sind Leute wie ich, die ihn scheitern sehen wollen und Vollidioten, die denken, dass automatisch jeder Film mit Johnny Depp gut ist und daher den Film hinterher loben. Angesprochen von ihren Freunden (nein, ich gehöre nicht dazu, es waren Fremde) war dann der Name auch das einzige Argument, dass sie nennen konnten.

Vernichtender könnte ein Fazit gar nicht ausfallen. Wenn sogar Fanboys eines Schauspielers ihn als einzig denkwürdigen Moment in einem Film beschreiben...



erschienen auf maggus-desire.de

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Raet
#1 | 22. Aug 2013, 00:09
Fand ihn nicht sooo schlecht. Aber stielistisch zu unsicher, so das selbst die Stellen wo sicher der Film selbst nicht ernst nimmt als deplaziert betrachtet werden können.
Zudem sind die überaschenden Zufälle (die wohl am ehesten mit dem Zombies aus dem orignal Doom3 verglichen werden könnten) - zu viel des guten und zu gekünstelt.
Bei Shi-Fi oder reiner Fantasy ist das oftmals durchdachter und klarer sturkturiert, aber hier wird der magische Joker/Cheater zu oft eingesetzt um Wendungen herbeizuführen. Das schadet der Story ungemein.
Mit ein paar Schnitten an der richtigen Stelle wird es sicher irgendwann eine lustige Free-TV-Unterhaltung für die ganze Familie. So jedoch ist er sehr durwachsen und wird der Starbesetzung nicht gerecht.
Dennoch, bzw. gerade deswegen, ist die Grundmeinung der Ressezion zutreffend. Wenn auch arg böse forumliert.
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